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Wahl in Wittenbach: Näf und Gröble legen Blitzstart hin

Wie erwartet konnte kein Kandidat das Rennen um das Wittenbacher Gemeindepräsidium auf Anhieb für sich entscheiden. Unerwartet ist die Rangfolge: Der Politikanfänger und der Auswärtige triumphieren.
Noemi Heule
Oliver Gröble (parteilos) erreichte im ersten Wahlgang nur 27 Stimmen weniger als Norbert Näf (CVP). Abgeschlagen auf dem dritten Platz landete FDP-Kandidat Georges Gladig (von links).

Oliver Gröble (parteilos) erreichte im ersten Wahlgang nur 27 Stimmen weniger als Norbert Näf (CVP). Abgeschlagen auf dem dritten Platz landete FDP-Kandidat Georges Gladig (von links).

Der Dreikampf in Wittenbach endet vorerst mit zwei Siegern und einer Überraschung. 2766 Wittenbacherinnen und Wittenbacher, oder knapp 47 Prozent der Stimmberechtigten, machten gestern von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Das absolute Mehr von 1366 blieb unerreicht; es kommt zum zweiten Wahlgang Ende November.

Etappensieger nach dem ersten Wahlgang ist CVP-Kandidat Norbert Näf mit 1041 Stimmen. Mit nur 27 Stimmen weniger folgt Oliver Gröble dicht dahinter. Der parteilose Politikneuling mauserte sich überraschend vom Aussenseiter zu einem ernsthaften Anwärter auf das Amt des Gemeindepräsidenten. Abgeschlagen auf dem dritten Platz landete FDP-Kandidat Georges Gladig. Er konnte nur 652 Stimmen für sich gewinnen.

Unabhängigkeit um jeden Preis

Die Niederlage Gladigs ist eine Niederlage für die FDP. Enttäuscht zeigt sich denn auch Adrian Schumacher, Präsident der Ortspartei. «Offensichtlich traut man einem 61-Jährigen das Amt des Gemeindepräsidenten nicht zu», sagt er. Statt über positive Eigenschaften, seine Erfahrung oder sein Leistungsausweis, sei Georges Gladig primär über das Alter wahrgenommen worden. Enttäuscht ist auch Gladig selbst und gibt sich für einmal wortkarg: «In der Politik ist es wie beim Sport», sagt der Präsident der Swiss Baseball Federation, «man muss mit der Analyse nicht gleich nach dem Spiel aufwarten». Offen lässt er auch, ob er nochmals antritt. Mitte Woche trifft sich die FDP zur Lageeinschätzung. Dann soll der Entscheid fallen.

Für Oliver Gröble ist klar: Er tritt nochmals an. Dass er als Newcomer gleich 37 Prozent der Stimmen machte, sei ein «Wahnsinnsresultat». Der Standortförderer wollte um jeden Preis unabhängig bleiben, ohne Partei im Rücken, ohne Spendengelder. Dass er keinem der grossen politischen Lager FDP oder CVP angehört, kam bei vielen Wittenbachern gut an. Auch zum jetzigen Zeitpunkt hält sich Gröble mit politischen Äusserungen zurück und will sich nicht auf «Pauschalaussagen» einlassen.

"Ein Ansportn, weiterhin Vollgas zu geben"

Im Gegensatz zu seinen beiden Konkurrenten war Oliver Gröble nicht von der Findungskommission aufgestellt worden. Zum ersten Mal in der Geschichte Wittenbachs hatten sich SP, SVP, FDP und CVP zusammengetan und gemeinsam nach einer möglichen Nachfolge für Fredi Widmer gesucht. Ursula Surber, Mitglied der Kommission und Präsidentin der SP Ortspartei, spricht von einem gesellschaftlichen Trend. «Statt einem Programm reicht das Etikett parteilos, um die Leute zu überzeugen.» Die SP hatte Georges Gladig zur Wahl empfohlen, während sich die SVP für Norbert Näf aussprach.

Letzterer sieht sich nach dem ersten Wahlgang bestätigt. «Das Resultat ist ein Ansporn, weiterhin Vollgas zu geben», sagt er. Der Auswärtige konnte die beiden Einheimischen auf Anhieb überflügeln. Das liess er sich auch einiges kosten. Mit 36000 Franken gab der Unteregger Gemeindeschreiber für den Wahlkampf ein Vielfaches davon aus, was seine Konkurrenten aufwendeten.

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