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Das Juwel glänzte nur kurze Zeit: Stephan Oberli war einer der begabtesten Spieler beim FC St.Gallen

Stephan Oberli war zur Jahrtausendwende einer der begabtesten Fussballer in der Ostschweiz. Marcel Koller holte den Teenager ins Fanionteam. Verletzungen beendeten Oberlis Karriere jedoch jäh und viel zu früh.
Daniel Wirth
Mittelfeldspieler Stephan Oberli (links) im Uefacup im Zweikampf mit Sebastian Kehl vom SC Freiburg, beobachtet von Ionel Gane. (Bild: Walter Bieri/Keystone, Stadion Hardturm in Zürich, 1. November 2001)

Mittelfeldspieler Stephan Oberli (links) im Uefacup im Zweikampf mit Sebastian Kehl vom SC Freiburg, beobachtet von Ionel Gane. (Bild: Walter Bieri/Keystone, Stadion Hardturm in Zürich, 1. November 2001)

Stephan Oberli bezeichnet Marcel Koller, der morgen als Trainer des FC Basel nach St. Gallen zurückkehrt, als seinen Entdecker und Förderer. Oberli war 18 und beim Technologiekonzern Bühler in Uzwil in der Lehre zum Maschinenmechaniker, als Koller ihn am Anfang der Meistersaison 1999/2000 die ersten Male aufbot und den defensiven Mittelfeldspieler auf die Bank setzte.

«Zum Einsatz kam ich aber nie»,

erinnert sich Oberli, der in Bronschhofen aufwuchs.

Im Februar 2000 reiste Oberli als Junior mit der U 19 in ein Trainingslager nach Südafrika. Ein Kleinbus, in dem er mitfuhr, verunfallte schwer. Es gab acht Verletzte. Thomas Köppel aus Widnau ist seither querschnittgelähmt. Oberli brach sich beim Unfall drei Rückenwirbel.

Seine Genesung, während der er ein Korsett tragen musste, dauerte neun Monate. Oberli kämpfte sich zurück. Er brachte seine Lehre zu Ende und sagte sich mit 20: «Jetzt versuche ich es eine Saison lang als Profi.» Er bekam beim FC St. Gallen einen Vertrag – und von Marcel Koller das Vertrauen.

Das Debüt auswärts gegen Xamax Neuchâtel

Im Juli 2001 kam Oberli, der von der U 15 bis zur U 20 sämtliche Auswahlen des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) durchlaufen hatte, zu seinem ersten Einsatz in der höchsten Schweizer Liga, auswärts gegen Xamax Neuchâtel. Der Mittelfeldspieler hatte es geschafft.

Marcel Koller setzte die grosse Nachwuchshoffnung auch im Uefa-Cup ein, gegen den rumänischen Rekordmeister Steaua Bukarest und gegen den deutschen Bundesligisten SC Freiburg.

«Diese Spiele waren der Höhepunkt meiner Karriere»,

erinnert sich Oberli. Er tauschte mit dem Hünen Sebastian Kehl vom SC Freiburg nach dem Spiel das Trikot. «Seines reichte mir bis zu den Knien, meines verdeckte bei ihm knapp den Bauchnabel», sagt Oberli.

Kurz nach dem Karrierehöhepunkt dann der erste Tiefschlag: Oberli verletzt sich am Sprunggelenk. Gleichzeitig wird Marcel Koller, der zu seinem Stammklub GC wechselt, beim FC St. Gallen durch Gérard Castella ersetzt. Oberli kämpft sich ein weiteres Mal zurück, kann aber nicht mehr an seine stärksten Spiele anknüpfen.

In der Zwischenzeit wird Thomas Staub FCSG-Trainer. Oberli steht vor kurz einem erfolgreichen Comeback – als ihm das Kreuzband reisst. Ein weiterer Tiefschlag in der noch jungen Karriere. «Wenigstens blieb mir so das 3:11 gegen den FC Wil erspart», sagt Oberli.

Er machte nur 19 Meisterschafts- und fünf Uefa-Cup-Spiele für den FC St. Gallen, ehe er 2002 an seinen Stammverein, den FC Wil, ausgeliehen wurde. Auch dort hatte Stephan Oberli immenses Verletzungspech: Knorpelschaden, Wasser im Knie.

Er bestritt noch 36 Spiele in der zweithöchsten Liga. «Dann musste ich einsehen: Es geht nicht mehr», sagt Oberli. Er war damals noch keine 25 Jahre alt.

Er liebt den Fussball und seine Emotionen

Die Karriere des talentierten Mittelfeldspielers ging früh zu Ende. Oberli haderte zwar mit seinem Schicksal, fiel aber nicht in ein Loch. Er machte eine Ausbildung zum medizinischen Masseur und erlangte als Trainer das B-Diplom. Er eröffnete in Bronschhofen eine eigene Praxis und arbeitete in der Juniorenabteilung des FC Wil als Trainer.

2008 kehrt er in den Staff des FC St. Gallen zurück. Seine Praxis in Bronschhofen führt er bis heute weiter.

«Meine vielen Verletzungen trugen dazu bei, dass ich mich für die Medizin zu interessieren begann», sagt Oberli. Er machte aus der Not eine Tugend. Er sagt, er liebe den Fussball und die Emotionen, die der Sport auslöse, und sei deshalb zufrieden, beim FC St. Gallen tätig sein zu dürfen. Oberli lebt in Rossrüti, ist verheiratet und Vater zweier Buben.

Stephan Oberli (38) arbeitet heute als medizinischer Masseur für den FC St.Gallen. (Bild: PD)

Stephan Oberli (38) arbeitet heute als medizinischer Masseur für den FC St.Gallen. (Bild: PD)

FC St. Gallen - FC Basel

Morgen So, 16 Uhr, Kybunpark; Matchtipp Stephan Oberli: 2:1

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