Rorschacher DJ Letz Fetz von Corona ausgebremst. Der erfolgreiche Eventmanager streift sich nun notfallmässig wieder die Uniform der Post über

Durch den Lockdown hat Stefan Hafners Veranstaltungs-Agentur Musikzentrale.ch im Frühling sämtliche Aufträge auf einen Schlag verloren. Trotz der Covid-19-Lockerungen wartet er auch aktuell vergeblich auf Aufträge.Unterkriegen lässt sich der Rorschach Tausendsassa davon aber nicht.

Rudolf Hirtl
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Covid-19 hat sein Geschäft über Nacht zum Stillstand gebracht: Der Rorschacher Stefan Hafner: Eventmanager, Künstlervermittler und DJ.

Covid-19 hat sein Geschäft über Nacht zum Stillstand gebracht: Der Rorschacher Stefan Hafner: Eventmanager, Künstlervermittler und DJ.

Bild: DJ

Mit seiner Musikzentrale.ch vermittelt der Rorschacher Eventmanager Stefan Hafner seit über zehn Jahren Einzelkünstler oder Bands. Bei Bedarf vermietet er ausserdem Licht- und Musikanlagen oder Zelte. Und selbstverständlich steht er, wenn gewünscht, bei der Planung und Organisation verschiedenster Anlässe zur Verfügung.

In der weiteren Region Rorschach kennt man ihn seit über 30 Jahren auch als DJ Letz Fetz. Egal, ob beim Kindermaskenball im Stadthofsaal, bei den Lauberhorn-Skirennen in Wengen oder bei anderen Grossveranstaltungen, mit seinem stilsicheren Musikmix ist er Garant für eine ausgelassene Stimmung beim Publikum.

Bis Ende Jahr wieder als Briefträger unterwegs

Seine eigene Stimmung rutschte diesen Frühling allerdings in den Keller, als der Bundesrat den landesweiten Lockdown anordnete. «Auf einen Schlag wurden sämtliche Aufträge gekündigt. Ich war von einer Minute zur anderen arbeitslos und konnte aufgrund der Covid-19-Einschränkungen in meinem Business auch nichts dagegen tun», sagt der 53-Jährige. Seit 1. April bis Ende Jahr ist der ehemalige Briefträger daher wieder bei der Post angestellt. Er hat den 50-Prozent-Job dankbar angenommen, um finanziell über die Runden zu kommen.

Die restliche Zeit verwendet er für seine Firma Musikzentrale. Seit dem 6. Juli sind Veranstaltungen mit bis zu 1000 Personen wieder erlaubt. Aufträge bleiben laut Stefan Hafner aber dennoch weiterhin aus. Keine Firmenevents, keine privaten Feste und auch keine Vereinsanlässe stehen in den ansonsten zu dieser Jahreszeit gut gefüllten Auftragsbüchern.

«Die Unsicherheit ist deutlich spürbar. Unternehmen, Vereine und Gemeindebehörden sind extrem zurückhaltend»,

sagt Hafner und ergänzt: «Einerseits fürchten sie, auf den Kosten sitzen zu bleiben, wenn Anlässe wegen Covid-19 abgesagt werden müssen, und zudem sind momentan für Events kaum Sponsoren zu finden.»

Keine Provision, um Veranstalter nicht abzuschrecken

Aufgrund dieser schwierigen Situation hat sich Stefan Hafner entschlossen, bei den Organisatoren von Veranstaltungen auf eine Provision zu verzichten. Für ihn heisst das, wird ein Event wegen neuerlicher Einschränkungen durch den Bundesrat abgesagt, so erhält er keinen Rappen für seine Arbeit. Nur wenn eine Veranstaltung tatsächlich durchgeführt wird, kann er auch eine Rechnung für seine Aufwände stellen. «Es wäre schön, wenn dadurch wieder mehr Anfragen eingehen würden, zumal ja für die Auftraggeber kein finanzielles Risiko besteht», sagt er und verweist auf einen Anlass, den er mit seinem zweiten Standbein, der Agentur Event-Time.ch, selbst organisiert. Am Samstag, 17. Oktober, gibt es das erste Oktoberfäscht in der alten Industrie-Halle in Rorschach. Lederhosen und Dirndl sind erwünscht, aber nicht Pflicht. Abstandsregeln können eingehalten werden.

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Res Lerch