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Interview

«Beim Urban Golf sind Kleider egal»: Am Wochenende wird in Waldkirch in der Kiesgrube Golf gespielt

Am Sonntag messen sich in Waldkirch die Golfspieler nicht nur auf dem Rasen, sondern auch in der Kiesgrube.
Interview: Perrine Woodtli
Urban Golf geht fast überall. Beispielsweise in einer Garage, wo Didi Keller (rechts) einen Anlass durchführt. (Bild: PD)

Urban Golf geht fast überall. Beispielsweise in einer Garage, wo Didi Keller (rechts) einen Anlass durchführt. (Bild: PD)

Ein perfekt geschnittener Rasen, edle Sportkleider und eine weitläufige, gepflegte Anlage: Viele dürften dieses Bild vor den Augen haben, wenn sie an Golf denken. Golf gespielt wird auch in Waldkirch. Am Sonntag findet dort im Golfpark ein Turnier statt. Eins der anderen Art. Denn dieses Mal sind Urban Golfer zu Gast.

Anders als beim traditionellen Golf kann Urban Golf fast überall gespielt werden; auf einem Acker, in der Stadt, im Park oder wie am Sonntag in einer Kiesgrube. Gezielt wird nicht auf Löcher, sondern auf markierte Elemente wie etwa Eimer oder Bäume. Mitorganisator Didi Keller betreibt die Randsportart bereits seit über 20 Jahren. Mit dem Turnier will der 38-jährige Frauenfelder die verschiedenen Golfszenen näher aneinanderrücken.

Golf spielen mitten in einer Kiesgrube und auf Eimer oder Felsblöcke zielen. Warum macht man so etwas?

Didi Keller: Warum nicht? Urban Golf ist einfach eine etwas andere Sportart, eine Herausforderung. Es ist zudem eine super Alternative für Leute, die sich den Sport sonst nicht leisten könnten. Golf ist eher teuer.

Abgesehen vom Terrain: Inwiefern unterscheidet sich Urban Golf vom klassischen Golf? Gibt es Regeln?

Beim Urban Golf gibt es beispielsweise kein Handicap. Jeder kann spielen. Regeln gibt es aber auch bei uns. Allerdings nicht so viele und nicht so strikte. Die wichtigste Regel: Safety First. Anders als normale Golfer sind sich Urban Golfer gewohnt, dass sie nicht immer allein sind, wenn sie spielen, beispielsweise im Park. Da muss man schon aufpassen, dass man keinen Passanten abschiesst. Darum verwenden wir alle auch einen anderen Golfball.

Was für einen?

Er ist weicher. So können keine Scheiben oder Autos kaputtgehen oder Leute verletzt werden. Er fliegt zudem nicht gleich weit wie ein normaler Golfball.

Beim Urban Golf gibt es wahrscheinlich auch keine Kleiderordnung.

Nein, Kleider sind egal. Jeder kann kommen, wie er will. Auch das macht den Reiz von Urban Golf aus: Es darf farbig und ausgefallen sein.

Das Turnier in Waldkirch besteht aus zwei Teilen. Am Morgen wird auf der Golfanlage gespielt, am Nachmittag in der Kiesgrube. Wieso?

Der Anlass richtet sich an normale Golfspieler und an Urban Golfer. Alle Spieler treten in beiden Kategorien an und es gibt eine Gesamtwertung. Wir wollen so die verschiedenen Golfer zusammenbringen. Ich denke, das wird sicher spannend für beide Seiten sein. Die Urban Golfer dürfen ausnahmsweise auf einer Golfanlage spielen, obwohl sie kein Handicap haben.

Was halten die klassischen Golfer von der alternativen Variante?

Die einen mögen es, andere nicht. Urban Golf hat in den letzten Jahren immer mehr Anerkennungen gewonnen. Vor 20 Jahren aber haben uns die Golfspieler noch mit ganz anderen Augen angeschaut. Ich finde es schön, wie offen der Golfpark Waldkirch ist und dieses gemeinsame Turnier ermöglicht.

Sie wurden schon als Urban Golfer der ersten Stunde beschrieben. Wie sind Sie zu dieser speziellen Sportart gekommen?

Ich wollte vor 20 Jahren unbedingt Golfen lernen. Ich konnte es mir aber nicht leisten und hatte auch keine reichen Eltern. Wie der Zufall es wollte, entdeckte ich dann in einer Brockenstube ein Golfset. Meine Freunde und ich brachten uns das Golfen selber auf einem Ackerfeld bei. Wir fanden heraus, dass wir nicht die einzigen auf der Welt sind, die so Golf spielen, und kontaktierten andere Urban Golfer. 2000 gründeten wir dann den ersten Urban Golf Club in der Schweiz.

Abschlag vom Autodach

Am Sonntag organisiert der Golfpark Waldkirch gemeinsam mit dem Urban Golfer Didi Keller und seinem Team Golfsession ein Golfturnier. Ab 10 Uhr spielen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zuerst eine traditionelle 9-Loch-Runde auf dem Golfplatz. Ab 14 Uhr wird in der benachbarten Kiesgrube Ronwil gespielt. Dort stehen neun Urban-Golf-Bahnen bereit. Als Höhepunkt künden die Veranstalter den Abschlag von einem Autodach an. Zuschauer sind gemäss Mitteilung willkommen. Es sei aber Vorsicht geboten wegen der herumfliegenden Golfbälle. Um 17 Uhr findet die Preisverleihung statt. (woo)

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