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Wechsel in Wittenbach: Fredi Widmer sagt Adieu, Oliver Gröble gibt sein Debut

Einen Tag nach der Wahl seines Nachfolgers führte Fredi Widmer durch seine letzte Bürgerversammlung. Von einem Einstand, zwei Abschieden, der zweiten Steuersenkung und einem ersten Fauxpas.
Noemi Heule
Zum letzten Mal führte der abtretende Gemeindepräsident Fredi Widmer durch eine Bürgerversammlung. (Bild: Thomas Hary)

Zum letzten Mal führte der abtretende Gemeindepräsident Fredi Widmer durch eine Bürgerversammlung. (Bild: Thomas Hary)

Da waren die Traktanden nur noch Randnotiz. An der Wittenbacher Bürgerversammlung standen zwei Personen im Zentrum: Gemeindepräsident Fredi Widmer, dessen Abschied das offizielle Prozedere in den Hintergrund rückte und Oliver Gröble, Gemeindepräsident in Spe und Gesprächsthema vor, nach und während der Versammlung.

«Kommt er oder kommt er nicht?», raunte es vor Beginn durch die Stuhlreihen. Und er kam. «Es war knapp, aber ich habe es rechtzeitig aus Bern geschafft», sagte Oliver Gröble. Der Noch-Standortförderer des Kantons war direkt von einer Sitzung in der Bundeshauptstadt angereist. Gröble machte auch keinen Hehl daraus, dass es für ihn die erste Bürgerversammlung überhaupt war. Dass er sich zuvor nie blicken liess, war ihm im Wahlkampf vom CVP-Lager vorgeworfen worden. Und auch Bernhard Keller, Muoler Gemeindepräsident, konnte sich in seiner Grussbotschaft der Nachbarsgemeinden einen Tag zuvor einen Seitenhieb zum Thema nicht verkneifen.

16 Versammlungen, 8 Jahre, 2 Steuersenkungen

Für Fredi Widmer dagegen war es die 16. Bürgerversammlung als Gemeindepräsident. Und er erledigte sie in der Manier des Routiniers. Ein Exkurs über das neue Rechnungsmodell ging der Abstimmung über das Budget voraus, welches die Bürgerinnen und Bürger ohne Gegenstimme gut hiessen. 274 von ihnen, oder 4,6 Prozent der Stimmbürger, nahmen an der Versammlung vom Montag in der Aula des OZ Grünau teil.

Ohne zu zögern streckten sich die Hände auch für die Steuersenkung in die Höhe. Als kleines Abschiedspräsent konnte Widmer die Steuern zum zweiten Mal in Folge senken, von 139 auf 135 Prozent. Dies, nachdem er sie zu Beginn seiner Amtszeit zweimal hatte erhöhen müssen.

Bevor Fredi Widmer zum Abschied einen Blumenstrauss entgegen nahm, informierte er ein letztes Mal über laufende Projekte. Über den Zwischenstand von «Zukunft Wittenbach», den Baufortschritt im Zentrum und Verzögerungen im Projekt Oberwiesen. Auch den Fahrplanwechsel, eine Umzonung im Gebiet Betten und die Ausgliederung des Alterszentrums schnitt er an. Wehmütig blicke er seiner Pension entgegen, sagte er später. Viele Projekte hätte er gern persönlich zu Ende gebracht, viele Akten selbst geschlossen.

Oliver Gröble und sein befangener Doppelgänger

Zuvor aber öffnete er die Runde für die allgemeine Umfrage. Die einzige Wortmeldung machte wiederum Nachfolger Oliver Gröble zum Thema. Oder genauer die Gebrüder Gröble. Denn in der Geschäftsprüfungskommission der Gemeinde sitzt André Gröble, Zwillingsbruder und Ebenbild des angehenden Präsidenten. Die beiden Doppelgänger sorgen in Wittenbach immer wieder für Missverständnisse - sodass sich Oliver Gröble im Wahlkampf gar gezwungen sah, im Gemeindeblatt auf die Verwechslungsgefahr hinzuweisen. Der Fragende befürchtete in dieser Konstellation nun einen Interessenkonflikt.

Kurzerhand setzte Oliver Gröble zu einer Antwort an. Zum Missfallen von Fredi Widmer, der den Verstoss gegen das Protokoll barsch quittierte. «Ich glaube, die Frage war an mich gerichtet», liess er von der Bühne herab verlautet. Es werde nun geprüft, ob die Verwandtschaft in Präsidium und Kontrollorgan rechtens sei, antwortete er. Sogleich kippte die Stimmung allerdings wieder ins Feierliche, als Widmer Gemeinderat Thomas Zünd verdankte und sich anschliessend mit einem Zitat vom Wilhelm Busch verabschiedete: «Immer hat, wenn zwei sich scheiden, einer etwas mehr zu leiden.» Welche Rolle ihm dabei selber zukommt, liess der scheidende Gemeindepräsident offen.

Oliver Gröble nahm den Fauxpas gelassen. «An den strikten Ablauf muss ich mich erst gewöhnen», sagte er beim Apéro. Dafür hat er ein halbes Jahr Zeit. An seiner zweiten Bürgerversammlung im Mai wird er der Wortführer sein. Und damit Wächter über das Protokoll.

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