Wahlen
In Rorschach kommt es überraschend zu Kampfwahlen in den Stadtrat: Die CVP greift die FDP mit Giuseppa Guerreri an

Der Vorstand der CVP Rorschach hat die 46-jährige Giuseppa Guerreri als Stadtratskandidatin portiert. Ihre Nomination erfolgt wegen der Coronapandemie schriftlich, scheint aber reine Formsache zu sein.

Daniel Wirth
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Die 46-jährige Giuseppa Guerreri politisiert seit 2016 im Schulrat. Sie wurde 2020 mit dem besten Resultat aller Kandidierenden wiedergewählt.

Die 46-jährige Giuseppa Guerreri politisiert seit 2016 im Schulrat. Sie wurde 2020 mit dem besten Resultat aller Kandidierenden wiedergewählt.

Michele Thuer-Federer

Die Suche nach einer Kandidatin oder einem Kandidaten sei wegen der Coronapandemie nicht leicht gewesen, teilt die CVP Rorschach am Montag in einem Communiqué mit. Der Parteivorstand habe mit verschiedenen Personen Gespräche geführt über eine mögliche Kandidatur. Überzeugt habe schliesslich Giuseppa Guerreri. Sie wurde den Mitgliedern einstimmig zur Nomination vorgeschlagen.

Seit 2016 im Schulrat

Die 46-jährige Erwachsenenbildnerin ist verheiratet und Mutter zweier Kinder. Sie bringt gemäss ihrer Partei alles mit, was es für das Amt als Stadträtin braucht. Seit vier Jahren ist Guerreri im Schulrat und wurde im Herbst 2020 mit dem besten Resultat aller Kandidierenden wiedergewählt. Sie holte 1046 Stimmen; das sind 167 Stimmen mehr als Reto Kaelli auf sich vereinte. Kaelli sitzt für die FDP im Schulrat und kandidiert nun als Nachfolger von Ronnie Ambauen (FDP) ebenfalls für den Stadtrat.

Im CVP-Communiqué heisst es, Guerreri wolle zusammen mit dem Stadtrat die kontinuierliche Entwicklung der Hafenstadt weiterführen.

Im fünfköpfigen Rorschacher Stadtrat besteht seit Anfang dieser Legislatur eine Vakanz. FDP-Stadtrat Ronnie Ambauen trat Ende 2020 zurück, weil er seit Anfang dieses Jahres Bau- und Stadtentwickler ist.

Das wird kein Spaziergang für die FDP

Die FDP gab vergangene Woche bekannt, den freien Sitz mit dem 54-jährigen Wirtschaftsinformatiker und Unternehmer Reto Kaelli verteidigen zu wollen. CVP-Präsidentin Ruth Belz sagte vergangene Woche, die Christlichdemokraten prüften zwar eine Kandidatur, aber es sei offen, ob sie anträten oder nicht. Es sah aus, als bliebe Kaelli ohne Konkurrenz.

Reto Kaelli kandidiert für die FDP.

Reto Kaelli kandidiert für die FDP.

Michael Huwiler

Die SVP, die seit dem Rücktritt von Stadtpräsident Thomas Müller Ende 2019 nicht mehr im Stadtrat vertreten ist, hat niemanden, der kandidiert, wie Kreisparteipräsidentin Sabina Revoli sagt. Die SP, die mit Schulratspräsident Guido Etterlin und mit Ariane Thür Wenger in der städtischen Exekutive vertreten ist, verzichtet auf eine Kandidatur.

Die FDP ist heute mit Stadtpräsident Robert Raths im Stadtrat vertreten, die CVP mit Stefan Meier. Die Ersatzwahl findet am 13. Juni statt. Offizielle Kandidatinnen und Kandidaten können bis 26. Februar der Stadtkanzlei gemeldet werden. Ein allfälliger zweiter Wahlgang wäre am 26. September.