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Kommentar

Videoüberwachung: Die Hemmschwelle in den Dörfern sinkt

Der öffentliche Raum wird vermehrt mit Kameras überwacht. Die Jede Gesellschaft muss selber entscheiden, ob sie den Einsatz von Kameras gegen Abfallsünder für angemessen hält.
Johannes Wey
Johannes Wey, Teamleiter Gossau/Region St. Gallen

Johannes Wey, Teamleiter Gossau/Region St. Gallen

Es waren heftige Abstimmungskämpfe, die der Stadt St. Gallen zuerst ein neues Polizeireglement und 2007 die Videoüberwachung «neuralgischer Punkte» wie Bohl und Brühltor-Passage brachten. Durchgesetzt haben sich die Argumente der Befürworter: Videokameras wirkten präventiv gegen Gewalt und Kriminalität und verbesserten das Sicherheitsempfinden.

Kurz darauf zog die Stadt Gossau mit ihrem Polizeireglement nach. Während das Spuckverbot (das mittlerweile in der Region Schule gemacht hat) schweizweiten Spott über die Stadt brachte, war die Videoüberwachung unbestritten. Auch hier wurde 2010 mit dem Sicherheitsempfinden und der Verfolgung von Straftätern argumentiert, als man den Einsatz von Kameras prüfte – und verwarf.

Eine Gemeinde nach der anderen zog mit den neuen Rechtsgrundlagen nach. Sinnigerweise tragen diese oftmals Titel wie «Reglement für Ruhe und Ordnung». In den ländlichen Gemeinden sollen die Kameras nicht mehr Bedrohungen an Leib und Leben, sondern Littering und Vandalismus verhindern. Und in den Dörfern scheint die Hemmschwelle zum Einsatz der Technik tiefer zu sein.

Unbehagen gegenüber der Überwachung des öffentlichen Raums drückt heute kaum jemand mehr aus. Im Smartphone-Zeitalter hat sich das Thema Datenschutz abgenutzt oder auf den Privatgebrauch verlagert. Jede Gesellschaft muss selber entscheiden, ob sie den Einsatz von Kameras gegen Abfallsünder für angemessen hält. Doch es lohnt sich, zweimal darüber nachzudenken, ob er nicht doch irgendwo einen Haken hat.

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