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Vom Profifussball in die Wirtschaft: Patrick Winkler steht nur noch als Hobby an der Seitenlinie

Patrick Winkler arbeitet als Coach für Stellensuchende – und trainiert den FC Gossau.
Marco Günthart
Fussball. Patrick Winkler, Trainer vom FC Gossau in seinem Büro in St. Gallen © Urs Bucher/TAGBLATT

Fussball. Patrick Winkler, Trainer vom FC Gossau in seinem Büro in St. Gallen © Urs Bucher/TAGBLATT

Der FC Gossau befindet sich in der 1. Liga im Mittelfeld der Tabelle. Als Trainer an der Seitenlinie steht der ehemalige Profi des FC St.Gallen, Patrick Winkler. Der 46-Jährige begann seine Trainerkarriere ebenfalls bei St. Gallen. Im Nachwuchs war er für die verschiedensten Altersklassen zuständig.

Nach insgesamt elf Jahren als Spieler und Trainer beim FC St.Gallen war 2014 aber Schluss. Der damalige Präsident Dölf Früh wollte Veränderungen im Club, was Winkler zum Verhängnis wurde. Drei Jahre später lancierte er seine Trainerkarriere neu. Beim FC Balzers in der 1. Liga blieb er zwei Saisons lang, bis er in diesem Sommer zum FC Gossau wechselte.

Entlassung als Neustart im Leben

Dem FC St. Gallen sei er aber eher dankbar als böse für die Kündigung. «Rückblickend tat die Entlassung gut, da mir mein heutiges Leben gefällt», sagt Winkler. Unter der Woche arbeitet er im Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons St.Gallen als Kursleiter und Coach für Stellensuchende. Er versucht Menschen wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Am Feierabend und am Wochenende geht er seiner Leidenschaft nach und steht beim FC Gossau an der Seitenlinie als Trainer der ersten Mannschaft, was ihm gut gefällt. «Ich merke, dass der Verein vertrauen in mich hat».

Der Unterschied zwischen seiner Trainerstelle bei St. Gallen und derjenigen in Gossau sei gross. Beim Proficlub war es sein Ziel junge, talentierte Spieler zu entwickeln und ihre Karriere zu lancieren. Ebenfalls waren die Spieler immer zur Verfügung, da sie gewissermassen an den Club gebunden waren. Bei Gossau ist das völlig anders. Dort gibt es ein durchmischtes Team von jung bis alt. Für einen Trainer eine ganz andere Aufgabe, als bei einer Nachwuchsmannschaft. Ebenfalls kommt es viel häufiger zu Trainingsabsagen, da die Spieler in die Ferien gehen, arbeiten müssen oder sonstige Termine haben.

Der Umstieg vom Spieler zum Trainer war für Winkler ebenfalls eine grosse Herausforderung. «Als Trainer muss man seine Ideen auf die Spieler übertragen». Als Spieler führte er einfach das aus, was ihm der Coach sagte, ohne weiter zu überlegen. Als Trainer selbst muss er nicht nur lernen, sondern das Gelernte auch an die Spieler weitervermitteln. Beim FC Gossau scheint ihm das einigermassen zu gelingen. Nach acht Runden stehen die Fürstenländer im Tabellenmittelfeld auf Platz acht. Da die meisten Teams nahe beieinander sind, ist sowohl nach vorne, als auch nach hinten noch vieles möglich. Die Aufstiegsspiele sind aber erst einmal ausser Reichweite.

Wichtiges Spiel im Derby gegen alten Arbeitgeber

Speziell wird das Spiel gegen St.Gallens U21 für Winkler morgen um 16 Uhr in Gossau auf jeden Fall. Es ist nicht nur ein Derby, sondern auch ein Spiel gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber. «Ich freue mich, viele alte Gesichter wieder zu sehen».

In den kommenden Saisons ist es sein Ziel, um die Aufstiegsspiele ein Wörtchen mitreden zu können. Dafür müsste es aber überhaupt zu weiteren Saisons kommen. Winklers Vertrag läuft im Sommer aus. Allerdings gab es bereits Gespräche über eine mögliche Verlängerung und für beide wäre eine weitere Zusammenarbeit vorstellbar. Dennoch wurde noch nichts unterschrieben, da beide Parteien sich zu nichts zwingen wollen.

Eine Rückkehr in den Profisport hält Winkler für unwahrscheinlich. «Sag niemals nie, aber ich denke nicht, dass ich wieder im Profisport aktiv werde». Für ihn gibt es auch keinen Grund für diesen Schritt. Ihm gefällt sein jetziges Leben in der Privatwirtschaft und seine Leidenschaft kann er auch als Hobby beim FC Gossau ausüben.

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