Wandertipp: Auf den Spuren der Gämsen

Wenn die Schneeschmelze einsetzt, sind auf der «Chli Schwägalp» mit etwas Glück und einem Fernglas oft Gämsen zu beobachten.

Text und Bilder: Sandro Büchler
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Der Säntis thront über allem.
26 Bilder
Erst geht es zur Siebenhütten.
Bei diesem Wegweiser Richtung Chammhalde aufwärts.
Blick zurück Richtung Schwägalp.
Blick zum Kronberg.
Abzweiger zur Chammhaldenhütte.
Panoramablick
Öffnungszeiten der Chammhaldenhütte: Die Beiz ist aber A erst geöffnet, wenn der Schnee weg ist, und B, wenn Corona durchgestanden ist.
Auf der Chammhalden hatte noch Schneefelder. Bald schon spriessen hier die Blumen.
Im Wald liegt zwar auch noch Schnee, aber zahlreiche Fussspuren zeigen den Weg.
Von unten rechts nach links oben führt der Weg.
An manchen Stellen ist der Weg vom Schmelzwasser aufgeweicht - und zugegebenermassen etwas dreckig.
Schutzenälpli: Hat hier Wes Anderson seine Finger im Spiel?
Blick Richtung Osten.
Vom Langälpli geht der Weg links weg, entlang der Höhenkurve.
Kot von Gämsen.
Immer wieder der Blick zurück gen Säntis.
Dieses Wegstück kennen nur die wenigsten.
Die Winterstürme haben sichtbare Schäden hinterlassen.
Der Ostschweizer Hausberg in seiner ganzen Pracht.
Oberhalb der Alp Riglen.
Hier muss man sich entscheiden: Wer zum Auto zurück will, biegt links ab und folgt der alten Schwägalpstrasse wieder nach oben – so wird die Wanderung zur Rundtour. Nach rechts führt das Bergsträsschen, das im Winter als Schlittelpiste präpariert ist, ins Tal.
Heureka! Gämsen. Insgesamt elf Gämsen sind auf diesem Bild zu sehen. Wer findet sie alle?
Der letzte Abschnitt der Wanderung hinunter zur Steinflue.
Ein letzter Blick zurück.

Der Säntis thront über allem.

Bilder: Sandro Büchler

Hinweis: Dieser Wandertipp entstand, bevor der Bundesrat zum Schutz vor dem Coronavirus die «ausserordentliche Lage» erklärte. Die Innerrhoder Behörden bitten, auf Wanderungen im Alpstein bis auf weiteres zu verzichten. Die Bevölkerung wird eindringlich gebeten, der Empfehlung des Bundesrats zu folgen und zu Hause zu bleiben. Für einen Spaziergang an der frischen Luft empfiehlt sich die unmittelbare Umgebung des eigenen Wohnorts. Der Betrieb der Postautolinie Urnäsch-Schwägalp ist aktuell eingestellt.

Die Wanderung im Überblick

Start: Schwägalp Seilbahn
Ziel: Steinflue
Strecke: 7,5 Kilometer
Wanderzeit: 2 Stunden 30 Minuten
Aufstieg: 201 Meter
Abstieg: 561 Meter
Ausrüstung: Winterstiefel oder Wanderschuhe, Proviant, Fernglas. Nicht für Kinderwagen geeignet.
Gaststätten: Restaurant Schwägalp, Mo–So 7–23 Uhr; Chammhaldenhütte, Sa+So plus Herbstferien durchgehend, bei schlechtem Wetter auf Anfrage 079 350 53 76.
Parkplätze: Schwägalp, Steinflue
Öffentlicher Verkehr: Schwägalp Säntis Schwebebahn, Steinfluh Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000, Blatt 1115 Säntis und 1114 Nesslau.

1 Schwägalp Majestätisch ist die Nordwand des Säntis stets von neuem. Selbst jetzt, da sich zwar langsam das Ende des Winters abzeichnet und der Schnee schmilzt, lässt der Gedanke erschaudern, mit welch ungeheurer Kraft vor einem Jahr die Lawine auf die Schwägalp niederdonnerte. Start ist beim Parkplatz. Erst geht es zur Siebenhütten. Von da zweigt der Weg ab, hinauf zur Chammhalden.

2 Chammhaldenhütte Bald schon ist der höchste Punkt der Wanderung erklommen. Die Chammhaldenhütte liegt auf 1396 Meter über Meer. Es geht Richtung Norden, an der Berghütte vorbei. Hinter ihr überquert man die Kantonsgrenze: vom Appenzell Ausserrhoden ins Innerrhoden. Das Hochmoor im Anschluss ist zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis. Durch das Gebiet führt im Winter eine Schneeschuhroute, die mit Bändern an den Bäumen signalisiert ist. Gleichzeitig zeigen die gelben Wanderwegzeichen, wo im Frühling, wenn die Krokusse hier wie Pilze aus dem Boden schiessen, der Weg durch die ursprüngliche Natur hindurchführt.

3 Nosshalden Aus dem Wald hinaus, blickt man zum Kronberg hoch. Der vom Schmelzwasser aufgeweichte Weg führt in einem Bogen um das Schutzenälpli herum. Jedoch lohnen sich die paar Schritte zur Hütte auf der Krete, denn von dort eröffnet sich der Blick auch in östlicher Richtung. Beim Langälpli folgen die meisten dem Weg hinauf zum Kronberg. Den Weg, der links abzweigt und der Höhenkurve folgt, kennen nur die wenigsten. Kurz vor der Alp Nosshalden überquert man die Kantonsgrenze erneut und ist wieder im Ausserrhoden. Der Abschnitt gehört zu einem Jagdbanngebiet und ist ein bekanntes Rückzugsgebiet von Gämsen. Ihre Anwesenheit verraten Kotspuren. Zudem kreuzen im Sulzschnee einer Waldlichtung frische Gämsspuren den Weg des Wanderers. Das Waldstück am Südhang des Kronbergs ist aber auch das natürliche Habitat der grössten Vogelart Europas: dem Auerhuhn.

4 Riglen Der schwarz-braune Vogel ist rar, aber den Südhängen im Alpsteingebiet noch heimisch. Der Hahn ist auffällig mit einem metallisch glänzenden grünen Brustschild und einem markanten roten Strich über den Augen. Er erreicht ein Gewicht von vier bis fünf Kilogramm, die weniger auffällige Henne bloss die Hälfte. Während der Balz, die von März bis Anfang Juni dauert, verhält sich der sonst sehr scheue Auerhahn jedoch unvorsichtig, teils sogar aggressiv. Kein Wunder ist dieser völlig aufgedreht, denn während der Paarungszeit ist sein Testosteronspiegel bis zu hundert Mal höher als normal. Es geht nun stetig hinab. Bei der Alphütte Riglen muss man sich entscheiden: Wer zum Auto zurück will, biegt links ab und folgt der alten Schwägalpstrasse wieder nach oben – so wird die Wanderung zur Rundtour. Nach rechts führt das Bergsträsschen, das im Winter als Schlittelpiste präpariert ist, ins Tal.

5 Steinflue Immer wieder fällt der Blick rechts den Hang hinauf. Die Schneedecke auf der Chli Schwägalp, wie der Hügelzug heisst, hat schon grosse Löcher. Und siehe da, heureka! Oben am Kamm sind sechs Gämsen auszumachen. Sie weiden an den schneefreien Stellen. Doch noch Glück gehabt und Gämsen beobachtet. Zufrieden darüber geht es hinunter zur Steinflue.

Hier gibt es das PDF zum Herunterladen.

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