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Von Romanshorn bis Staad: Stromnetzbetreiber spannen zusammen

Die Stromnetzbetreiber SAK, EKT und SN Energie legen ihre Netze in der Region zusammen. Damit sparen sie Geld, dem Einzelkunden bleibt davon aber nicht viel. Es verschwinden jedoch Hochspannungsleitungen und Umspannwerke.
Martin Rechsteiner
Zufriedene Gesichter: Die Funktionäre der Firmen SAK, EKT und SN Energie unterzeichnen gutgelaunt die Verträge. (Bild: Martin Rechsteiner)

Zufriedene Gesichter: Die Funktionäre der Firmen SAK, EKT und SN Energie unterzeichnen gutgelaunt die Verträge. (Bild: Martin Rechsteiner)

In den Regionen Rorschach und Arbon sind sie jahrzehntelang nebeneinander gewachsen: Die Stromnetze der St.-Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke (SAK), der Energie Thurgau (EKT) und der SN Energie, zu deren Gruppe die Energieversorger Arbon Energie oder die Technischen Betriebe Rorschach gehören. Jeder der drei Netzbetreiber hat innerhalb einer Region entlang des Sees und im Hinterland, die etwa 150000 Einwohner umfasst, ein eigenes Stromnetz aufgebaut. In Arbon zum Beispiel steht ein Umspannwerk der SN Energie nur wenige Meter entfernt von einem der EKT.

15 Millionen Franken weniger

Jetzt wollen die drei Unternehmen zusammenspannen. Gestern haben Funktionäre in Arbon in Anwesenheit der Medien einen entsprechenden Vertrag unterschrieben. Das Projekt «Zielnetz Bodensee» sieht vor, dass es in den kommenden 15 Jahren ein gemeinsam geführtes Stromnetz gibt, in dem alle drei Unternehmen gleichberechtigt vertreten sind. Infrastruktur, Systeme und Abläufe werden zusammengelegt. Von den drei Firmen künftig gemeinschaftlich genutzte Anlagen bleiben bei der jeweiligen Besitzerin, die anderen erwerben Nutzungsrechte und zahlen an die Betriebskosten.

Davon versprechen sich die Firmen Einsparungen von anstehenden Investitionen von insgesamt 15 Millionen Franken und tiefere Betriebskosten von jährlich insgesamt zwei Millionen Franken. Zwar werden die Einsparungen teils auf die Strombezüger übertragen, «aufgrund der Netzgrössen sind die finanziellen Auswirkungen für den einzelnen Kunden allerdings nur minim spürbar», heisst es an der Veranstaltung. «Pro Haushalt sind es jährlich vielleicht fünf Franken Vergünstigung pro Jahr», sagt Clemens Hasler, CEO SN Energie. Ansonsten würden Kunden von der Netzzusammenlegung, die für sie grossmehrheitlich im Hintergrund abläuft, nicht viel merken. «Die Stromanbieter bleiben überall die gleichen.»

Hochspannungsleitung bei Goldach verschwindet

Eine der sichtbarsten Veränderungen, die das «Zielnetz Bodensee» herbeiführt, ist das Verschwinden von Umspannwerken und Hochspannungsleitungen. Manche werden obsolet, wenn «alle alles» benutzen dürfen. So fallen die Umspannwerke Rorschach (SN Energie), Goldach (SAK) und Arbon (EKT) in spätestens 15 Jahren weg. «Was mit den Werken geschieht, ist aber noch nicht klar. Vom Rückbau bis zur Weiternutzung als Schaltwerke ist noch alles offen», sagt René Gaus, Leiter Netze EKT. Die Umspannwerke Salwiese (ebenfalls in Arbon), Staad, Rietli (Goldach) und Amriswil bleiben in Betrieb.

Ebenfalls werden Hochspannungsleitungen verschwinden. Einige davon, zum Beispiel zwischen Goldach und Rorschach, verlaufen unterirdisch und werden einfach aus den Rohren gezogen, wie ein anwesender Techniker erklärt. «Eine Betonmasten-Freileitung, die von Goldach unterhalb von Untereggen in Richtung Appenzellerland führt, verschwindet ebenfalls.» Das sei aber erst zwischen 2028 und 2030 der Fall. «Den Raum von etwa 15 Jahren braucht das Projekt, weil bestehende Anlagen über die Zeit noch amortisiert werden müssen und weil die Zusammenlegung der Netze bei laufendem Betrieb geschieht», heisst es an der Veranstaltung. «Deshalb müssen die Arbeiten gestaffelt ablaufen.»

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