Wegen Mitgliederschwund: Katholische Kirchgemeinde St. Gallen rechnet mit einem Steuerrückgang von 6,1 Prozent

Nächste Woche, 25. November, lädt die katholische Kirchgemeinde in der Kirche Heiligkreuz zur dritten Sitzung des Kirchgemeindeparlaments. Hauptthema ist das Budget 2021 sowie die Festlegung des Steuerfusses. Zudem wird über drei verschiedene Bauabrechnungen abgestimmt, die im letzten Jahr fertig geworden sind.

Basil Schnellmann
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Die Schutzengelkapelle kurz vor ihrer Sanierung.

Die Schutzengelkapelle kurz vor ihrer Sanierung.

Bild: Michel Canonica (30. November 2018)

Das Parlament der Katholischen Kirchgemeinde St. Gallen ist am kommenden Mittwoch, 25. November, dazu eingeladen, den Budgetvoranschlag sowie den Steuerfuss für das kommende Jahr festzusetzen.

Für das neue Jahr geht die Katholische Kirchgemeinde St. Gallen von einer Nullsummen-Rechnung aus. Aufwand und Ertrag halten sich beide mit einem Betrag von 24'922'800 Franken die Waage. Der Steuerfuss soll wie bisher 22 Prozentpunkte der einfachen Staatssteuer betragen.

Die Schäfchen laufen davon

Wie aus den Unterlagen an das Kirchenparlament hervorgeht, ist für das Jahr 2021 ein signifikanter Steuerrückgang von 6.1 budgetiert. Mit anderen Worten: Auch bei der Katholischen Kirche macht sich der Mitgliederschwund bemerkbar.

An der letztjährigen Versammlung erklärte Norbert Ackermann, jetzt ehemaliges Mitglied des Kirchenverwaltungsrats, dass er jedes Jahr besorgt auf den Steuereingang schaue. Es gelte, allen Kirchbürgerinnen und Kirchbürgern dankbar zu sein, dass sie der katholischen Kirchgemeinde die Treue hielten. Für dieses Jahr wurde damals ein Minus von 0,3 Promille am Gesamtaufwand veranschlagt.

Nebst dem, dass das Budget und der Steuerfuss abgesegnet werden müssen, befasst sich das Parlament mit drei Bauabrechnungen zu drei unterschiedlichen Renovationen, die im Verlauf des letzten Jahres abgeschlossen wurden: Dem Innenausbau des Begegnungszentrums St. Maria Neudorf, dem Dach der Kirche Halden, und der Fassadenrenovation der Schutzengelkapelle.

Drei Renovationen, drei Geschichten: Einsturzgefahr, Marder und Weltkulturerbe

Die Renovation des Begegnungszentrums St. Maria Neudorf hat drei Jahre in Anspruch genommen. Mit Baukosten in der Höhe von 2'937'915 Franken ist sie die mit Abstand teuerste Bauabrechnung die dem Kirchenparlament vorgelegt wird. Dabei wurde der ursprüngliche Kostenvoranschlag um 44'055 Franken überschritten. Dies, weil bei den Bauarbeiten festgestellt werden musste, dass der Boden des Pfarrsaals zu wenig tragfähig und der Zement im Mauerwerk der Hauptsäulen versandet war.

Dass das Dach der ökumenischen Kirche Halden bald sanierungsbedürftig sei, wurde bereits vor zehn Jahren beim Einbau der Fotovoltaikanlage festgestellt. Seit einiger Zeit hatten sich Marder eingenistet, die sich an der Dachisolation zu schaffen machten. Dies wiederum führte, nachdem alle Massnahmen zur Entfernung der Marder gescheitert waren, zu einem erhöhten Heizbedarf. Laut Bauabrechnung seien die Kosten niedriger ausgefallen als erwartet, da die Versicherung sich zu einem namhaften Teil am Marderschaden beteiligt hatte. Deshalb belaufen sich die Baukosten für die katholische Kirchgemeinde auf 151'297 Franken.

Da sich die Schutzengelkapelle am Eingang zum Klosterhof befindet, ist sie Teil des Unesco-Welterbe-Perimeters. Die Kapelle zählt somit zum Inventar der schützenswerten Bauten der Stadt. Ziel der Renovation war eine Wiederherstellung der ursprünglichen Fassade, welche durch mehrere vorhergehende Sanierungen verändert worden war. Dabei wurde unter anderem das Relief im Giebelfeld restauriert. Die damit verbundenen Mehrkosten wurden zu einem grossen Teil von den Denkmalpflegebeiträgen ausgeglichen. Daraus resultierten Gesamtkosten in der Höhe von 868'816 Franken.


Hinweis: Die Sitzung findet am 25. November um 18.00 Uhr in der Kirche Heiligkreuz an der Iddastrasse 31 statt.