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Wahl mit Nebengeräuschen: Mit Enthaltungen gegen Männerherrschaft bei der City Parking St.Gallen AG

Die Wahl der Vertretung der Stadt im Verwaltungsrat der City Parking AG wirbelt im Parlament meist keinen Staub auf. Gestern tat sie das: Linke Frauen protestierten gegen den rein männlichen Wahlvorschlag.
Reto Voneschen
Die City Parking AG betreibt in St.Gallen verschiedene Parkhäuser, darunter jenes hinter dem Hauptbahnhof. (Bild: Urs Bucher - 20. Oktober 2013)

Die City Parking AG betreibt in St.Gallen verschiedene Parkhäuser, darunter jenes hinter dem Hauptbahnhof. (Bild: Urs Bucher - 20. Oktober 2013)

Der Verwaltungsrat der City Parking AG besteht aus neun Mitgliedern. Drei davon werden von der Stadt ins Gremium delegiert. Die Amtszeit der bisherigen Verwaltungsräte endet mit der Generalversammlung. Darum musste auch die Stadt jetzt ihre Delegation mit Stadtrat Peter Jans, CVP-Stadtparlamentarier Roger Bechtiger und FDP-Stadtparlamentarier Benedikt van Spyk bestätigen.

Jans wurde dem Parlament dabei für eine weitere zweijährige Amtsdauer vom Stadtrat vorgeschlagen. Bechtiger und van Spyk wurden von ihren Fraktionen nominiert. Alle drei sitzen bisher schon im City-Parking-Verwaltungsrat.

Neun Männer und keine Frau im Verwaltungsrat

Die Bestätigungswahl verlief am Dienstagnachmittag im Stadtparlament nicht in den üblichen ruhigen Bahnen. Kritik kam von Frauen aus der SP/Juso/PFG-Fraktion. Andrea Scheck von den Juso kündigte an, dass es in ihrer Fraktion Enthaltungen geben werde.

Der Verwaltungsrat der City Parking AG sei ein reines Männergremium. Angesichts der anhaltenden Diskussionen über das Fehlen weiblicher Führungskräfte in der Wirtschaft sei das für eine AG, in der die Stadt die Mehrheit der Aktien halte, kein Zustand. Es sei nicht nachvollziehbar, wieso Stadt, CVP und FDP die Männerdominanz mit ihrem Vorschlag auch noch stützten.

Obwohl es fähige Frauen dafür gebe, sei es bei solchen Jobs typisch, dass die Männer unter sich bleiben wollten. Die Enthaltungen bei der Wahl der Abordnung in den Verwaltungsrat wollte Andrea Scheck als Wink an die City Parking AG verstanden wissen, die Situation zu verändern.

Frauenfreundliche Männer, keine Kampfkandidatur

Christian Neff (SVP) wies den «Rundumschlag» gegen die Männer zurück. Wenn man so argumentiere, vergesse man, dass es im Stadtparlament Männer gebe, die auch schon Frauen beruflich gefördert hätten.

Beat Weber (SP) fand es schade, dass man aus Protest zur Stimmenthaltung aufrufe, statt eine Kandidatin zu portieren. Es gebe sehr wohl Männer im Rat, die bereit seien, Frauen zu wählen. Er verstehe nicht, wieso man ihnen keine konkrete Alternative biete.

Keller und Kehl verteidigen «Spielregeln»

Felix Keller von der FDP wies Andrea Scheck darauf hin, dass «wir uns hier nicht an der Generalversammlung der City Parking AG befinden». Wenn sie dieser etwas zu sagen habe, könne sie sich eine Aktie kaufen und an der GV reden.

Keller wies auf die Spielregel hin, dass die Fraktionen am Anfang einer Legislatur ausjassen, wem welche Sitze in den Abordnungen «gehören», und dass die Fraktionen dann frei bestimmen, wen sie delegieren. SP/Juso/PFG-Fraktionspräsident Daniel Kehl wollte dieses ungeschriebene Gesetz ebenfalls nicht in Frage gestellt sehen.

Schliesslich wurden Peter Jans, Roger Bechtiger und Benedikt van Spyk wie beantragt in den City-Parking-Verwaltungsrat gewählt. Dies mit 39 Ja- und drei Nein-Stimmen sowie 17 Enthaltungen und vier Absenzen.

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