Kommentar
Wahl ins Wittenbacher Gemeindepräsidium: Sieger ist der Zweite

Auch wenn der CVPler Norbert Näf am meisten Stimmen holte; Mann der Stunde ist der Parteilose Oliver Gröble. Sein Erfolg ist eine Ohrfeige für die Ortsparteien.

Adrian Lemmenmeier
Merken
Drucken
Teilen
Adrian Lemmenmeier, Redaktor Gossau und Umgebung. (Bild: Urs Bucher)

Adrian Lemmenmeier, Redaktor Gossau und Umgebung. (Bild: Urs Bucher)

Klar, gewonnen hat diesen Wahlgang Norbert Näf. Doch der eigentliche Sieger trägt die Silbermedaille: Oliver Gröble katapultierte sich aus dem politischen Nichts auf den zweiten Rang, nur 27 Stimmen hinter Näf. Das muss den Ortsparteien zu denken geben.

CVP, FDP, SP und SVP hatten mit Norbert Näf und Georges Gladig zwei erfahrene Kandidaten vorgeschlagen. Oliver Gröble hingegen hat noch nie an einer Bürgerversammlung teilgenommen. Dass ihm nun so viele Wittenbacher das Gemeindepräsidium zutrauen, spricht für ihn – ist aber auch eine Absage an die von CVP und FDP dominierte Parteienlandschaft.

Die zweite Überraschung ist das schlechte Resultat Georges Gladigs. Dass seine 61 Lebensjahre einen Nachteil darstellten, war klar. Dass er seinen Heimbonus nicht in Stimmen ummünzen konnte, hingegen nicht.

Wie geht es weiter? Gladig wird nicht mehr antreten. FDP und SP täten gut daran, sich hinter den besser qualifizierten Kandidaten stellen. Und das ist eindeutig Norbert Näf. Dem CVPler deshalb den sicheren Sieg zu prophezeien, wäre nach der Überraschung vom Sonntag aber verfehlt.