Vor 75 Jahren sind die Wagen der Rorschach-Heiden-Bahn entgleist: Viele Passagiere verletzten sich, sieben sogar schwer

Beim Auffahrunfall am 5. August 1945 klemmten sich mehrere Passagiere zwischen den Wagen ein. Noch heute sind die offenen Waggons aus dem Jahr 1875 eine Attraktion auf der Linie Rorschach-Heiden.

Peter Eggenberger
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Beim Auffahrunfall der Rorschach-Heiden-Bahn vor 75 Jahren wurden die offenen Wagen ineinander geschoben.

Beim Auffahrunfall der Rorschach-Heiden-Bahn vor 75 Jahren wurden die offenen Wagen ineinander geschoben.

Bild: PD

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Mai 1945 wagte man sich wieder an die Durchführung grösserer Festanlässe. So auch in Heiden, wo die Fahnenweihe der Bürgermusik am 5. August 1945 mit einem regionalen Musiktag verbunden wurde. Musikfreunde aus Rorschach und Umgebung benutzten die Bergbahn, um nach Heiden zu gelangen. Der um 14.57 Uhr in Heiden eintreffende Zug mit drei offenen Waggons fuhr im Bahnhofareal wegen einer falsch gestellten Weiche auf eine abgestellte Lokomotive auf.

Die voll besetzten Wagen schoben sich trotz geringer Geschwindigkeit ineinander und klemmten zahlreiche Passagiere ein. Sie konnten dank sofortiger Hilfe rasch aus ihrer misslichen Lage befreit werden. Allerdings forderte das Unglück nebst sieben schwer verletzten auch eine grössere Anzahl leicht verletzter Personen. Sie wurden ins nahe Spital überführt oder vor Ort ärztlich betreut.

Das beschädigte Rollmaterial wurde in der Folge repariert. Auch heute sind die aus dem Gründungsjahr 1875 stammenden offenen Waggons die grosse Attraktion der Rorschach-Heiden-Bahn.

Die offenen Wagen auf der Strecke Rorschach-Heiden sind bei Touristen beliebt.

Die offenen Wagen auf der Strecke Rorschach-Heiden sind bei Touristen beliebt.

Bild: PD

Weiterer Zwischenfall zwischen Rheineck und Walzenhausen

Auch die Rheineck-Walzenhausen-Bergbahn verzeichnete in ihrer 1896 beginnenden Geschichte einen schweren Zwischenfall. Am 1. Mai 1958 erlitt der um 13 Uhr talwärts fahrende Wagen der damaligen Standseilbahn wenig oberhalb der Kreuzungsstelle einen Bruch der vorderen Achse. Die beiden mit einem Zugseil verbundenen Wagen standen schlagartig bockstill, wobei die teilweise unter Schock stehenden Passagiere des bergwärts fahrenden Wagens vom Bahnpersonal über die hohen Brücken auf sicheren Boden begleitet wurden.

Der Achsenbruch bedeutete das abrupte Ende des alten Bahnbetriebs, und bereits am 1. Dezember 1958 konnte der noch heute verkehrende rote Triebwagen seiner Bestimmung übergeben werden.

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