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Glosse

Problempflanzen bei der Kaserne Neuchlen-Anschwilen: Die Armee hat endlich einen Feind gefunden

Beim Waffenplatz Herisau-Gossau breiten sich invasive Pflanzen aus. Nun geht das Verteidigungsdepartement gegen sie vor.
Michel Burtscher

Einfach haben sie es ja nicht bei der Armee. Da üben Tausende von Soldaten Jahr für Jahr den bewaffneten Kampf, robben durch den Schlamm und frieren sich beim Manipulieren am Sturmgewehr fast die Finger ab, wissen aber kaum je, von wem sie denn überhaupt bedroht werden, wieso sie das Ganze eigentlich machen. Doch die Rettung – oder in diesem Zusammenhang besser: der Feind – naht.

Das Jakobs-Kreuzkraut.

Das Jakobs-Kreuzkraut.

Das Verteidigungsdepartement schlägt Alarm, Schauplatz ist das Gebiet um den Waffenplatz Herisau-Gossau, zu dem die Kaserne Neuchlen-Anschwilen gehört. Es sind geräuschlose Gegner, von denen zurzeit eine akute Bedrohung ausgeht. Einige von ihnen sind fremd in diesem Land, für das ungeübte Auge aber doch nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Die Rede ist von der Nordamerikanischen Goldrute und dem Jakobs Greiskraut (siehe Bild), auch Jakobs Kreuzkraut genannt.

Eine Gefahr für die Tiere

«In den vielfältigen Wiesen des Waffenplatzes Herisau-Gossau gedeihen Pflanzenarten, die sowohl aus landwirtschaftlicher wie auch aus ökologischer Sicht unerwünscht sind», heisst es in einer Mitteilung der Armasuisse, dem Immobilienkompetenzzentrum des Verteidigungsdepartements. Die Problempflanzen würden sich dominant oder invasiv verhalten und bei grossen Beständen für ein Ungleichgewicht im Ökosystem sorgen. Als besonders heimtückisch gilt das Jakobs Greiskraut, denn die Pflanze ist giftig und damit auch eine Gefahr für Tiere.

Doch dieser Bedrohung stellt sich die Armee entgegen, ohne Furcht und ohne Rücksicht auf Verluste. Für den Schutz der Heimat ist sie ja immerhin da. «Es ist unumgänglich, dass dem Jakob Greiskraut zu Leibe gerückt wird», heisst es in der Mitteilung weiter. Zusammen mit den betroffenen Landwirten, dem Naturschutzverein St.Gallen und Umgebung sowie einem spezialisierten Unternehmen will das Waffenplatzpersonal dem schädlichen Kraut an die Wurzel gehen.

In «dieser Konstellation» sei künftig ein «messbarer Rückgang der Problempflanzenbestände» zu erwarten, schreibt Armasuisse. Schade für die Armee ist nur, dass das Sturmgewehr wenig nützt in diesem Kampf. Immerhin ist für einmal aber klar, wer der Feind ist, den es zu bekämpfen gilt.

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