Runder Tisch
Verstärkte Polizeipräsenz und Sperrung der Augustinergasse: So reagiert die Stadt St.Gallen auf die Lärm- und Abfallprobleme im Bermudadreieck nach einer Aussprache

Am Donnerstagabend gab es einen Runden Tisch zum Thema Lärm und Abfall rund um das Bermudadreieck. Die Polizei habe sich erklären können, sagt Stadträtin Sonja Lüthi. Verschiedene Massnahmen sollen in den kommenden Wochen geprüft werden. Für das anstehende Wochenende werden bereits erste zusätzliche Massnahmen getroffen.

Daniel Wirth
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Immer wieder Probleme im Bermudadreieck: Nun werden weitere Massnahmen getroffen.

Immer wieder Probleme im Bermudadreieck: Nun werden weitere Massnahmen getroffen.

Bild: Michel Canonica

In den vergangenen Wochen hat die Lärm- und Abfallthematik im Bermudadreieck stark zugenommen. Es gingen Reklamationen aus der Bevölkerung ein. Am Donnerstag wurde die Situation mit Vertreterinnen und Vertretern von Anwohnern, Liegenschaftenbesitzern, dem Quartierverein, der Gassengesellschaft, Gastro-Betrieben sowie städtischen Dienststellen – Tiefbauamt, Entsorgung, Kinder Jugend Familie, Umwelt und Energie sowie Stadtpolizei St.Gallen – besprochen.

Ziel war, sich gegenseitig über die Situation und die rechtlichen Möglichkeiten zu informieren sowie sich über mögliche Lösungsansätze auszutauschen. Stadträtin Sonja Lüthi als Vorsteherin der Direktion Soziales und Sicherheit sagt auf Anfrage, am Runden Tisch habe eine wohlwollende Stimmung geherrscht. Selbstverständlich seien von verschiedenen Seiten auch Forderungen gestellt worden, sagte sie.

Stadträtin Sonja Lüthi, Direktion Soziales und Sicherheit.

Stadträtin Sonja Lüthi, Direktion Soziales und Sicherheit.

Tobias Garcia

Insbesondere die Stadtpolizei habe erklären können, welches ihre Möglichkeiten seien und wo sie von Gesetzes wegen an Grenzen stosse. Diese Erklärungen seien wichtig gewesen und hätten die Lage entspannt, bilanziert Lüthi. Sie spricht von einem Prozess, den es brauche, um die Situation im Bermudadreieck, einer der Ausgehmeilen in der Stadt, zu normalisieren. Das könne nicht von heute auf morgen geschehen.

Schwierige Situation für alle

Das Bermudadreieck habe sich in den letzten Wochen zum Treffpunkt für Partygäste etabliert, wo mitunter mitgebrachter Alkohol konsumiert und Partys mit privaten Lautsprechern veranstaltet würden, heisst es in der Mitteilung. Der Lärm, der hinterlassene Dreck, das Urinieren an Hausfassaden sowie das rücksichtslose und aggressive Verhalten einiger Gäste sind für alle Anwesenden des Runden Tischs nicht tolerierbar.

Anlässlich des Austauschs wurden mögliche Massnahmen, wie beispielsweise das Einführen eines Mehrwegbechersystems oder die Sperrung der Augustinergasse, besprochen. Solche Massnahmen werden nun geprüft.

Die Strasse ist abgesperrt.

Die Strasse ist abgesperrt.

Bild: Sandro Büchler

Massnahmen fürs kommende Wochenende

Die Massnahmen vom vergangenen Wochenende werden auch an diesem Freitag und Samstag fortgesetzt. Dazu gehören Präventionsplakate, Absperrgitter und zusätzliche Abfallbehältnisse. Die Stadtpolizei wird nach personellen Möglichkeiten ihre Präsenz nochmals verstärken.

Zudem wird neu die Augustinergasse übers Wochenende gesperrt, um Lärmquellen für Anwohnende zu minimieren. Eine Verlängerung der Öffnungszeit von Gastro-Betrieben werde für beanstandungsfreie Lokale grundsätzlich wieder bewilligt, heisst es weiter.

Die Schilder sind aufgestellt.

Die Schilder sind aufgestellt.

Bild: Sandro Büchler

Situation laufend neu beurteilen

Die Situation wird gemäss der Mitteilung weiterhin beobachtet, gerade auch wie sie sich in Bezug auf die weiteren Corona-Öffnungsschritte entwickelt. So sei es wichtig, die aktuellen Massnahmen fortlaufend zu beurteilen und wenn notwendig anzupassen. Nach den Sommerferien findet ein weiterer Runder Tisch statt.