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Verschwendung und Überfluss, Gewinn und Verzicht, Heil und Unheil: Das öffentliche Programm der Uni St.Gallen strotzt vor Gegensätzen

Die Universität St.Gallen bietet im Herbstsemester wiederum 36 öffentliche Vorlesungen für die interessierte Bevölkerung. Es ist ein Programm voller Gegensätze.
Christina Weder
Die Universität St.Gallen öffnet die Hörsäle auch für die interessierte Bevölkerung. (Bild: Gaetan Bally/KEY)

Die Universität St.Gallen öffnet die Hörsäle auch für die interessierte Bevölkerung. (Bild: Gaetan Bally/KEY)

An der Universität St.Gallen steht das Herbstsemester vor der Tür. In anderthalb Wochen öffnen sich die Hörsäle nicht nur für Studentinnen und Studenten, sondern auch für die interessierte Bevölkerung. 36 öffentliche Vorlesungen stehen zur Auswahl. Mit diesem Angebot richtet sich die Uni an «alle Personen, deren intellektueller Hunger über den Tellerrand des eigenen Berufs- und Lebens­alltags hinausreicht». Ein Blick ins Programmheft zeigt: Die Palette der Themen ist wie gewohnt breit gefächert.

Der Wegwerfgesellschaft auf der Spur

Als roter Faden zieht sich diesmal das Thema Gegensätze durchs Programm. «Was in der Liebe und im Alltag gilt, trifft auch auf das öffentliche Angebot im Herbstsemester zu», schreibt der Programmverantwortliche Florian Wettstein. Passend dazu beschäftigt sich Johanna Gollnhofer in der Wirtschaftsethik-Vorlesung mit Verschwendung und Überfluss. Sie tut dies anhand von zwei Beispielen – Lebensmittel und Mode – und macht sich auf die Suche nach den historischen und kulturellen Wurzeln der Wegwerfgesellschaft. In der Soziologie-Vorlesung greift Monika Kritzmöller das Thema Nachhaltigkeit auf und stellt die Frage, inwiefern diese mit Verzicht oder Gewinn verbunden ist.

Eine Psychologie-Vorlesung dreht sich ums Scheitern und den Neubeginn. Verschiedene Gastreferenten zeigen auf, dass sich Rückschläge im Rückblick nicht selten als Chance entpuppen. Und eine weitere Vorlesungsreihe setzt sich mit der Geschichte von Krankheit und Wohlergehen auseinander und mit dem Traum, Unheil fernzuhalten und Heil zu suchen. Schliesslich geht es im Herbstprogramm auch um die Rolle von Mann und Frau. Pfarrer Markus Anker stellt unter dem Titel «Propheten und Proleten» sieben Männerbiografien vor und kommt zum Schluss, dass auch die Gottesmänner vor allem eines waren: menschlich.

Währenddessen setzt die Universität mit der Bebilderung der Programmhefts ein Zeichen für die Frau. Fotograf Hannes Thalmann hat dafür Mitarbeiterinnen porträtiert – von der Dekanin über die Professorin und Bibliotheksleiterin bis zur Angestellten im Hausdienst. Programmleiter Florian Wettstein hält mit Verweis auf den Frauenstreik vom 14. Juni selbstkritisch fest, dass es in dieser Beziehung an der Uni noch viel zu tun gebe. Nach wie vor sei nur ein Drittel der Mitwirkenden am Herbstprogramm weiblich.

Autorin Eveline Hasler in St.Gallen zu Gast

Weiblich ist dafür ein prominenter Gast, den die Uni für die Literaturvorlesung gewinnen konnte. Die 86-jährige Eveline Hasler wird am 19. und 26. September nach St.Gallen kommen. Die «Grande Dame» des historischen Romans wird im Raum für Literatur in der Hauptpost über die Schwierigkeiten bei der Aufarbeitung verdrängter Geschichten sprechen. Zudem berichtet sie von der Faktensuche und der Einfühlung in den Charakter ihrer Protagonistinnen.

Wie immer sind einzelne Vorlesungen lokalen Aspekten gewidmet. Stiftsbibliothekar Cornel Dora befasst sich mit der Geschichtsschreibung des Klosters St.Gallen, und Diakon Thomas Reschke beschreibt die St.Galler Äbte als Seelenführer und Manager. Wiederum steht die Kinderuni auf dem Programm. An vier Mittwochnachmittagen im Oktober und November befassen sich Kinder unter anderem mit einem Zaubertrank für den FC St.Gallen und mit gerechten Strafen für Verbrecher.

Semesterpass kostet 20 Franken

Wer die öffentlichen Vorlesungen an der Universität St.Gallen besuchen will, kann dies mit einem Semesterpass für 20 Franken tun. Dieser berechtigt zum Besuch aller öffentlichen Vorlesungen im Herbstsemester und kann an der Kasse beim Info Desk im Hauptgebäude der Uni erworben werden. Das detaillierte Programm kann im Internet eingesehen werden.

Das Angebot reicht von Sprachen, Geschichte, Informatik, Wirtschaft, Kultur, Psychologie bis zur Theologie. Die meisten der 36 öffentlichen Vorlesungen finden auf dem Campus der Universität statt. Einige wenige werden im Stadtzentrum angeboten: etwa im Festsaal St.Katharinen, im Raum für Literatur in der Hauptpost, im Textilmuseum oder im Historischen und Völkerkundemuseum.

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