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Bruderliebe in Wittenbach: Ein Gröble tritt an, der andere ab

Nach der Wahl von Oliver Gröble zum Gemeindepräsidenten von Wittenbach, zieht sich
Bruder André Gröble aus der GPK zurück. Dem Rücktritt ging ein Missverständnis voraus.
Noemi Heule
Der neugewählte Gemeindepräsident Oliver Gröble bei seiner Antrittsrede. Bruder André Gröble bleibt im Hintergrund. (Bild: Hanspeter Schiess)

Der neugewählte Gemeindepräsident Oliver Gröble bei seiner Antrittsrede. Bruder André Gröble bleibt im Hintergrund. (Bild: Hanspeter Schiess)

Eigentlich sollten die Wittenbacherinnen und Wittenbacher ihren neuen Gemeindepräsidenten mittlerweile kennen. Schliesslich strahlt Oliver Gröble von Plakaten und tingelte mit seinen Kennenlern-Treffs durch die Quartiere. Doch wo Gröble draufsteht, steckt nicht immer Oliver Gröble drin. Manchmal, da versteckt sich hinter dem bekannten Antlitz André Gröble. Zwillingsbruder, Ebenbild, Nachbar und Wahlkampfhelfer. Zuletzt sorgte der doppelte Gröble an der Bürgerversammlung für Missverständnisse – und das gleich doppelt.

Auch André Gröble haben die Bürger einst gewählt; er ist Mitglied der Geschäftsprüfungskommission der Gemeinde. Ob das rechtens sei, fragte ein Wittenbacher an der Bürgerversammlung, wenn der eine Bruder die Geschäfte des andern kontrolliert? Gröble setzte zu einer Antwort an und wurde sogleich von Noch-Gemeindepräsident Fredi Widmer zurecht gewiesen. Wo kämen wir denn hin, wenn sich jeder, wider des Protokolls, einfach so zu Wort melden könnte?

Zum «GPK-Eunuchen» degradiert

Es werde nun geprüft, ob die Verwandtschaft in Präsidium und Kontrollorgan zulässig sei, entgegnete Fredi Widmer. Die Antwort ist ja. Das nimmt Bruno Schaible vom kantonalen Amt für Gemeinden vorweg. Artikel 34 der Kantonsverfassung verbietet es Eltern, Kindern, Ehegatten oder eben Geschwistern lediglich, der gleichen Behörde anzugehören. «Geschäftsprüfungskommission und Präsidium schliessen sich aber nicht aus», sagt Schaible. Dennoch sei ihm kein Fall mit einer ähnlichen Konstellation bekannt. Allerdings: Das Mitglied in der GPK müsste bei allen Geschäften in den Ausstand treten, in die sein Bruder involviert sei.

Das würde André Gröble zum «GPK-Eunuchen» machen, schreibt Norbert Näf auf Facebook. Der Verlierer im Duell ums Wittenbacher Gemeindepräsidium hat sich offenbar längst mit der Frage beschäftigt. «Es ist dem Fingerspitzengefühl von Oliver und André Gröble überlassen, ob sich einer der beiden entschliesst, auf das Amt zu verzichten», schlussfolgert er.

Fredi Widmer könnte sich seine Arbeit, Norbert Näf seine Ausführungen sparen – hätte Widmer nicht vorschnell eingegriffen. Denn es war nicht Oliver Gröble, der sich an seiner ersten Bürgerversammlung einen ersten Fauxpas erlaubte, sondern André Gröble, der kurz entschlossen seinen Rücktritt bekannt machen wollte.

Bruderliebe statt Eigeninteresse

Einmal mehr sorgten die beiden Doppelgänger für Verwirrung in Wittenbach. Wer kann es verübeln? Schliesslich teilen die beiden dasselbe Genmaterial. Gleiches Aussehen, gleiche Aufmachung, nur der Haarschnitt ist anders. Da ist die Verwechslung programmiert.

Es sei von Anfang an klar gewesen, dass sein Bruder im Fall einer Wahl zurücktrete, sagt Oliver Gröble. «Wir wollen nicht den Anschein erwecken, dass ein Interessenkonflikt entstehen könnte.» Der Schritt falle seinem Bruder zwar nicht leicht, er hänge an seinem Amt. Aber:

«Das ist Bruderliebe.»

André Gröble hat Fingerspitzengefühl bewiesen, wie es Norbert Näf ausdrücken würde. Und den übrigen GPK-Mitgliedern einen Gefallen getan. Sie hätten nie mit Sicherheit sagen können, welcher Gröble nun tatsächlich im Gremium sitzt.

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