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«Was soll ich in einem Warenhaus?»

Zwei Standbetreiber am Rorschacher Flohmarkt erklären, weshalb sie zu Flohmärkten fahren, woher ihre Waren kommen und welches ihre wertvollsten Stücke sind.
Ramona Riedener
Besucher des Rorschacher Flohmarkts am vergangenen Samstag (Bilder: Ramona Riedener)
Die Händlerin Miriam Gross aus Schwarzenbach.
Armin Wagner kam mit seinem Stand aus dem Tessin.
3 Bilder

Rorschacher Flohmarkt

«Sammler und Händler sind meist total bescheuert. Man trifft sich überall, wo es einen Flohmarkt gibt», sagt Miriam Gross aus Schwarzenbach mit einem Augenzwinkern. Die 44-jährige Hobbyhändlerin steht an diesem Samstag unter einem blauen Pavillon, zwischen einem riesigen Warenangebot, welches sich über zwei Standflächen erstreckt.

Zum Rorschacher Flohmarkt hat sie riesige Holzkruzifixe, alte Apothekerflaschen, antike Lampen, verschnörkelte Vasen, ausgemusterte Feuerwehrhelme und seltene Tierfelle mitgebracht und sorgfältig auf grossen Tischen mit weissen Tüchern ausgelegt. Am Boden stehen rustikale Holzstühle und Fensterrahmen, neben einer Blechbadewanne, einer Schachtel Micky-Maus-Hefte und einem überdimensionalen Portrait in einem reichverzierten Goldrahmen. Wer die junge Frau wohl gewesen sein mag, die einst für die Nachwelt auf dem Bild verewigt wurde? Und auf welchem seltsamen Weg landete das Gemälde aus der Ahnengalerie auf dem Rorschacher Flohmarkt?

Verkaufen für einen guten Zweck

Es braucht Zeit und Musse, sich bei all den antiken Stücken und Kuriositäten einen Überblick zu verschaffen. Seit zwölf Jahren ist Miriam Gross mit ihrem Mann auf Flohmärkten anzutreffen. «Die Antiquitäten kommen von Brockenhäusern oder Hausräumungen», erklärt die Händlerin, während sie einer Kundin ein Portemonnaie aus Ecuador verkauft. «Wir leben auch privat so. Ich wüsste nicht, was ich in einem Warenhaus kaufen sollte», sagt die Standbetreiberin, die es liebt, auch mal die Seite zu wechseln und als Schnäppchenjägerin durch einen Flohmarkt zu bummeln.

An einem anderen Stand steht Armin Wagner. Der gebürtige Deutsche wohnt im Tessin und hat sich um drei Uhr morgens mit seinem Lieferwagen auf den Weg gemacht, um in Rorschach alles rechtzeitig einzurichten. «Spass am Flohmarkt haben und dabei Gutes tun, das ist meine Motivation», sagt er. Denn die Hälfte des Verkaufserlöses gehe an eine wohltätige Organisation. Eher improvisiert auf Kisten, Campingtischen und einer Festbank hat er seine Waren ausgelegt. Das meiste kostet zwischen einem und fünf Franken. Sein wertvollstes Stück ist ein hochlehniger Holzstuhl mit einem geflochtenen Sitzteil. 75 Franken will er dafür. Mit ihm könne man aber feilschen, sagt der Händler, bevor er sich einer Kundin zuwendet.

Die Idee kam in der Beiz

«Ein wenig beisst es mich schon, dass ich nicht mehr dabei bin», sagt der Tübacher Sammler und Bastler Carlo Bonetti. Zum ersten Mal schiebt er sich ganz privat den zahlreichen Ständen entlang durch die Menschenmenge. Vor 19 Jahren hat er mit seiner Lebenspartnerin Esther Boppart den Rorschacher Flohmarkt ins Leben gerufen.

Die Idee dazu entstand in seiner Wirtschaft zum Schilte-Sechsi am Rorschacher Lindenplatz. Ganz klein hätten sie angefangen, mit 20 Ständen auf dem Kabisplatz, erinnert sich der Gründer. Nachdem er vor vier Jahren die Organisation an seinem Nachfolger übergeben hatte, führte er noch bis vor einem Jahr einen Stand mit nostalgischem Spielzeug. Es sei schon ein wenig ungewohnt, so ganz ohne eigenen Markttisch. Doch er freue sich, dass sein Flohmarkt in guten Händen ist.

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