«Von Hausmannskost bis Gourmetküche» – Das Restaurant Hof Rotmonten bietet alles

Die neue Quartierbeiz in Rotmonten ist auch ein Begegnungsort. Das hat dem Quartier gefehlt.

Miguel Lo Bartolo
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Andrea Kuster und Roger Spiess führen den «Hof Rotmonten».Bild: Ralph Ribi

Andrea Kuster und Roger Spiess führen den «Hof Rotmonten».Bild: Ralph Ribi

Rotmonten darf sich mit der Eröffnung des «Hof Rotmonten» an der Guisanstrasse 62 auf eine neue Quartierbeiz freuen. Das Lokal ist zwar bereits offen, doch die offizielle Eröffnungsfeier findet am 17. August statt. Die Geschäftsführer, Andrea Kuster und Roger Spiess, sind erfahrene Gastronomen. Vor allem Spiess ist kein unbeschriebenes Blatt in der Gastronomie. Er hat mehrere Jahre als Koch, Pächter und in der Geschäftsleitung von verschiedenen Restaurants gearbeitet.

Weshalb sich Kuster und Spiess gerade für das nördlichste Quartier der Stadt entschieden haben, begründen sie mit ihrem Faible für St.Gallen, aber auch mit dem Bedarf in Rotmonten nach einem Begegnungsort. Diesen glauben sie mit ihrer Geschäftsphilosophie schaffen zu können. «Wir wollen mit unserer Beiz das Quartier wiederbeleben», sagt Spiess.

«Ob man morgens zum Kaffee, nach der Arbeit auf ein Bier oder mit der Familie zum Abendessen vorbeikommen möchte: Bei uns ist jeder willkommen.»

Zur rechten Zeit am rechten Ort

Im November des Vorjahres, kurz nachdem die Pizzeria Bufala geschlossen wurde, stand auch das Restaurant Wienerberg leer. Rotmonten war quantitativ gesehen an einem gastronomischen Tiefpunkt angelangt. Einzig das «Peter und Paul» blieb dem Quartier erhalten, wobei das Ausflugsrestaurant aufgrund seiner dezentralen Lage nicht zum Treffpunkt der Anwohner taugte.

Von Hausmannskost bis zur Gourmetküche will das «Hof Rotmonten»-Team alles anbieten. Die Vielfalt des Angebots soll laut Spiess im Idealfall dafür sorgen, dass sich Familien und Studenten, Geschäftsleute und Senioren gleichermassen wohlfühlen. Gleichzeitig soll durch eine durchmischte Klientel auch das Zusammenleben innerhalb des Quartiers angeregt werden.

Den Rotmöntlern passt das gut. Nebst den stadtbekannten Restaurants Wienerberg – das inzwischen wiedereröffnet wurde – und «Peter und Paul» fehlte in Rotmonten lange Zeit eine Alternative für den Alltag. Dass die Anwohner im «Hof Rotmonten» wieder zueinanderfinden, möchte auch Quartiervereinspräsident Gerold Schneider: «Die Rotmöntler leben sich auseinander, wenn sie sich nur noch auf der Strasse oder bei Quartieranlässen treffen. Die neue Beiz kann eine Bereicherung für das Quartier sein.»

Bescheidene Ausmasse drinnen und in der Gartenwirtschaft tragen zum traditionellen Ambiente bei. Wie man dem Image einer Beiz gerecht wird, weiss Spiess:

«Für unsere Gäste sind wir Andrea und Roger. Der Umgang auf Augenhöhe und das Wahren unserer Authentizität sind uns am wichtigsten.»

«Bewusst für das Beizenkonzept entschieden»

Die Meinungsverschiedenheiten des Vermieters mit dem vormaligen Pächter der Liegenschaft an der Guisanstrasse führten im September 2018 zur Kündigung des Mietvertrags. Gemäss Kuster und Spiess habe der Vermieter wegen der schlechten Erfahrungen vorerst keinen Nachmieter gesucht. Dass sich das Wirtepaar dennoch in der Liegenschaft der ehemaligen Pizzeria Bufala einnisten konnte, habe vor allem an ihrem überzeugenden Konzept gelegen.

«Ich habe schon in Gastronomiebetrieben mit hohen Qualitätsstandards gearbeitet», sagt Spiess. Das Wirtepaar hätte die nötigen Anforderungen erfüllt, um ein exklusives Speiselokal zu eröffnen, doch habe sich bewusst dagegen entschieden. «Gutes Personal ist für solche Etablissements unverzichtbar. Das ist heute schwer zu finden.» Ausserdem fühlen sich die beiden in der bodenständigen Atmosphäre wohler.