Wahlen in den Kantonsrat: SP will im Wahlkreis St.Gallen-Gossau zwei zusätzliche Sitze erobern

Im Wahlkreis St.Gallen-Gossau steigt die SP mit einer Frauen- und einer Männerliste in den Kantonsratswahlkampf. Insgesamt präsentiert die SP für die Parlamentswahlen vom 8. März 29 Kandidatinnen und 29 Kandidaten. Darunter sind Stadträtin Maria Pappa und Stadtrat Peter Jans sowie Vertreterinnen und Vertreter der Klimajugend.

Reto Voneschen
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Die SP-Kreispartei St.Gallen-Gossau schickt am 8. März 2020 29 Frauen und 29 Männer auf zwei Listen ins Rennen um Kantonsratssitze. (Bild: Reto Voneschen - 14. November 2019)

Die SP-Kreispartei St.Gallen-Gossau schickt am 8. März 2020 29 Frauen und 29 Männer auf zwei Listen ins Rennen um Kantonsratssitze. (Bild: Reto Voneschen - 14. November 2019)

Die SP hat bei den Nationalratswahlen vom 20. Oktober auch im Wahlkreis St.Gallen-Gossau Stimmanteil verloren. An der Nominationsversammlung für die Kantonsratswahlen war das am Donnerstagabend aber kein Thema. Wer die Frauen- und die Männerliste für den 8. März 2020 mit den 58 Kandidaturen begutachtet, stellt aber unschwer fest, dass das SP-Wahlkampfteam seine Hausaufgaben gemacht hat.

Signale an die Frauen und an die Klimabewegung

Im Jahr des grossen Frauenstreiks ist eine separate Frauenliste für die Kantonsratswahlen ein klares Signal. Das kam an der Nominationsversammlung vom Donnerstag im Schulhaus St.Leonhard in St.Gallen auch so an: Der ehemalige Kantonalpräsident Hansueli Baumgartner gratulierte den Verantwortlichen ausdrücklich für den Mut zu diesem Schritt.

Auch die Platzierung der Klimaaktivistin Miriam Rizvi und des Klimaaktivisten Moritz Rohner, beide aus den Reihen der Juso und beide aus St.Gallen, unmittelbar hinter den erneut kandidierenden Bisherigen soll ein Bekenntnis sein. Die SP wolle zeigen, dass sie hinter den Forderungen des Klimastreiks stehe, sagte Wahlkampfleiter Peter Olibet. Es brauche mehr Exponenten der fürs Klima engagierten jungen Generation in der Politik.

Stimme der Stadt im Kantonsrat stärken

Hinter den Bisherigen und den Klimabewegten hat die SP auf jeder ihrer Listen je ein Mitglied des St.Galler Stadtrats platziert. Das sind Maria Pappa und Peter Jans. Auch das soll ein Signal sein: Im Kantonsrat werde oft gegen die Interessen der Stadt entschieden, sagte Peter Olibet. Und von Thomas Scheitlin (FDP) und Sonja Lüthi (Grünliberale), den bisherigen Stadtratsmitgliedern im Kantonsrat, sei dazu kaum etwas zu hören.

Es brauche endlich ein pointiertes Gegengewicht aus der Stadt zu all den im Kantonsrat sitzenden Gemeindepräsidenten «vom Land», forderte Olibet. Bei dieser Platzierung dürfte die Tatsache nicht ungelegen kommen, dass Pappa und Jans in der Stadt allseits gut bekannt sind, also auch gute Chance haben, quer durchs politische Spektrum Stimmen abzuholen.

Eine rote Rose für jede Kandidatin und jeden Kandidaten. In den vorderen beiden Reihen sind im Bild zu erkennen Evelyne Angehrn, Stadträtin Maria Pappa, Gallus Hufenus, die bisherige SP-Kantonsrätin Susanne Schmid, Dan Hungerbühler, Stadtrat Peter Jans und Daniel Kehl, SP-Fraktionspräsident im Stadtparlament. Alle Genannten kommen aus der Stadt St.Gallen. (Bild: Reto Voneschen - 14. November 2019)

Eine rote Rose für jede Kandidatin und jeden Kandidaten. In den vorderen beiden Reihen sind im Bild zu erkennen Evelyne Angehrn, Stadträtin Maria Pappa, Gallus Hufenus, die bisherige SP-Kantonsrätin Susanne Schmid, Dan Hungerbühler, Stadtrat Peter Jans und Daniel Kehl, SP-Fraktionspräsident im Stadtparlament. Alle Genannten kommen aus der Stadt St.Gallen. (Bild: Reto Voneschen - 14. November 2019)

Hinter Pappa und Jans sind die übrigen Kandidierenden auf der Frauen- wie der Männerliste in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.

Nachteile für die Agglo-Vertreter und die Männer

Grosse Debatten über die Listenreihenfolge gab es an der Nominationsversammlung der SP-Kreispartei St.Gallen-Gossau für einmal nicht. Kantonsrat Karl Bürki (Gossau) kritisierte am Donnerstagabend allerdings namens des Parteivorstandes der SP Gossau/Arnegg, dass bei der gewählten Reihenfolge die wenigen neuen Kandidierende aus der Agglo benachteiligt würden.

In der Agglo werde gute Arbeit geleistet, hielt Peter Olibet dagegen. Er zweifle nicht daran, dass auch hier Exponentinnen und Exponenten den Sprung in den Kantonsrat schaffen würden. Und das mit dem Nachteil aus der gewählten Reihenfolge gelte beim derzeitigen Trend auch für alle kandidierenden Männer. Das sei der Preis, den man für die Gleichstellung zahlen müsse. Es sei aber eindeutig Zeit für mehr Frauen in der Politik, sagte Peter Olibet.

Ein ehrgeiziges Wahlziel: Zwei Sitze zusätzlich

Für die kantonalen Wahlen vom 8. März 2020 hat sich die SP- Kreispartei St.Gallen-Gossau ehrgeizige Ziele gesteckt. Bei den Regierungswahlen will sie möglichst viele Stimmen für die Verteidigung der beiden bisherigen Mandate beisteuern. Man habe als stärkster SP-Wahlkreis eine Verantwortung und eine Vorbildfunktion, sagte Präsident Florian Kobler (Gossau).

Bei den Kantonsratswahlen will die SP den nationalen Linksrutsch, der für Kobler mit ein Verdienst der jahrelangen, hartnäckigen SP-Politik ist, auch im Kanton Wirklichkeit werden lassen. Dafür strebt die Kreispartei St.Gallen-Gossau zu ihren sieben bisherigen zwei zusätzliche Sitze an. Dieses Ziel sei mit einem pointierten, engagiert geführten Wahlkampf sicher zu erreichen, sagte Kobler.

Steuern senken, um dann wieder zu sparen

An der Nominationsversammlung vom Donnerstagabend stellte sich Laura Bucher der Kreispartei St.Gallen-Gossau vor. Sie tat dies mit Erläuterungen zur Finanzpolitik, die im vergangenen Jahrzehnt vor allem aus Steuersenkungen und darauf folgende Sparprogrammen bestanden hätten.

Laura Bucher kommt aus St.Margrethen. Sie sitzt für die SP im Kantonsrat und amtiert dort unter anderem als Co-Präsidenten der Fraktion von SP und Grünen. (Bild: Regina Kühne - 17. September 2019)

Laura Bucher kommt aus St.Margrethen. Sie sitzt für die SP im Kantonsrat und amtiert dort unter anderem als Co-Präsidenten der Fraktion von SP und Grünen. (Bild: Regina Kühne - 17. September 2019) 

Bucher soll am 8. März 2020 den Sitz der zurücktretenden Heidi Hanselmann in der Kantonsregierung für die SP verteidigen. Sie und der erneut kandidierende bisherige Regierungsrat Fredy Fässler sollen am Freitag in der Militärkantine in St.Gallen von der Kantonalpartei für die Regierungswahlen nominiert werden.