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Die Villa Jacob in St.Gallen verwandelt sich in ein Sterbehospiz

Die Eigentümer wollen die Villa Jacob dem Verein Hospiz zur Verfügung stellen. Zuvor muss das geschichtsträchtige Gebäude umgebaut werden. Momentan liegt das Baugesuch auf.
Christina Weder/Christoph Renn
Die Villa Jacob neben dem Alters- und Pflegeheim Josefshaus. (Bild: Michel Canonica - 24. Januar 2019)

Die Villa Jacob neben dem Alters- und Pflegeheim Josefshaus. (Bild: Michel Canonica - 24. Januar 2019)

Es war ein Spektakel, als die rund 3600 Tonnen schwere, denkmalgeschützte Villa Jacob auf Reisen ging. Sie wurde in einer fast zehnstündigen Aktion um rund 20 Meter nach vorne verschoben. Gut anderthalb Jahre ist das nun her. Um die Villa ist es ruhig geworden. Nun liegt auf dem städtischen Amt für Baubewilligungen an der Neugasse ein Baugesuch für deren Umnutzung auf.

Es stammt von der Wildegg Immobilien AG, die von Peter und Albert Kriemler gegründet worden ist. Schon länger ist bekannt, dass sie die Villa Jacob dem Verein Hospiz zur Verfügung stellen wollen. Der Verein wird darin ein Sterbehospiz für die Betreuung schwerkranker und sterbender Menschen einrichten.

Die Villa von Innen (Bild: PD)

Die Villa von Innen (Bild: PD)

Das Hospiz hat bereits vor einem Jahr seinen Betrieb an einem anderen Standort aufgenommen – im ehemaligen Kapuzinerhospiz an der Waldstrasse 3, das dem Verein von der Katholischen Kirchgemeinde St. Gallen zur Verfügung gestellt wird. Von Anfang an war klar, dass es sich dabei um eine temporäre Lösung handelt. «Das Angebot läuft gut und die Auslastung ist hoch», sagt Roland Buschor, Geschäftsführer des Hospizes. Das Sterbehospiz wird so lange dort bleiben, bis die Villa Jacob bezugsbereit ist. Wie aus dem Baugesuch hervorgeht, soll es voraussichtlich Ende 2019 so weit sein.

Bauarbeiten sollen im April beginnen

Beim geplanten Umbau müssen denkmalpflegerische Aspekte wie auch die Bedürfnisse einer Institution für Palliative Care berücksichtigt werden. «Wir stehen in engem Kontakt mit den Behörden, die uns bei der Sanierung begleiten», sagt Michael Steiner von der Wildegg Immobilien AG. So sollen die Bodenbeläge und Decken entfernt werden, damit teils die ursprünglichen Bauelemente wieder zum Vorschein kommen.

Die Villa Jacob im Rohbau. (Bild: PD)

Die Villa Jacob im Rohbau. (Bild: PD)

Momentan befindet sich die Villa Jacob noch im Rohbau. «Wenn es keine Einsprachen gibt und wir die Baubewilligungen erhalten, beginnen wir so schnell als möglich», sagt Steiner. Der Startschuss würde etwa im April fallen. Wann das Sterbehospiz definitiv seinen Betrieb in der Villa Jacob aufnehmen kann, ist indes noch nicht festgelegt. Der Ausbau soll voraussichtlich bis Ende Jahr abgeschlossen sein.

Ein Wellnessbereich im Sockelgeschoss

Die anstehenden Umbauarbeiten in der Villa Jacob betreffen primär das Untergeschoss und das Dachgeschoss. Das Dachgeschoss wird ausgebaut und neu erschlossen. Dort sind sechs Zimmer geplant. «Wichtig ist, dass jedes Zimmer über eine eigene Nasszelle verfügt.» Um Licht in die Räume zu bringen, sind Oblichter, Lukarnen und Dachfenster vorgesehen. Im ersten Obergeschoss sind weitere sechs Zimmer – ebenfalls mit eigenem WC und Badezimmer – geplant.

Der Kronleuchter hängt noch. (Bild: PD)

Der Kronleuchter hängt noch. (Bild: PD)

Im Erdgeschoss werden Büros, Untersuchungs- und Behandlungszimmer, eine Teeküche und ein Esszimmer untergebracht. Im Sockelgeschoss sind zudem ein Wellness- und Therapiebereich sowie eine Apotheke vorgesehen. Ausserdem ist der Einbau eines Lifts in den Plänen festgehalten. Das Baugesuch liegt noch bis am 30. Januar auf.

Das Hospiz braucht einen Lift in der Villa

Das Projekt Hospiz St. Gallen wurde vor einigen Jahren von Pflegefachpersonen ins Leben gerufen, die in der Palliative Care tätig sind. Bald kamen Christoph Hürny, ehemaliger Chefarzt der Geriatrischen Klinik, Roland Buschor und Daniel Büche dazu.

Im Hospiz sollen vor allem jüngere, unheilbar kranke Erwachsene betreut werden, wenn dies zu Hause nicht mehr möglich ist, weil ihre Betreuung zu komplex ist oder das Umfeld fehlt. Zuvor blieb den Betroffenen oft nichts anderes übrig, als ihre letzten Tage in einem Pflegeheim zu verbringen. «Wir bieten Betroffenen eine Palliative Care in familiärem Umfeld», sagt Buschor. Aber ein Hauptproblem bleibt bestehen: «Wir sind noch immer auf private Spenden angewiesen.»

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