Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Von Rinks nach Lechts: Am Donnerstag startet das St.Galler Literaturfestival Wortlaut

Bis Sonntag widmen sich am Literaturfestival Wortlaut in St.Gallen 27 Veranstaltungen dem gesprochenen und geschriebenen Wort. Zum Auftakt gib's Poetry Slam auf Schweizerdeutsch.
Roger Berhalter
Die Autorin Anja Kampmann liest im Raum für Literatur aus ihrem Romandebüt «Wie hoch die Wasser steigen» am vergangenen Wortlaut. (Bild: Benjamin Manser)

Die Autorin Anja Kampmann liest im Raum für Literatur aus ihrem Romandebüt «Wie hoch die Wasser steigen» am vergangenen Wortlaut. (Bild: Benjamin Manser)

In St.Gallen wird um Literatur derzeit viel Lärm gemacht. So finden einige, dass die Buchstadt St.Gallen endlich ein Literaturhaus brauche. So tönt es aus dem Verein Wyborada rund um die gleichnamige Frauenbibliothek. Nicht nur in Zürich, Basel, Lenzburg oder Gottlieben soll ein solches Haus stehen, wo gelesen, geschrieben und diskutiert wird – sondern auch in St.Gallen.

Gleichzeitig plant der Kanton am Standort Union seine neue Bibliothek. Ein Grossprojekt im Stadtzentrum, das allmählich Form annimmt. Noch in diesem Jahr soll ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben werden.

Neues Team, bewährte Programmstruktur

Gut möglich, dass diese beiden Literaturprojekte auch am diesjährigen Wortlaut zu reden geben. Am Donnerstag startet das Literaturfestival zum elften Mal mit einem Dialekt-Poetry-Slam in der Grabenhalle. Bis und mit Sonntag finden nicht weniger als 27 verschiedene Anlässe statt, 23 davon allein am Samstag.

Ein neues Team ist am Drücker. Die Autorin Rebecca C. Schnyder hat die Wortlaut-Leitung übernommen, Karsten Redmann heisst der neue Medienverantwortliche, Christoph Müller ist für die Logistik zuständig, und neu in der Programmgruppe sind der Literaturblogger Gallus Frei-Tomic aus Amriswil und die aus Berlin stammende Slam-Poetin Lillemor Kausch.

Trotz dieser personellen Neuerungen: An den vier (vom österreichischen Lyriker Ernst Jandl inspirierten) Programmschienen hält das Wortlaut fest. Sie sollen dem Publikum Orientierung bieten und zu «literarischen Grenzüberschreitungen» auffordern, wie es im Programmheft heisst. «Laut» steht für Musik- und Sprechkabarett, «Luise» für klassische Autorenlesungen und -gespräche. Wo «Lechts» draufsteht, sind Comics und Graphic Novels drin, und «Rinks» steht für Slam-Poetry und Spoken Word.

Die Auflistung zeigt: Wortlaut ist mehr als ein traditionelles Literaturfestival, bei dem die Autoren nur lesen und das Publikum nur zuhört. Auch das gesprochene Wort erhält (vor allem in der Grabenhalle) eine Bühne, auch gezeichnete Geschichten bekommen ihre Plattform.

«Wir setzen auf Qualität und auf interessante Stimmen», sagt Karsten Redmann vom OK. Starautoren wie Peter Stamm fehlen im Wortlaut-Programm. Dafür finden sich aufstrebende Schriftstellerinnen wie die Rorschacherin Anna Stern, die ihren dritten Roman «Denn du bist wild wie die Wellen des Meeres» vorstellt. Oder Lukas Linder mit seiner Familiengeschichte «Der Letzte meiner Art».

Auch das ist Literatur: Kabarettist Andres Lutz bei seinem letztjährigen Auftritt am "Wortlaut" im Palace. (Bild: Benjamin Manser)

Auch das ist Literatur: Kabarettist Andres Lutz bei seinem letztjährigen Auftritt am "Wortlaut" im Palace. (Bild: Benjamin Manser)

Nach dem Poetry-Slam-Auftakt am Donnerstag in der Grabenhalle wird am Freitag die Literaturkritikerin Christine Lötscher das Wortlaut offiziell eröffnen (19 Uhr, Raum für Literatur). Danach stellt der Schaffhauser Andri Beyeler seinen Mundartroman «Mondscheiner» vor, bevor das Wortlaut-OK zum Apéro lädt. Dabei ist eine spezielle Playlist zu hören: Die Veranstalter haben vorab die Lieblingssongs der Wortlaut-Autoren gesammelt.

Wie Hermann Hesse als Grossvater war

Der eigentliche Wortlaut-Tag ist der Samstag mit zahlreichen Lesungen, Aufführungen und Gesprächen ab 13 Uhr bis nach Mitternacht. Auf der Bühne des Literaturnetzes Ostschweiz im Splügeneck lesen vier Autorinnen und Autoren aus ihren Werken: Daniel Ammann (13 Uhr), Jolanda Spirig (14 Uhr), Reni Villiger (15 Uhr) sowie Florian Vetsch und Claire Plassard (16 Uhr).
Im Palace stellt die Wienerin Ulli Lust ihre autobiografische Graphic Novel «Wie ich versuchte, ein guter Mensch zu sein» vor (17 Uhr).

Die Spoken-Word-Autoren Stefanie Grob, Gerhard Meister und Sandra Künzi verarbeiten in der Grabenhalle ihr Elterndasein als berührend-witzige Bühnenperformance (18 Uhr). Neu macht auch die Kellerbühne beim Wortlaut mit. Zum Beispiel zeigt dort Magda Leeb aus Wien ihr Impro-Kabarettprogramm «überLEEBen». Offizielle Festivalbeiz ist dieses Jahr die Focacceria in der Metzgergasse, wo man gute Chancen hat, mit der einen oder anderen Autorin ins Gespräch zu kommen.

Am Sonntag endet das Wortlaut mit Exkursionen durch die Stadt und an den See. Kulturvermittler Richard Butz und Schauspielerin Nathalie Hubler laden zu einem literarischen Spaziergang (10.30 Uhr beim Vadian-Denkmal). Im Würth-Haus in Rorschach kann man einem Weltliteraten näherkommen: Um 17 Uhr erzählt dort Silver Hesse, Enkel von Hermann Hesse, von seinem berühmten Grossvater. Dies passend zur Ausstellung «Literatur kann man sehen» im Forum Würth.

Einzeleintritte (ab 15 Franken) und Festivalpässe (ab 40 Franken) sind an allen Veranstaltungsorten erhältlich. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren bezahlen keinen Eintritt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.