Verwirrung um Kornhausbräu-Betrieb auf dem Rorschacher Hafenplatz: Mit dem Projekt Zeltwerk bespielen kreative Köpfe das Areal

Künstler, Gewerbler oder Gastronomen können sich bis Mitte September am Rorschacher Hafen präsentieren. Möglich machen es zwei Frauen mit ihrem Projekt Zeltwerk. Das Rorschacher Kornhausbräu gibt es dort aber trotzdem zu trinken.

Jolanda Riedener
Drucken
Teilen
Der Kabisplatz wird bespielt. Auf dem Kies im westlichen Teil wird das Projekt Zelt-Werk stattfinden.

Der Kabisplatz wird bespielt. Auf dem Kies im westlichen Teil wird das Projekt Zelt-Werk stattfinden.

Bild: Jolanda Riedener

Die Stadt Rorschach will mit einer Übergangslösung das Hafenareal während dreier Monate beleben. «Mit der Kornhausbräu AG und dem Restaurant The Ami ist es der Stadt gelungen, zwei ortsansässige Gastrobetreiber für eine temporäre Nutzung des Hafenareals zu gewinnen», heisst es in einer Mitteilung der Stadt.

Wie sich nun herausgestellt hat, wird aber nicht die Kornhausbräu AG auf dem Areal des westlichen Kiesplatzes wirten. Sondern Michèle Müller und Kim Boppart von Konzept-Kunst werden während der kommenden drei Sommermonate den Platz bespielen. Etwas irritiert haben sie die Mitteilung der Stadt zur Kenntnis genommen. Die Tochter von Kornhausbräu-Geschäftsführer Andreas Müller ist ebenfalls Mitglied in der Geschäftsleitung der Rorschacher Brauerei. Die Kornhausbräu sei zwar angefragt worden, ob sie auf dem Hafenplatz wirten wolle. Diese habe aber abgelehnt und das Duo von Konzept-Kunst habe darauf beim Stadtrat ein entsprechendes Konzept eingereicht.

Bei der Stadt sei man davon ausgegangen, dass Michèle Müller stellvertretend für die Kornhausbräu ihr Projekt Zeltwerk vorstellte, heisst es auf Nachfrage bei Stadtschreiber Marcel Aeple.

Essen, trinken und Neues erleben

Michèle Müller, Mitinitiantin des Projekts Zeltwerk.

Michèle Müller, Mitinitiantin des Projekts Zeltwerk.

Bild: Jolanda Riedener (Oktober 2016)

Müller und Boppart haben sich nun etwas Besonderes für den Kabisplatz einfallen lassen. Das Zeltwerk verstehe sich als Plattform: Lokale und regionale Künstler, Gewerbetreibende oder Gastronomen können ihr Produkt oder Handwerk im Zelt am Hafen präsentieren. Müller sagt:

«Es wird ein buntes Programm geben.»

Dem Duo schwebt ein Treffpunkt vor, der einen Austausch und Gespräche vor Ort ermöglicht. Zum Beispiel könne man Künstlerinnen und Künstlern bei der Arbeit zuschauen. Oder es werden Workshops angeboten, an denen die Bevölkerung teilnehmen kann. Müller, die selber beruflich von den Auswirkungen der Coronapandemie betroffen ist, sagt:

«Anstatt immer nur zu jammern, wollten wir etwas umsetzen.»

Konzept-Kunst helfe den Betrieben bei der Umsetzung und Präsentation ihrer Produkte. Die beiden haben zahlreiche Unternehmen angeschrieben und wollen ihnen in dieser Zeit die Möglichkeit bieten, sich zu präsentieren. Zusätzlich zu den wechselnden Angeboten wie Risotto, Wok oder Grill bieten die Veranstalterinnen im Zelt ein fixes Verpflegungsangebot an: «Es wird eine Bar geben mit lokalen Getränken», sagt Müller. Derzeit sind die Frauen noch auf der Suche nach entsprechenden Produkten. Eine kleine Snackkarte soll es ebenfalls geben.


Welche Veranstaltungen wann und wie geplant sind, wird demnächst auf der Website www.zelt-werk.ch kommuniziert.