Saisonstart im Regionalfussball: Von Abgängen und Ambitionen

Die drei 2.-Liga-Fussballclubs Abtwil-Engelburg, Rorschach-Goldach und Winkeln starten mit unterschiedlichen Erwartungen in die neue Saison.

Ives Bruggmann
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Das Derby ist ein Höhepunkt: Der Winkler Yannic Ammann (links) im Zweikampf mit dem Abtwiler Thomas Inauen. Bild: Michel Canonica

Das Derby ist ein Höhepunkt: Der Winkler Yannic Ammann (links) im Zweikampf mit dem Abtwiler Thomas Inauen. Bild: Michel Canonica

Wie bei den Profis gibt es auch im Amateurfussball in der Sommerpause die eine oder andere Veränderung im Kader. Die einen wechseln, die anderen ­hören ganz auf. So starten Abtwil-Engelburg, Rorschach-Goldach und Winkeln mit neuen Gesichtern in die Saison der 2. Liga regional. Insgesamt verliessen 13 Spieler die drei Clubs aus der Umgebung. Dafür präsentierten die Verantwortlichen 20 neue Akteure in ihren Kaderlisten. Viele davon stammen aus den eigenen Junioren.

FC Abtwil-Engelburg

Für das Team von Trainer Marc Blumer wird es eine Saison der Bestätigung. Die vergangene Spielzeit mit dem zweiten Platz und 60 erzielten Toren bedeutete Vereinsrekord. Das weckte das Interesse von anderen Clubs. Vier Abgänge musste Blumer verkraften – allesamt in die 3. Liga. «Auch wenn ich es ein bisschen schade finde, bin ich keinem böse», sagt der Trainer. Er erhält Verstärkung von Spielern aus der eigenen Juniorenabteilung und der zweiten Mannschaft. Zudem kehrt der frühere Stammspieler Manuel Jenni nach einer Pause zurück. «Wir haben das Potenzial, die Abgänge zu ersetzen.»

Am offensiven Spielstil will Blumer festhalten. «Wir wollen den Schwung aus der vergangenen Saison mitnehmen.» Der Trainer weiss aber auch, dass die Spielzeit nach einem Erfolg schwierig werden kann. Denn: «Die Gegner sehen uns jetzt mit anderen Augen.»

Redaktionstipp: 3. Platz

FC Rorschach-Goldach

Zweimal Zweiter lautet die ­Bilanz des 2017 fusionierten FC Rorschach-Goldach. Der Aufstieg soll mittelfristig her. Das weiss auch der neue Trainer Olaf Sager. Er hat damit aber kein Problem. Im Gegenteil: «Ich wollte auch eine Mannschaft übernehmen, die ambitioniert ist.» Eine direkte Vor­gabe habe er vom Verein nicht erhalten, er spüre aber die Erwartungen im Umfeld schon. Für Sager, der zuvor unter anderem den FC Gossau in der 1. Liga und den FC Amriswil in der 2. Liga interregional coachte, ging es zuerst darum, die Mannschaft kennen zu lernen. «Der Verein suchte explizit jemanden, der von aussen kommt», so Sager. Ihm schwebt ein aktiver Fussball mit Ballbesitz und sauberem Aufbau vor. «Wir wollen initiativ sein und das Spiel bestimmen.» Das soll aber nicht zu Lasten der Defensive gehen, die in der vergangenen Saison das Prunkstück der Rorschacher war. Im Cup hat dies gegen Tägerwilen noch nicht wunschgemäss funktioniert. Zwar erzielte Rorschach-Goldach vier Treffer, musste aber auch deren fünf hinnehmen – und schied aus.

Redaktionstipp: 2. Platz

FC Winkeln

Der Umbruch vor dem dritten Jahr von Trainer Thomas Koller war gross: Sechs Abgängen stehen zehn Neuzuzüge gegenüber, darunter befinden sich vier Spieler aus dem Nachwuchs. Durch die Wechsel hat sich die Situation ergeben, dass die Jungen die Arrivierten herausfordern. «Das tut dem Spirit der Mannschaft gut», sagt Koller.

In der kommenden Saison will sich Koller zuerst aller Abstiegssorgen entledigen. «Mit dem jungen Team wollen wir so schnell wie möglich genügend Punkte sichern, um in Ruhe arbeiten zu können.» Was den Trainer in der vergangenen Spielzeit störte, waren die 51 Gegentore. Das sind im Durchschnitt mehr als zwei pro Partie. «Wir haben eindeutig zu viele Gegentreffer erhalten», sagt Koller. Deshalb setzte er den Hebel in der Vorbereitung vor allem im Defensivverhalten an. Offensiv sollte bei Winkeln derweil genügend Qualität vorhanden sein.

Redaktionstipp: 6. Platz