Kommentar
Die Stadt St.Gallen präsentiert einen Bericht, wie das Stadtklima verbessert werden soll: Es ist vorerst nur ein handzahmer Papiertiger

Obwohl die Temperaturen momentan tief in den Minusbereich sacken: In einigen Monaten wird es wieder heiss. Hitzeperioden und Tropennächte werden auch in St.Gallen häufiger. Um sich an den Klimawandel anzupassen, muss der Stadtrat womöglich zur Keule greifen, schreibt Stadtredaktor Sandro Büchler.

Sandro Büchler
Sandro Büchler
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An einem Hitzetag wird es in der Innenstadt St.Gallens nachmittags um 16 Uhr über 32 Grad heiss, während es im Sittertobel und in den Wäldern deutlich kühler ist.

An einem Hitzetag wird es in der Innenstadt St.Gallens nachmittags um 16 Uhr über 32 Grad heiss, während es im Sittertobel und in den Wäldern deutlich kühler ist.

Bild: Stadt St.Gallen

«36 Grad und es wird noch heisser», singt die Deutschpop-Band 2Raumwohnung in ihrem Hit von 2007. Zwar steigt das Quecksilber in St.Gallen selten so hoch, aber auch in der Stadt nimmt die Zahl der Tropennächte zu. Asphaltierte Plätze und Strassenschluchten werden im Sommer zu Hitzeinseln, Schatten unter Bäumen ist begehrt, eine Abkühlung in den Drei Weieren an Tagen mit brütender Sonne so nötig wie angenehm.

Solche Hitzetage kommen wieder. Es sind unübersehbare Auswirkungen der Klimaerwärmung. Deshalb ist es absolut richtig, macht sich die Stadt Gedanken darüber, wie man der Hitze begegnen will.

Der Bericht zum Stadtklima ist eine schöne Übersicht, was möglich ist. Damit der Ideenstrauss auch umgesetzt wird, braucht es nun
Politik und Wirtschaft gleichermassen. Fruchtet der freiwillige Grundgedanke nicht, kann der Stadtrat auch die Keule auspacken. Denn sonst bleibt der Bericht zum Stadtklima bloss ein gut gemeinter, aber zahmer Papiertiger.