Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

St. Gallerin stellt im Schloss Dottenwil aus: Von der Malerin zur Künstlerin

Früher spielte Esther Rüthemann Handball auf höchstem Niveau. Heute malt sie mit Leib und Seele. Am Samstag, 11. August, eröffnet die neue Ausstellung der St. Galler Künstlerin im Wittenbacher Schloss Dottenwil.
Marco Cappellari
Esther Rüthemanns Leben dreht sich um die Suche nach sich selbst und nach dem, was hinter dem Vordergründigen steckt. Dies zeigt sich in ihren Bildern, die ab Samstag in der Ausstellung «da-hinter» zu sehen sind. (Bild: Ralph Ribi)

Esther Rüthemanns Leben dreht sich um die Suche nach sich selbst und nach dem, was hinter dem Vordergründigen steckt. Dies zeigt sich in ihren Bildern, die ab Samstag in der Ausstellung «da-hinter» zu sehen sind. (Bild: Ralph Ribi)

«Hat es zu viele Bilder an den Wänden?», fragt Esther Rüthemann. «Ich hoffe, die Ausstellung wirkt nicht überladen.» Die St. Galler Künstlerin legt an diesem Morgen eine gewisse Bescheidenheit an den Tag. Eine Bescheidenheit, die nicht nötig wäre. Denn Esther Rüthemann kann auf viele Erfolge in ihrem Leben zurückblicken. Da wäre die Handballkarriere, die sie bis in die Nationalliga A und sogar die Schweizer Nationalmannschaft geführt hat. Und da ist natürlich ihre Kunst, die sie seit bald 20 Jahren betreibt.

Kommenden Samstag eröffnet ihre neue Ausstellung im Schloss Dottenwil. Die Ausstellungsstücke: die typischen Rüthemann-Bilder, gemalt nach einer eigenen Technik. Oft dienen Fotos oder Zeitungsausschnitte als Grundlage, auf die Rüthemann malt und immer wieder auch Wachs aufträgt. Dazu verteilt sie Paraffinkügelchen auf dem Bild und schmilzt sie mit dem Bügeleisen ein. So verändert sich die Textur, und bei Zeitungsausschnitten wird plötzlich auch die Hinterseite durch die entstehende Transparenz sichtbar. Das Resultat sind – buchstäblich – vielschichtige Werke.

Grossfamilie mit acht Brüdern und Schwestern

«Eine gesunde Bescheidenheit ist mir wichtig. Aber mittlerweile definiere ich mich schon auch über meine Kunst und kann dazu stehen.» Zu sich zu stehen, hat Esther Rüthemann früh gelernt. Als eines von neun Kindern einer katholischen Familie aus dem Heiligkreuz war es nicht immer einfach für die Frau, die seit über 20 Jahren mit ihrer Partnerin zusammenlebt.

So ist es nicht verwunderlich, dass ihr die Suche nach sich selbst und nach dem, was es noch gibt im Leben, was hinter dem Vordergründigen steckt, wichtig ist. Ihre Ausstellung heisst deshalb passenderweise «da-hinter». «Meine Bilder sollen nicht nur dekorativ sein. Idealerweise gehen sie tiefer, lösen im Betrachter etwas aus. Es ist das Schönste für mich, wenn sich jemand von einem Bild direkt angesprochen fühlt.»

Wohin die Reise führt, wenn sie ein Bild malt, weiss Esther Rüthemann meist selbst nicht. Ein Konzept per se hat sie keines. «Ich arbeite besser intuitiv.» Das sei in ihrer Handballkarriere bereits so gewesen.

Die Intuition war es auch, die sie zur Kunst geführt hat. Nach dem Ende ihrer Handballkarriere tat sich eine Lücke in ihrem Leben auf. Es musste etwas Neues her. Als gelernte Malerin war das Arbeiten mit Farben nicht völlig neu für sie, und doch sind es zwei verschiedene Dinge. Die Entscheidung, sich für einen Kunstkurs einzuschreiben, kam aus einem Bauchgefühl heraus. Nach diversen Stationen bei der Schule für Gestaltung St. Gallen eröffnete sie 2000 ihr eigenes Atelier in einem gerade freigewordenen Raum im Malergeschäft ihres Bruders, in dem sie arbeitet. Hier zeigten sich die Vorteile der thematischen – und geografischen – Nähe ihres Berufs und ihrer Berufung.

Leben in eingetragener Partnerschaft

Mit ihrem Bruder verstehe sie sich blind, ohne Worte. Und auch wenn ihre Eltern zu Beginn überfordert waren mit der Beziehung ihrer jüngsten Tochter, so hatte die Familie immer einen hohen Stellenwert für Esther Rüthemann. Bis heute treffen sich die Geschwister regelmässig und haben eine enge Beziehung zueinander. Und einmal im Jahr treffen sie sich auf Schloss Dottenwil. Dort, wo am Samstag ihre Ausstellung eröffnet. «Das ist Zufall», sagt sie.

Seit 2008 lebt Rüthemann in eingetragener Partnerschaft mit ihrer Lebenspartnerin, die sie im Spitzenhandball kennengelernt hat. «Das war mir schon wichtig, die Bekenntnis zu unserer Beziehung.» Nicht für die Öffentlichkeit, sondern für sich selbst. Und das ist sie heute definitiv: sich selbst. «Ich lebe mein Leben.»

Veranstaltungshinweis

Esther Rüthemanns Bilderausstellung «da-hinter» ist von 11. August bis 7. Oktober in der Kellergalerie im Schloss Dottenwil bei Wittenbach zu sehen. Die Vernissage findet diesen Samstag, 11. August, ab 17 Uhr statt, die Finissage am 7. Oktober ab 14 Uhr.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.