Wahlen
Vakanz im Rorschacher Stadtrat: Reto Kaelli soll es für die FDP richten und den Sitz von Ronnie Ambauen verteidigen

Der 54-jährige IT-Unternehmer und Schulrat Reto Kaelli ist von der FDP Rorschach einstimmig als Stadtratskandidat nominiert worden. Die Ersatzwahl findet am 13. Juni statt. Ende Monat läuft die Meldefrist ab. Bis jetzt ist der Freisinnige der einzige Kandidat.

Daniel Wirth
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Reto Kaelli will in den Stadtrat.

Reto Kaelli will in den Stadtrat.

PD

Seit Ronnie Ambauen (FDP) seinen Rücktritt aus dem Stadtrat Rorschach bekanntgegeben hat, sind gut zweieinhalb Monate vergangen. Der 43-jährige Architekt ist seit Anfang dieses Jahrs Leiter Bau- und Stadtentwicklung und konnte deswegen nach seiner Wiederwahl in die Exekutive sein Amt für die Legislatur 2021-2024 nicht antreten.

Im Stadtrat gibt es eine Vakanz. Dennoch: Es war ruhig in der Hafenstadt; die Ersatzwahl die am 13. Juni stattfindet, war kein Thema, zumindest keines, das in der Öffentlichkeit diskutiert wurde – wie auch?

Corona legt alles lahm. Fast alles. Der Parteivorstand der FDP mit Vizepräsident Ronnie Ambauen hat still und leise einen Kandidaten für die Ersatzwahl auf den Schild gehoben und diesen den Mitgliedern der Ortspartei auf dem schriftlichen Weg zur Nomination vorgeschlagen.

Nomination Kaellis geschieht ohne Gegenstimme

Die Mitglieder hatten bis Montagabend Zeit, ihre Stimme abzugeben. Das Resultat: Sie nominierten einstimmig den IT-Unternehmer Reto Kaelli als Stadtratskandidaten. Er ist 54 Jahre alt und in der Region Rorschach, in Goldach, aufgewachsen. Kaelli ist geschieden und Vater zweier erwachsener Kinder. Er ist bekannt in der 9500-Seelen-Hafenstadt.

Seit 2013 ist er Mitglied des Schulrats, seit Anfang dieses Jahrs Vizepräsident des Gremiums. Von 2012 bis 2017 präsidierte Kaelli das Stadtfestorganisationskomitee. Und das Gründungsmitglied der Clique «Die (R)an(d)ständigen» ist seit zwei Jahren Organisator der Rorschacher Cliquenfasnacht. Jetzt möchte sich Kaelli stadt- und regionalpolitisch für Rorschach engagieren, wie er sagt. «Mit Herzblut.»

Er fühle sich in der schmucken Hafenstadt verankert, sagt er. Nach diversen Gesprächen mit Exponenten aus der Lokalpolitik und der Wirtschaft habe er sich für eine Stadtratskandidatur entschieden.

Bis jetzt die einzige Kandidatur

Die Ersatzwahl findet am 13. Juni statt; ein allfälliger zweiter Wahlgang am 26. September. Die Parteien haben bis Ende Februar Zeit, der Stadtkanzlei offizielle Kandidaturen zu melden. Ob Kaelli noch Konkurrenz erwächst, ist offen. Gegenwärtig setzt sich der Stadtrat folgendermassen zusammen: Stadtpräsident Robert Raths (FDP), Schulratspräsident Guido Etterlin (SP), Stadträtin Ariane Thür Wenger (SP) und Stadtrat Stefan Meier (CVP).

Nicht mehr im Rorschacher Stadtrat vertreten ist seit Ende 2019, seit dem Rücktritt von Stadtpräsident Thomas Müller, die SVP. Dass die SP zur Ersatzwahl antreten wird, ist höchst unwahrscheinlich; die Sozialdemokraten haben zwei Sitze. Anders sieht es bei der CVP und bei der SVP aus. Ob die beiden bürgerlichen Parteien antreten? Das wird sich in den nächsten Tagen und Wochen entscheiden.

FDP-Kandidat wäre auf Kampfwahl vorbereitet

Reto Kaelli sagt, er sei auf eine Kampfwahl vorbereitet. Er habe zu keinem Zeitpunkt damit gerechnet, einfach durchzumarschieren. Würde er gewählt, legte er sein Mandat als Schulrat freilich ab. Während das Stadtpräsidium ein Vollamt und das Schulpräsidium ein Hauptamt sind, gelten die anderen Exekutiv als Nebenamt.

FDP-Kandidat Reto Kaelli sagt, er könnte Beruf und Politik gut miteinander vereinbaren. Er würde im Unternehmen, einem KMU mit rund 60 Mitarbeitenden, an dem der Freisinnige beteiligt ist, das Arbeitspensum reduzieren.