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Interview

Von Rotterdam bis zur Rheinquelle: Hundwiler paddelt 1233 Kilometer gegen den Strom und sammelt Geld für sauberes Trinkwasser

Thomas Oschwald ist Primarlehrer und Abenteurer. Seit zweieinhalb Monaten kämpft er auf seinem Stand-Up-Board gegen Wind, Wetter und Strömungen an. In Rorschach legt er einen Zwischenstopp ein.
Sheila Eggmann
Er steht schon eine Weile auf dem Brett: Thomas Oschwald vor der Badhütte in Rorschach. (Bild: Sina Walser)Er steht schon eine Weile auf dem Brett: Thomas Oschwald vor der Badhütte in Rorschach. (Bild: Sina Walser)
Thomas Oschwald auf der Reise zwischen Rhone- und Rheinquelle. (Bild: PD)Thomas Oschwald auf der Reise zwischen Rhone- und Rheinquelle. (Bild: PD)
Thomas Oschwald auf der Reise zwischen Rhone- und Rheinquelle. (Bild: PD)Thomas Oschwald auf der Reise zwischen Rhone- und Rheinquelle. (Bild: PD)
Thomas Oschwald auf der Reise zwischen Rhone- und Rheinquelle. (Bild: PD) Thomas Oschwald auf der Reise zwischen Rhone- und Rheinquelle. (Bild: PD)
Thomas Oschwald auf der Reise zwischen Rhone- und Rheinquelle. (Bild: PD)Thomas Oschwald auf der Reise zwischen Rhone- und Rheinquelle. (Bild: PD)
Thomas Oschwald auf der Reise zwischen Rhone- und Rheinquelle. (Bild: PD) Thomas Oschwald auf der Reise zwischen Rhone- und Rheinquelle. (Bild: PD)
Thomas Oschwald auf der Reise zwischen Rhone- und Rheinquelle. (Bild: PD) Thomas Oschwald auf der Reise zwischen Rhone- und Rheinquelle. (Bild: PD)
Thomas Oschwald auf der Reise zwischen Rhone- und Rheinquelle. (Bild: PD) Thomas Oschwald auf der Reise zwischen Rhone- und Rheinquelle. (Bild: PD)
Thomas Oschwald auf der Reise zwischen Rhone- und Rheinquelle. (Bild: PD) Thomas Oschwald auf der Reise zwischen Rhone- und Rheinquelle. (Bild: PD)
Thomas Oschwald auf der Reise zwischen Rhone- und Rheinquelle. (Bild: PD) Thomas Oschwald auf der Reise zwischen Rhone- und Rheinquelle. (Bild: PD)
Thomas Oschwald auf der Reise zwischen Rhone- und Rheinquelle. (Bild: PD) Thomas Oschwald auf der Reise zwischen Rhone- und Rheinquelle. (Bild: PD)
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Thomas Oschwald Bildergalerie

Sie haben in den letzten zweieinhalb Monaten über 2500 Kilometer mit dem Stand-Up-Paddle zurückgelegt. Welcher Körperteil schmerzt am meisten?

Thomas Oschwald: Die Muskeln, vor allem in den Armen. Ich bin allgemein sehr müde und froh, dass es bald zu Fuss weiter geht und der Oberkörper weniger belastet wird.

Was tun Sie denn genau?

Gerade paddle ich von der Nordsee den Rhein hinauf bis zu seiner Quelle. Als Vorbereitung bin ich von der Rhonequelle durch Frankreich und über den Ärmelkanal nach Rotterdam gepaddelt. Ich habe mich also anfangs vom sauberen Trinkwasser, das wir hier in der Schweiz haben, immer mehr entfernt und kämpfe mich jetzt wieder zurück zum sauberen Wasser. Unterwegs sammle ich Spenden für Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.

Wieso tun Sie sich das an?

Das werde ich oft gefragt. Ein Stück weit geht es mir um die Herausforderung. Ich gehe bewusst und gerne an meine Grenzen. Ich habe gemerkt, dass ich so am meisten lerne und mich weiterentwickeln kann. Das ist auch etwas, was ich als Primarlehrer meinen Schülern weitergeben will: Einmal ein Wagnis eingehen und kämpfen zu müssen – das ist extrem bereichernd.

Gestern sind Sie in Romanshorn gestartet und über Rorschach bis nach Altenrhein gepaddelt. Wie war es auf dieser Strecke?

Am Morgen war es ein Traum. In Romanshorn war es noch windstill und es gab einen wunderschönen Sonnenaufgang. Später ist aber der Wind aufgekommen. Der war echt mühsam. Er hat mich ständig vom Ufer in Richtung See getrieben. Aber im Allgemeinen ist es toll, auf dem Bodensee zu paddeln. Hier kommt man vorwärts, auf Flüssen ist das anders.

Dort wird vor allem die Strömung mühsam sein.

Ja, sie ist aber nicht die einzige Herausforderung. Ein Stück nach Koblenz, dort, wo die Thur in den Rhein mündet, treiben gerade ganze Baumstämme im Wasser. Das ist gefährlich, dort bin ich aus dem Wasser gestiegen und zu Fuss weiter. Auch bei den Kraftwerken musste ich natürlich jeweils aus dem Wasser. Und bei Stein am Rhein gab es eine Stromschnelle und den Rheinfall. Insgesamt musste ich bis jetzt zwanzig bis dreissig Kilometer zu Fuss gehen.

Sie haben schon mehrere Projekte hinter sich, Sie sind auch schon bis zum Atlantik gepaddelt. Jetzt sammeln sie zum ersten Mal Geld. Wieso der Wandel?

Ich habe mich gefragt: Was nützt es, wenn ich in der Gegend herumpaddle und meinem Ego etwas zu liebe tue? Klar, ich wachse selbst daran. Aber jetzt möchte ich, dass das nachhaltig ist. Und ich möchte etwas weitergeben.

Wie sammeln Sie die Spendengelder?

Vor allem über meine Webseite. Es hat mir auch schon einer vor Ort 50 Franken in die Hände gedrückt. Das ist natürlich mega lässig. Mein Ziel sind 1233 Franken für die 1233 Kilometer von Rotterdam bis zur Rheinquelle. Ich bin zuversichtlich, dass ich dieses Ziel erreichen werde.

Wohin fliesst das Geld?

Zur Organisation MSR Global Health. Diese hilft, trinkbares Wasser in Gegenden zu bringen, die sich schwer mit sauberem Wasser versorgen können.

Was liegt noch vor Ihnen bis zum Ziel?

Ab Altenrhein kann ich nicht mehr lange auf dem Brett weiter, die Strömung wird viel zu stark. Bis zur Rheinquelle werde ich deshalb zu Fuss laufen und mein Gepäck auf einem Wagen hinterherziehen. Ich rechne damit, etwa kommenden Mittwoch an meinem Ziel anzukommen.

Haben Sie bereits ein nächstes Projekt im Köcher?

Ja. Das ist lustig; der Gedanke dazu ist mir gerade erst auf dem Bodensee direkt vor Rorschach gekommen. Ich will mich weiter für sauberes Trinkwasser engagieren und irgendeinem Land, das ungefähr gleich gross ist wie die Schweiz, den Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglichen. Das ist ein hohes Ziel, das ist mir bewusst.

Die Schule soll ein Abenteuer sein

Thomas Oschwald ist in Hundwil (AR) aufgewachsen. Der 40-Jährige ist, wenn er nicht auf dem Paddle steht, aushilfsweise Primarlehrer. Diesen Beruf übt er seit zwei Jahren aus, zuvor war er Fotograf und Webdesigner. Oschwald ist überzeugt, dass die Schule als Lernort der Philosophie eines Abenteuers folgen sollte. Frühere Expeditionen führten ihn etwa zu Fuss von der Schweiz nach Portugal oder mit dem Paddle-Board fünf Wochen durchs winterliche Finnland.

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