Von Knödel bis Kaiserschmarrn: Die Goldacher Traditionsbeiz «Blumenhalde» ist in österreichischen Händen

Das Goldacher Restaurant Blumenhalde wird steirisch: Ein Österreicher will Pizza und Kebab Gegensteuer geben. Nach den ersten zwei Wochen denkt er bereits ans Ausbauen der Terrasse.

Jolanda Riedener
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René Friedrich und seine Lebensgefährtin Josefine Duarte setzen in der «Blumenhalde» auf Hausmannskost.

René Friedrich und seine Lebensgefährtin Josefine Duarte setzen in der «Blumenhalde» auf Hausmannskost.

Bild: Jolanda Riedener

Die «Blumenhalde» in Goldach ist in neuen Händen: René Friedrich und Josefine Duarte haben das Lokal vor zwei Wochen wiedereröffnet. «Wir waren von Anfang an voll besetzt, ohne dass wir Werbung gemacht haben», sagt Friedrich. Es macht den Eindruck, als hätten die Gäste geradezu darauf gewartet, bis das Lokal nahe der Hauptstrasse und des Velowegs wieder aufmacht. Nachdem der frühere Wirt verstorben war, blieb das Restaurant ein gutes halbes Jahr geschlossen.

Inzwischen hat das Wirtepaar etwas umgebaut, neue Beleuchtung und teilweise neues Mobiliar beschafft: «Gemütlich soll es sein.» Die Terrasse grenzt an Obstplantagen, draussen gibt es ein windgeschütztes Fumoir, wo ein Bioethanolofen die Gäste warm hält. Der Wirt aus der Steiermark hat bereits Pläne fürs kommende Jahr. Friedrich sagt:

«Wir wollen noch eine zusätzliche Terrasse gegen Osten bauen.»

So hätte man Platz für 100 Gäste im Freien. Drinnen gibt es 70 Plätze. Auch einen grossen Spielplatz gibt es, für den vierfachen Grossvater selbstverständlich.

René Friedrich und seine Partnerin Josefine Duarte haben das Interieur zu Teilen beibehalten und ersetzt.

René Friedrich und seine Partnerin Josefine Duarte haben das Interieur zu Teilen beibehalten und ersetzt.

Bild: Jolanda Riedener

Strudel und Braten mit Zutaten von hier

Neben seiner Lebenspartnerin, die mit ihm für die Küche zuständig ist, arbeitet auch Friedrichs Tochter im Service. Eine weitere Bedienungskraft ergänzt das vierköpfige Team. In der «Blumenhalde zum Steirer Wirt», wie das Lokal neu heisst, wird Hausmannskost aus der österreichischen und Schweizer Küche serviert. Zum Beispiel Schweinsbraten, Sauerkraut, Knödel und Cordon bleu, aber auch Süsses wie Topfenknödel, Apfelstrudel oder Kaiserschmarrn. Dabei setze er auf regionale Produkte. Das Fleisch beziehe er von der Mörschwiler Metzgerei Ehrbar. Auch die Eier kommen vom Hühnerstall neben dem Restaurant.

Die Preise bewegten sich im mittleren Segment. Wichtig ist den Wirten, alles frisch zuzubereiten. Er sagt:

«Wenn die Kürbissuppe aus ist, ist sie aus.»

Und auch auf den Kaiserschmarrn müssen die Gäste warten: Was frisch gemacht wird, brauche halt seine Zeit. «Wir wollen etwas anbieten, das es nicht überall gibt», sagt René Friedrich. Denn von Pizza und Kebab habe man in der Umgebung mehr als genug. Auch, dass das Lokal etwas ausserhalb liegt, passt dem Paar.

Corona hat die Leute «ausgehungert»

Seit zehn Jahren lebt der Österreicher in der Schweiz, wo er als Saisonarbeiter in Fideris, Graubünden, seine Partnerin kennen lernte. Zuletzt war er als Chef de Service im «Weissen Rössli» in Staad tätig. In Österreich führte er ein Gasthaus, auch sein Onkel wirtete. So habe er das Geschäft von Kindsbeinen an miterlebt. Schliesslich liess er sich zum Koch und Servicefachmann ausbilden und war danach auch als Berufsschullehrer tätig.

Braucht es mehr Mut, in Zeiten von Corona ein Restaurant zu eröffnen? Gerade jetzt sei der Zeitpunkt gut, eine Beiz aufzutun. Denn die Leute seien ausgehungert und hätten genug von Fast Food. Stattdessen, sagt er:

«Was gscheits zum Essen, frisch gekocht.»

Der super Start zeige ihm, dass sein Konzept aufgeht.

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