Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Vom «Wacken» nach Appowila: Die Folk-Metal-Band Eluveitie spielt eines ihrer wenigen Schweizer Konzerte in Abtwil

Eluveitie ist eine der international erfolgreichsten Schweizer Livebands. Am Freitag spielt sie an den Appowila Highland Games.
Perrine Woodtli
Eluveitie kombinieren keltische Folklore mit Metal-Klängen. (Bild: PD)

Eluveitie kombinieren keltische Folklore mit Metal-Klängen. (Bild: PD)

Für ihre Ankündigung für die Appowila Highland Games haben sich Eluveitie etwas Besonderes einfallen lassen. In einem Video teilen Frontmann Christian «Chrigel» Glanzmann und Frontfrau Fabienne Erni mit, dass sie ihren Auftritt kaum erwarten können – auf Gallisch. Weil niemand diese Sprache verstehen dürfte, gibt’s Untertitel. Gallisch ist ein Merkmal, das den Sound von Eluveitie so spannend und eigen macht.

Die Band hat sich dem Folk-Metal verschrieben, einer Mischung aus Death-Metal und traditioneller keltischer Folkmusik. Gesungen und gescreamt, also geschrien, wird hauptsächlich auf Englisch und eben auch auf Gallisch. Für die Übersetzung arbeitet die Band mit Professoren in Europa zusammen, die dieser ausgestorbenen keltischen Sprache mächtig sind.

Zu hören sind Eluveitie am Freitag an den Highland Games um 21.30 Uhr. Das OK kündete die neunköpfige Gruppe als die «erfolgreichste Celtic-Metal-Band der Schweiz» an. Doch die Band hat sich vor allem im Ausland einen Namen gemacht. Und zwar keinen kleinen.

1200 statt 50000 Zuschauer vor der Bühne

Die 2002 gegründete Gruppe erlangte in der Metal-Szene zwar bald weltweite Bekanntheit, blieb einer breiteren Öffentlichkeit, auch in der Heimat, aber unbekannt. Mit ihrem Mix aus hartem, brachialen Metal und ruhigeren, melodiösen Passagen bedienen Eluveitie ein Nischenpublikum. Und doch: Auf Social Media folgen der Band über eine Million Leute, ihre Videos wurden über 100 Millionen Mal angeklickt, weltweit gibt es Fanclubs. 2014 gewannen sie als erste Metal-Band den Swiss Music Award und sie bespielen grosse Bühnen auf der ganzen Welt. Am 2. August standen Eluveitie auf der Hauptbühne am Wacken Open Air, wo 50000 Metalfans zu Hits wie «Inis Mona» mitsangen.

Bloss 1200 Konzertbesucher werden es am Freitag in Abtwil im Festzelt sein. Doch darauf komme es nicht an, sagt Sängerin Fabienne Erni. «Klar ist es ein anderes Feeling, ob du auf einer grossen Bühne wie am Wacken spielst oder in einem Club.» Schlussendlich gehe es aber darum, dem Publikum etwas zu geben. «Wenn etwas zurückkommt und die Stimmung passt, ist es ein super Konzert. Um das geht es in der Musik.»

Sängerin Fabienne Erni spielt auch Harfe. (Bild: PD)

Sängerin Fabienne Erni spielt auch Harfe. (Bild: PD)

Alle würden sich auf das Konzert freuen, sagt Erni. Auch weil sie dieses Jahr nur viermal in der Schweiz auftreten. Heimspiele seien jedes Mal schön. Von den Highland Games hörte Erni bereits. Sie hat sich genauer informiert – und ist begeistert. «Es ist wirklich ein cooler Event. Ich finde es sehr schade, dass wir gleich weitermüssen.»

Denn am Samstag treten Eluveitie an einem Festival im Schwarzwald auf. Ein Rundgang auf dem Appowila-Gelände vor dem Konzert liege aber drin. «Ich schaue mir überall die Festivals an. Das ist immer spannend.»

Die rothaarige Sängerin wird am Freitag am Eluveitie-Charity-Stand anzutreffen sein. An den Highland Games ist es Tradition, dass für einen wohltätigen Zweck gesammelt wird. Dieses Jahr geht das Geld an die Schweizerische Vereinigung der Eltern hörgeschädigter Eltern. Eluveitie haben dafür ihr Lager entrümpelt und verkaufen alten Merchandise. Das Prinzip laute: Gib so viel du willst, nimm so viel du willst. «Jeder entscheidet selber, wie viel er spenden will.»

Durch Südamerika, China und Neuseeland

Fabienne Erni ist seit zwei Jahren bei Eluveitie dabei. Die Band hat das Leben der 26-Jährigen auf den Kopf gestellt. Dieses Jahr tourte sie bereits durch Südamerika, China, Neuseeland und Australien. Im Sommer standen Festivals an. Die Touren im Nightliner und Flugzeug seien stressig. «Aber ich will nicht mehr ohne das alles sein», sagt Erni, die bald ihr Masterstudium an der Zürcher Hochschule der Künste abschliesst.

«Was wir erleben, ist unbeschreiblich. Man bereist so viele Orte.»

Besonders Neuseeland gefiel ihr. «Dort muss ich zurück zum Wandern.» Einer ihrer Höhepunkte war das Summer Breeze Open Air in Deutschland. «Wir haben so viele Pyros wie noch nie eingesetzt. Headbangen mit all diesem Feuer rundherum – ein unglaubliches Gefühl.»

Die letzten anderthalb Wochen konnte die Band verschnaufen. «Das habe ich gebraucht. Im Sommer hatten wir oft nur zwei Tage Pause zwischen den Festivals. Das reicht fürs Wäschewaschen.» Es tue gut, Zeit für sich zu haben. Bis Ende Jahr sind Eluveitie wieder unterwegs. Keine andere Schweizer Band tourt so erfolgreich durch die Welt. Über 70 Konzerte in Nordamerika und Europa stehen noch an. Zuerst aber spielen sie für die Schottenfans. Denen dürfte Eluveitie gefallen, schliesslich wird dort nebst Violine, Flöte, Drehleier oder keltischer Harfe auch Dudelsack gespielt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.