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Wahlkampf in Rorschach: Jetzt kommt der Anti-Müller – was Beat Looser alles anders machen würde als der abtretende Stadtpräsident

Auf den letzten Drücker hat sich für die Stadtpräsidiums-Ersatzwahlen ein weiterer Kandidat gemeldet: Der Rorschacher Beat Looser will so ziemlich alles anders machen als der amtierende Stadtpräsident.
Martin Rechsteiner
Unter anderem, weil es ihm am See gefällt, ist Beat Looser nach Rorschach gezogen. (Bild: Martin Rechsteiner)

Unter anderem, weil es ihm am See gefällt, ist Beat Looser nach Rorschach gezogen. (Bild: Martin Rechsteiner)

«Das hat Spass gemacht», sagt Beat Looser mit einem Lächeln. Eine halbe Stunde vor Ablauf der Frist hat er am Montag bei der Stadtkanzlei seine Kandidatur für die Stadtpräsidiums-Ersatzwahlen in Rorschach eingereicht. Aus dem Zweikampf ist nun ein Dreikampf geworden. Nebst Guido Etterlin (SP) und Röbi Raths (FDP) steht im Rennen nun auch noch er, Beat Looser, der Wert darauf legt, dass man ihn als parteifrei bezeichnet und nicht als parteilos.

Seine Kandidatur sei hingegen alles andere als ein Spass, betont der Rorschacher. Er spricht in hohem Tempo, im Gesicht meist ein zufriedenes Lächeln. Selbst dann, wenn er Themen anschneidet, die ihm «gegen den Strich gehen.» Da wäre etwa das Gehalt des jetzigen Stadtpräsidenten Thomas Müller. Müller selbst bezifferte es einst auf genau 209'608 Franken. Looser sagt:

«Egal ob ich gewählt werde oder nicht, werde ich mich dafür einsetzen, dass der Lohn des Stadtpräsidenten um mindestens einen Viertel gekürzt wird.»

«Ein viel zu teures Loch»

Auch sonst will Looser einiges anders machen als der amtierende Stapi. «Den A1-Zubringer braucht die Hafenstadt nicht. Der bringt uns nur mehr Verkehr und weniger Sicherheit.» Und die Strassenunterführung am Stadtbahnhof sei ein «viel zu teures Loch». Der 50-Jährige befürwortet hingegen die durchgehende SBB-Doppelspur, sie müsse unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Anwohner gebaut werden.

Den Gang Rorschachs vors Bundesgericht im Sozialhilfestreit mit der Stadt St. Gallen würde Looser sofort abbrechen, da die Erfolgsaussichten schlecht seien und Gerichtskosten drohen.

Arbeit mit jungen Menschen

Doch wer ist der Mann, der, einmal im Amt, so vieles anders machen will als sein Vorgänger? In Rorschach jedenfalls kennt man Beat Looser bis jetzt kaum. Seit knapp vier Jahren wohnt er in der Hafenstadt. Aufgewachsen ist er in Wattwil. Er hat die Matura absolviert, in Zürich ein Jus-Studium begonnen, wechselte dann aber an die Pädagogische Hochschule St. Gallen, um die Ausbildung zum Sekundarlehrer zu absolvieren.

Zugunsten eines Jobs als Jugendtreffleiter im Kanton Zürich gab er diese jedoch auf. Später arbeitete er als Sozialpädagoge, Versicherungsvertreter, Sekundarlehreraushilfe und in einem Callcenter. Der Wunsch, als Lehrer zu arbeiten, brachte Looser vergangenen Sommer an die PH Rorschach. Er brach ab, derzeit macht er sich mit einer Beratungsstelle für Mobbingfälle selbständig.

Keine Plakate, keine Videos

In Wattwil amtete Looser als GPK-Mitglied des Schulrats. Er kandidierte in den Neunzigerjahren drei Mal für den Nationalrat – einmal im Kanton St. Gallen und zwei Mal in Zürich, nie als Mitglied einer bekannten Partei.

Die Rorschacher Kandidatur nehme er motiviert in Angriff, wie er sagt. Wahlplakate will Looser keine Aufstellen.

«Es wird eine Facebook-Seite geben.»

Hauptsächlich setze er auf Mund-zu-Mund-Propaganda. «Ich werde alle möglichen Veranstaltungen besuchen, viel auf der Strasse unterwegs sein und mit den Bürgern sprechen."

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