Wandertipp: Im Grand Canyon des Alpsteins

Das Ofenloch ist ein zerklüftetes Tal nahe der Schwägalp. Auf dem Hinderfallenchopf hingegen blickt man weit ins Toggenburg.

Text und Bilder: Sandro Büchler
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Bei der Schwägalp Passhöhe zweigt der Weg in nord-westlicher Richtung ab. (Bilder: Sandro Büchler)
28 Bilder
Rasch hat man den Trubel am Fusse des Säntis hinter sich gelassen. Es folgen moorige Passagen.
Nach dem Chräzerenpass folgt offenes Wiesland. In einem grossen Bogen umrundet man eine Senke (im Bild rechts). Vorsicht beim Abzweiger: Der Weg zum Ofenloch ist am Wegweiser nicht angeschrieben. Stattdessen dem Flurnamen «Neuwald» folgen.
Der Wald ist rau. Die Bäume, deren Wurzeln meterhohe Flanken umschliessen, wirken sonderbar und mystisch.
Pilze an einem Baum.
Die Gewächse im wilden Tal sind noch etwas grüner als andernorts. Viel Totholz liegt herum.
Eine lauschige Magerwiese breitet sich aus. Grillen zirpen und Hunderte Grashüpfer springen links und rechts weg. Unten im Tal im Wald wartet das Ofenloch.
Immer wieder ragen Felswände mit dem für die Region typischen Nagelfluhgestein empor.
Mit einem Sprung ist der Bachlauf überquert.
Der Weg verläuft hinter einem malerischen Wasserfall, von dem man einige Spritzer abbekommt.
Durch das Gehölz erkennt man die gegenüberliegende Talseite, wo sich eine grosse linsenförmige Höhle auftut.
Erst nach und nach erkennt man, wie tief die Schlucht ist. Zur Verdeutlichung: In der Bildmitte auf dem Felsvorsprung, gleich bei der Licht-Schatten-Grenze steht eine Person.
Verworrene Wurzeln regen die Fantasie an.
Raus aus der Schlucht, es geht wieder in die Höhe.
Vorbei an der Alp Ellbogen erklimmt man nun den Hinderfallenchopf, den höchsten Punkt der Wanderung.
Der Anstieg ist ruppig, doch schon auf halber Höhe öffnet sich der Blick ins Toggenburg.
In die andere Richtung thront der Säntis majestätisch über der Kulisse.
Auf dem Hinderfallenchopf auf 1531 Meter über Meer bietet sich ein grandioser Rundumblick.
Immer wieder fällt der Blick zurück in die zerklüftete Schlucht, die man zuvor durchschritten hat.
Eine inoffizielle Feuerstelle lädt zum Bräteln. Hinweis: Bei Waldbrandgefahr kann die Feuerstelle nicht genutzt werden.
«En Cervelat am Stäcke»
Es geht bergab.
Über einen Bergrücken geht es hinunter Richtung Tal.
Ein Schwalbenschwanz posiert am Wegrand.
Auf der ganzen Wanderung veranschaulichen Felswände und Hügelzüge immer wieder, wie sich das Sedimentgestein über Jahrtausende zum Alpstein aufgefaltet hat.
Es folgt ein lockeres auf und ab, bevor es im Zickzack hinunter ins Tal nach Ennetbühl geht.
Der Duft von frisch gemähten Wiesen steigt in die Nase.
Eine royale Stallung: In Ennetbühl, dem Endpunkt der Wanderung, angekommen, bringt einem das Postauto zurück zum Ausgangspunkt auf der Passhöhe.

Bei der Schwägalp Passhöhe zweigt der Weg in nord-westlicher Richtung ab. (Bilder: Sandro Büchler)

Die Wanderung im Überblick

Start: Schwägalp Passhöhe
Ziel: Ennetbühl
Strecke: 15 Kilometer
Wanderzeit: 4 Stunden 40 Minuten
Aufstieg: 565 Meter
Abstieg: 958 Meter
Ausrüstung: gutes Schuhwerk, Fernglas, Feuerzeug, Verpflegung. Nicht für Kinderwagen geeignet.
Gaststätten: «Passhöhe», Schwägalp, Mo–Do nur bei schönem Wetter, Fr ab 17 Uhr, Sa–So ab 10 Uhr; «Krone», Ennetbühl, Di–So, Montag Ruhetag, erster Sonntag im Monat geschlossen.
Parkplätze: Schwägalp Passhöhe
Öffentlicher Verkehr: Schwägalp Passhöhe, Ennetbühl Dorf
Kartenmaterial: 1:25000, Blatt 1114 Nesslau und 1115 Säntis.

1 Schwägalp Passhöhe Während sich das Gros der Ausflügler bei der Schwägalp Passhöhe Richtung Luftseilbahn orientiert, startet diese Wanderung in die andere Richtung. Bei der Strassenkreuzung beginnt der Weg und man lässt schnell den Trubel am Fusse des Säntis hinter sich. Das erste Teilstück führt abwechselnd durch Wald und sumpfige Passagen. Doch dank ausgelegter Holzplanken kommt man trockenen Fusses durch das idyllische Hochmoor. An den Gras- und Farnhalmen glitzert Tau in der Morgensonne.

2 Chräzerenpass Im Nu hat man den Chräzerenpass erreicht. Die Teerstrasse führt aus dem Wald hinaus auf offenes Wiesland. In einem grossen Bogen umrundet man eine weitläufige Senke. Der Weg zum Ofenloch zweigt von der Strasse ab – doch am Wegweiser ist dies nicht angeschrieben. Stattdessen dem Flurnamen «Neuwald» folgen. Die Umgebung wechselt nun schlagartig. Rechts des Weges erhebt sich alsbald eine mächtige Felswand aus dem für die Region typischen Nagelfluhgestein. Im wilden Tal sind die Pflanzen noch etwas grüner und saftiger als andernorts. Man gelangt immer wieder zu verschiedene kleinen Wasserfällen. Der Wald ist rau, viel Totholz liegt herum, aus dem Pilze wachsen. Die Bäume, deren Wurzeln meterhohe Flanken umschliessen, wirken sonderbar und mystisch. Wer seiner Fantasie freien Lauf lässt, wird Schlangen, Zwerge oder Schildkröten erkennen können. Nach diesem Intermezzo wechselt die Landschaft erneut. Eine lauschige Magerwiese breitet sich aus. Grillen zirpen und Hunderte Grashüpfer springen in alle Richtungen weg. Ein guter Ort für eine erste Rast.

3 Ofenloch Nun geht es abwärts. Das Rauschen des Bachs kommt näher. Im breiten Bachbett fliesst nur wenig Wasser. Mit einem Sprung ist der Wasserlauf überquert. Es ist merklich kühler im Talkessel als noch kurz zuvor auf der besonnten Wiese. Nach und nach erkennt man, wie tief der Einschnitt ist und wie nah man am Abgrund vorbeiläuft. Das ist nichts für schwache Nerven. Durch das Gehölz erkennt man die gegenüberliegende Talseite, wo sich eine grosse linsenförmige Höhle auftut. Der Weg verläuft hinter einem malerischen Wasserfall, von dem man einige Spritzer abbekommt. Eine wohltuende Erfrischung. Langsam steigt der Weg wieder empor, die Bäume geben immer wieder den Blick frei in das zerklüftete Tal, das schon als Grand Canyon des Alpsteins bezeichnet wurde.

4 Hinderfallenchopf Man lässt das Tal hinter sich. Vorbei an der Alp Ellbogen erklimmt man nun den Hinderfallenchopf, den höchsten Punkt der Wanderung. Der Anstieg ist ruppig, doch schon auf halber Höhe öffnet sich der Blick ins Toggenburg. In die andere Richtung thront der Säntis majestätisch über der Kulisse, zu der sich nach und nach die Churfirsten dazugesellen. Oben auf 1531 Meter über Meer angekommen bietet sich ein grandioser Rundumblick. Zudem lädt eine inoffizielle Feuerstelle zum Bräteln ein. Das dafür nötige Holz lässt sich gut auf dem letzten Abschnitt bis zum Gipfelplateau einsammeln.

5 Feissenmoos Über einen Bergrücken geht es bergab. Schmetterlinge steuern Blumen an und verharren kurz. Auf der ganzen Wanderung veranschaulichen Felswände und Hügelzüge immer wieder, wie sich das Sedimentgestein über Jahrtausende zum Alpstein aufgefaltet hat.

6 Ennetbühl Es folgt ein lockeres auf und ab, bevor es im Zickzack hinunter ins Tal und nach Ennetbühl geht. Unterwegs kann man an zahlreichen Brunnen seine Wasserflasche auffüllen oder unten im Dorf einkehren, während man auf das Postauto wartet. Dieses fährt jede Stunde zurück zum Ausgangspunkt auf der Passhöhe.

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