Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Ein Gossauer Maturand hat untersucht, was seine Stadt für das Klima tut

Lukas Walpen hat untersucht, was St.Gallen und Gossau zur Energiewende beitragen. In seiner Heimatstadt sieht er Nachholbedarf. Vor allem müsse sich jeder selber an der Nase nehmen.
Nina Rudnicki
Lukas Walpen vor dem Friedberg-Gymnasium. (Bild: Benjamin Manser (25. Januar 2019))

Lukas Walpen vor dem Friedberg-Gymnasium. (Bild: Benjamin Manser (25. Januar 2019))

«Ich bin überzeugt, dass die Energiewende ein Generationenthema ist und darum auch meine Generation noch lange beschäftigen wird.» Das schreibt Lukas Walpen im Vorwort seiner Maturaarbeit. Der Schüler des Gymnasiums Friedberg hat recherchiert, wie die Energieversorgung in der Schweiz umgebaut werden muss, um die Ziele der Energiestrategie 2050 zu erreichen. Seinen Schwerpunkt legt er dabei auf die beiden Nachbarstädte Gossau und St. Gallen.

«Das Thema ist bei vielen Jugendlichen aktuell, wie derzeit der Klimastreik beweist», sagt Walpen.

«Ich finde es ermutigend, dass sich immer mehr Schüler für einen Wandel in der Energiepolitik stark machen.»

In seinem Freundeskreis werde oft über die Klimaerwärmung diskutiert. Auch im Schulunterricht sei der Klimawandel häufig thematisiert worden. Daher sei ihm schnell klar gewesen, dass er sich im Rahmen der Maturaarbeit mit der Energiewende vertieft auseinandersetzen wolle.

Fundiert statt lautstark

Walpen selbst hat noch an keinem Klimastreik teilgenommen. Seine Sache sei eher, sich mit Zahlen und Fakten auseinanderzusetzen, diese zu analysieren und so einen Beitrag zu leisten. «Jeder sollte bei sich selbst anfangen», sagt er. Daher habe ihn auch am meisten interessiert, was in seiner Heimat gegen die Klimaerwärmung unternommen werde. «Ausserdem sind die Gemeinden und Kantone nebst dem Bund die wichtigsten Akteure, um den Atomausstieg zu schaffen», sagt er.

Zunächst hat sich Lukas Walpen mit Büchern wie «Energiewende, und wie sie gelingen kann» von Hanspeter Guggenbühl eingelesen. Danach hat er mit der Recherche in St. Gallen und Gossau begonnen und die Konzepte der beiden Städte in den Bereichen Wärme, Elektrizität und Mobilität untersucht.

St. Gallen hat für Lukas Walpen grossen Vorbildcharakter. «In St. Gallen sind Stadtrat und Parlament sehr engagiert im Thema Umwelt. Die St.Galler Bevölkerung hat schon mehrmals über lokale energiepolitische Geschäfte abgestimmt und diese angenommen», sagt er und nennt als Beispiele etwa die Abstimmungen über den Energiefonds, den Geothermie- und Fernwärmeausbau sowie die Umstellung auf Elektrobusse für 2020. «Die Bevölkerung hat somit Meilensteine gesetzt und die Energiewende ist breit abgestützt», sagt der Schüler des Schwerpunktfaches Physik und Anwendung der Mathematik.

Besonders vorbildlich sei für ihn in St. Gallen aber die professionelle und vielfältige Kommunikation: Es gebe viele Medienorientierungen, Broschüren zum Energiekonzept 2050 sowie das Internetprojekt www.watt-bin-ich.ch. Bei letzterem können sich die St. Gallerinnen und St. Galler über Beiträge für eine saubere Energiezukunft informieren.

Gossau hat laut Lukas Walpen zwar ähnliche Ziele wie St. Gallen, schneidet seiner Meinung nach bei der Umsetzung nicht ganz so gut ab.

Gossau: Immerhin atomstromfrei

«Im Gossauer Stadtrat und Parlament hatten Umweltthemen nicht den gleichen Stellenwert wie in St. Gallen. Gossau hatte in der Vergangenheit keine lokalen energiepolitischen Abstimmungen», sagt er und betont:

«Die Gossauer Bevölkerung ist in die Energiestrategie 2050 weniger stark eingebunden. Auch ein für die Bevölkerung verständliches Energiekonzept 2050 gibt es nicht.»

Das vorhandene Energiekonzept der Stadt Gossau sei ein Arbeitspapier für die Verwaltung. Positiv in Gossau sei hingegen zu bewerten, dass die Stadt seit 2015 atomstromfrei ist. «Sämtliche angebotene Stromprodukte sind ein Mix aus Sonnenenergie und Wasserenergie.»

Die Maturarbeit hat auch Lukas Walpens persönliches Verhalten beeinflusst. Er versucht seinen Ressourcenverbrauch im Alltag einzuschränken, etwa hinsichtlich des Fleischkonsums oder des Stromverbrauchs. «Darum ging es mir bei meiner Maturaarbeit ja auch: einerseits die Zusammenhänge zu verstehen, andererseits zu erfahren, welche Beiträge ich selbst leisten kann», sagt der Maturand.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.