Wegen den Corona-Schutzmassnahmen können Restaurants in St.Gallen eine grössere Gartenbeiz beantragen

Wirte können ein Gesuch für mehr Aussenfläche stellen. Das soll es ermöglichen, den Mindestabstand zwischen den Tischen einzuhalten.

Marlen Hämmerli
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Gastronomen dürfen wieder draussen stuhlen und Gäste bewirten. Der Abstand von zwei Metern zwischen einzelnen Tischen muss aber eingehalten werden.

Gastronomen dürfen wieder draussen stuhlen und Gäste bewirten. Der Abstand von zwei Metern zwischen einzelnen Tischen muss aber eingehalten werden.


Bild: Benjamin Manser

Nach acht Wochen durften am Montag Restaurants, Cafés und Bars wieder öffnen, wenn auch unter Einschränkungen – und diese führten zu Fragen. Bei der Stadtpolizei St.Gallen gingen deshalb einige Mails von Wirtinnen und Wirten ein.

Wirte stellen Fragen zu den Schutzmassnahmen

Rund 30 Gastrobetreiber erkundigten sich am Montag bei der Stadtpolizei, welche Massnahmen nun gelten würden und wie diese umzusetzen seien. Die Stadtpolizei hatte im Vorfeld erklärt, dass sich Wirtinnen und Wirte bei Fragen melden könnten.

Ausserdem können Gastronomen ein Gesuch für mehr Platz auf öffentlichem Boden stellen. Ziel dabei sei es, dass zum Schutz der Gäste der Abstand von zwei Metern zwischen den Tischen eingehalten werden könne, sagt Mediensprecher Dionys Widmer. «Wenn die baurechtliche Bewilligung für die Aussenbewirtung eine Obergrenze von zum Beispiel 50 Personen vorsieht, bleibt diese Obergrenze bestehen. Der zusätzliche Platz dient nicht dazu, noch mehr Gäste bewirten zu können.» Am Montag stellten zehn Gastrobetreiber ein Gesuch um eine Erweiterung der Aussenrestauration. Die Stadtpolizei prüft jeden Fall einzeln.

Dionys Widmer, Sprecher Stadtpolizei St.Gallen.

Dionys Widmer, Sprecher Stadtpolizei St.Gallen.

Bild: PD

«Dort, wo eine Ausweitung aus Platzgründen nicht möglich ist, etwa wegen einer Strasse, muss der Restaurantbetreiber Tische abbauen, um den Abstand einzuhalten», sagt Widmer. Die Bewilligung für die Ausdehnung des Aussenbereichs ist so lange gültig, wie die Covid-19-Verordnung des Bundesrats in Kraft ist oder bis sie angepasst wird.

An einem Tisch dürfen nicht mehr als vier Personen oder eine Familie mit Kindern sitzen, die im selben Haushalt wohnen. Stehtische sind nicht erlaubt. Das soll gewährleisten, dass sich Gästegruppen nicht auf eine Art und Weise durchmischen, die nicht nachverfolgbar wäre.

Öffnungszeiten wurden verkürzt

In St.Gallen dürfen Gastrobetriebe samstags normalerweise bis 1 Uhr offenbleiben. Zudem gibt es die Möglichkeit von Freinächten. Doch derzeit gilt die Covid-19-Verordnung. Diese schreibt eine generelle Schliessungszeit von Mitternacht bis 6 Uhr vor.

Die Gefahr, dass sich Gästegruppen vermischen und die Distanzregel weniger beachtet wird, sei bei längeren Öffnungszeiten erhöht, heisst es in den Erläuterungen zur Verordnung. Zum einen wegen des erhöhten Alkoholkonsums, zum anderen weil im Ausgang typischerweise mehrere Lokale besucht werden. Wegen einer möglichen Durchmischung der Gäste ist es zudem verboten, Spiele wie etwa Dart anzubieten.

Für die Kontrolle der Massnahmen ist derzeit das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons St.Gallen zuständig. Noch sei offen, ob der Kanton die Durchsetzung an die Stadt St.Gallen und damit an die Stadtpolizei delegieren werde, sagt Dionys Widmer. Restaurantbetreiber, die sich nicht an die Schutzmassnahmen halten, werden durch die zuständige Stelle verzeigt. Über eine mögliche Strafe entscheidet dann die Staatsanwaltschaft.