Wochenende und warme Nächte: Ideale Bedingungen für Littering, viel Arbeit für Putzteams

Die Interessengemeinschaft saubere Umwelt (IGSU) hat in den letzten Tagen die Bevölkerung in St.Gallen über Littering aufgeklärt. Strasseninspektor Gerald Hutter über weitere Massnahmen und wie sich die Abfallmenge verändert hat.

Diana Hagmann-Bula
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Littering ist schwierig zu messen, sagt der St.Galler Strasseninspektor Gerald Hutter. Er empfindet die Stadt heute als sauberer als früher.

Littering ist schwierig zu messen, sagt der St.Galler Strasseninspektor Gerald Hutter. Er empfindet die Stadt heute als sauberer als früher.

Symbolbild: Reto Martin

Herr Hutter, hat Ihr Team nach der IGSU-Aktion weniger wegzuräumen?

Gerald Hutter: Einen so konkreten Zusammenhang können wir nicht feststellen. Aber die Sensibilisierungsaktion ist ein wichtiger Beitrag gegen Littering.

Welche weiteren Massnahmen beugen Littering vor?

Die Kampagne «Gemeinsam mit Respekt», die Gewalt, Rauschtrinken und Littering verurteilt, sowie Abfallunterricht an Schulen. Die Polizei verteilt Bussen. Bewährt haben sich auch die Unterflurkübel mit dem Auffangvolumen von 600 bis 1000 Litern. Normale Kübel fassen 50 bis 60 Liter und sind oft übergequollen.

Strasseninspektor Gerald Hutter

Strasseninspektor Gerald Hutter

Hat Littering zu- oder abgenommen?

Es ist schwierig, Littering zu messen. Wenn es regnet, wiegt der Abfall mehr, weil er nass ist. Wenn schönes Wetter ist, wiegt der Abfall weniger, aber das Volumen ist grösser. Mein subjektiver Eindruck ist, dass die Stadt sauberer wirkt als früher.

Wo wird Abfall am häufigsten zu Boden geworfen?

Am Hauptbahnhof, Marktplatz und Bohl sowie in den umliegenden Gassen. Dort ist etwas los, dort passiert Littering. Am Wochenende sammelt sich mehr Abfall an als unter der Woche, wobei das Wochenende oft schon am Donnerstag beginnt. Auch das Wetter hat grossen Einfluss. Warme Nächte sind Litteringnächte.

Was bedeutet das für Ihre Mitarbeiter?

Wir leeren die Unterflurkübel freitags. So hat es genug Platz für den Abfall vom Wochenende. Auch samstags und sonntags sind Mitarbeitende und Putzmaschinen unterwegs.

Putzteams arbeiten oft morgens früh, wenn kaum jemand mitbekommt, wie sie den Schmutz der Gesellschaft eliminieren. Würde sichtbares Wegräumen uns nicht eher ermahnen?

Wir erledigen den Grossteil der Arbeit während der regulären Arbeitszeiten. Am Bahnhof, an Bushaltestellen und belebten Orten müssen wir aber vor der Rushhour reinigen, also vor 7 Uhr. Sonst kommen wir mit der Putzmaschine nicht durch.

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