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Archäologie im Wandel: Vom Kupferstich zum Computerbild

Die Digitalisierung macht auch vor der Archäologie nicht Halt. Das wird offensichtlich, wenn man die Darstellungen des St.Galler Klosterbezirks aus den vergangenen Jahrhunderten betrachtet.
Roger Berhalter
Der Dom als Kupferstich von Johann Conrad Mayr um 1790/95. (Bild: Stadtarchiv)

Der Dom als Kupferstich von Johann Conrad Mayr um 1790/95. (Bild: Stadtarchiv)

Die jüngste Abbildung der St.Galler Klosterwiese stammt aus dem Computer. Es ist eine nüchterne Darstellung in Schwarz-Weiss, berechnet aus unzähligen Messdaten. Ganz anders hingegen die Darstellungen aus früheren Zeiten, die den Archäologen heute als historische Quellen dienen. Es handelt sich nicht um berechnete Computerbilder, sondern um handgefertigte Kupferstiche, Aquarelle und Zeichnungen. Als älteste Darstellung des Klosterbezirks gilt der St.Galler Stadtplan von Melchior Frank aus dem Jahr 1596. Eine kunstvolle Schwarz-Weiss-Zeichnung, die einerseits die Klosteranlage zeigt, anderseits die restliche Stadt samt der Stadtmauer, den Zugangstoren und dem Graben, der das Ganze umschliesst.

Als die Schutzengelkapelle noch stand

Eine weitere wichtige Darstellung ist ein Kupferstich von Johann Conrad Mayr aus den Jahren 1790/95. «Das hochfürstliche Stift gegen die Kirche in St.Gallen» ist das Bild betitelt, und es zeigt den Klosterplatz mit der Stiftskirche, samt Pferdegespannen und dem Hofbrunnen. Deutlich zu erkennen ist am rechten Bildrand die Schutzengelkapelle. Sie wurde von 1764 bis 1766 erbaut und 1807 zusammen mit dem westlichen Teil der Klostermauer wieder abgebrochen. Oberirdisch ist sie also schon lange nicht mehr sichtbar, im Untergrund zeichnet sich ihr kreisrunder Grundriss aber nach wie vor deutlich ab, wie die aktuellen Radarscans zeigen.

Seit 2005 wird der Klosterplatz vor allem schematisch dargestellt. Die Kantonsarchäologie fasste damals die Ergebnisse verschiedener Grabungen und Radarmessungen der vergangenen Jahrzehnte in einer Übersicht zusammen. Der Plan gilt nach wie vor als Referenz, mit der nun auch die neusten Daten verglichen werden.

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