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Verkehrsinfarkt, Moloch oder die einzige Alternative? Das halten die Leserbriefschreiber vom Autobahnanschluss in Goldach und Rorschach

Am 17. November stimmen die Gemeinden Goldach und Rorschach über den Autobahnanschluss Plus ab. Die Gemeinden müssen nur einen kleinen Teil der Kosten des 315-Millionen-Projekts bezahlen. Der Abstimmungskampf verläuft hoch emotional und bescherte der Redaktion viele Leserbriefe.
Jolanda Riedener
Die Gegner und Befürworter des Autobahnanschluss Plus machten mobil: Werbeflyer, Leserbriefe und Plakate prägten den Alltag der Goldacher und Rorschacher Bevölkerung. (Bild: Jolanda Riedener)

Die Gegner und Befürworter des Autobahnanschluss Plus machten mobil: Werbeflyer, Leserbriefe und Plakate prägten den Alltag der Goldacher und Rorschacher Bevölkerung. (Bild: Jolanda Riedener)

Es sind viele Leserbriefe, welche die Redaktion in Rorschach in den vergangenen Wochen erreichten. Einige der Einsendungen wurden im «Tagblatt» abgedruckt, manche fanden keinen Platz in der Printausgabe. Deshalb nachfolgend einige Einsendungen der Leserschaft.

Nein zum Anschluss in die Vergangenheit

Am 11. Februar haben 70 Prozent der Stimmbeteiligten und alle 77 Gemeinden des Kantons einem Sonderkredit über 75 Millionen Franken für die IT-Bildungsinitiative zugestimmt und somit gezeigt, dass sie die Zeichen der Zeit erkannt haben. Unsere Welt wandelt sich verstärkt in Richtung Digitalisierung. Schon heute erleben wir, dass sich in Wirtschaft, Verwaltung, Verkehr, Mobilität und Privatleben viele Abläufe stetig verändern. Diese Entwicklung wird weitergehen. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben erkannt, dass sie den Anschluss an die Zukunft nicht verpassen dürfen.

Am 17. November stimmen wir über einen Autobahnanschluss ab, der auf einer Verkehrsplanung des letzten Jahrhunderts basiert und diese digitale Entwicklung in keiner Weise berücksichtigt! Berechnungen, die weder eine veränderte Arbeitswelt, welche mit Telependling das Autopendeln teils überflüssig machen wird, noch die technischen und App-basierten Veränderungen in der Mobilität berücksichtigen, sollen uns weismachen, dass ein neuer Autobahnanschluss notwendig ist. Mit dem Slogan: «Den Anschluss nicht verpassen» wird für dieses nicht mehr zeitgemässe Projekt geworben. Welchen Anschluss? Den Anschluss in die Vergangenheit? Der Autobahnanschluss wird gemäss Aussagen der Verantwortlichen in 15 Jahren fertiggestellt sein. Vor 15 Jahren gab es weder iPad und iPhone, welche einfache App-Anwendungen ermöglichten, noch Twitter und Instagram! In den kommenden 15 Jahren wird gerade bezüglich der Mobilität weiteres dazukommen, so dass dannzumal der Autobahnanschluss überflüssig sein. Dafür würde er aber eine unwiederbringliche Narbe in unserem Naherholungsgebiet und unserer Kulturlandschaft hinterlassen und unsere drei Gemeinden entgegen der Pro-Propaganda nicht einen, sondern durch eine graue Schlucht trennen.

Ich vertraue auf die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, dass sie auch bei dieser Abstimmung den Anschluss nicht verpassen wollen. Aber nicht den Anschluss in die Vergangenheit! Mit einem NEIN zum Anschluss in die Vergangenheit zeigen wir, dass wir die Zeichen der Zeit erkannt haben. Mit einem NEIN zum Anschluss in die Vergangenheit sichern wir uns und unseren Kindern die Zukunft!

Bruno Zürcher, Goldach

Es gibt keine Alternativen

Heute rollt der gesamte Verkehr mit vielen Lastwagen mitten durch das Siedlungsgebiet unserer Region und verursacht praktisch täglich lange Staus. Durch den eigenen Autobahnanschluss können die Stadtzentren vom Verkehr entlastet werden. Die neue Verkehrsführung leitet den Verkehr entlang der Gemeindegrenzen, wodurch die heute stark verkehrsbelasteten Strassen vom Durchgangsverkehr befreit werden. Die Gegner des eigenen Autobahnanschlusses denken, die zusätzliche Strasse würde den letzten grünen Hang der Region zerstören und zu mehr Lärm am Berg führen. Dies mag zwar teilweise stimmen, doch werden die Dorfzentren gleichermassen von Lärm und verstopften Strassen befreit. Die vielen Einwohner und Besucher unserer Region würden sich wieder vermehrt in den Dorfzentren aufhalten und die Nähe zum See geniessen können, ohne dabei stets von Blechlawinen umgeben zu sein. Diese Belebung der Gemeinden erhöht Attraktivität als Wohn-, Arbeits- und Lebensraum. Dies ist jedoch nur möglich, wenn der Durchgangsverkehr wirkungsvoll umgeleitet und grösstenteils an den Rand des Siedlungsgebiets verlegt werden kann. Es liegt an uns, die Lebensqualität in unserer Region zu verbessern. Diesen Wunsch können wir am 17. November 2019 mit einem JA zum eigenen Autobahnanschluss realisieren!

Bruno Locher, Rorschacherberg

Verkehrsinfarkt in Rorschach und Goldach?Ein Faktencheck

Trifft es wirklich zu, wie seitens der Befürworter immer argumentiert wird, dass auf Rorschachs und Goldachs Strassen schon jetzt chaotische Zustände herrschen, ja dass bereits in Kürze mit einem Verkehrsinfarkt zu rechnen ist?

Ich habe während einiger Wochen den Verkehr auf der St.Gallerstrasse genau beobachtet. An Werktagen herrschen von 08.00 bis 17.30 Uhr problemlose Verkehrsverhältnisse. Von ca. 17.30 bis 18.30/19.00 Uhr kommt der Verkehr ab Kreisel Waldegg oberhalb von Tübach zum Stocken. Die Autoschlange ist kompakt, bewegt sich jedoch kontinuierlich Richtung Bruggmühleknoten, bis die Ampeln auf Grün schalten und eine flüssigere Weiterfahrt erlauben. Fazit: Selbst bei dichtem Feierabendverkehr sind es nicht mehr als 10 Minuten, um nach der Autobahnausfahrt bis nach Rorschach zu gelangen. In andern Worten: Keine Rede von Verkehrszusammenbruch!

Nervig für alle Verkehrsteilnehmer ist das Warten vor den Bahnschranken. Gefühlte 15 Minuten ist man blockiert vor den Barrieren. Doch in Tat und Wahrheit beträgt die Wartezeit - selbst bei zwei aufeinander folgenden Zügen - äusserst selten mehr als fünf Minuten. Verkehrskollaps?

Seitens des Gewerbes und des Detailhandels wird gejammert, dass durch die vielen Staus weniger Kunden in unsere Region kämen und Lastwagen lange in unseren Strassen steckenblieben, was zusätzliche Kosten verursache, die Wettbewerbsfähigkeit erschwere, ja sogar zu Betriebsschliessungen und zu Verlust von Arbeitsplätzen führen könne. Was für eine Irreführung! Fakt ist: ein Lastwagen der Permapack oder Froneri ist im Normalfall in 15 Minuten auf der Autobahn. Wirklich massive Staustunden erleiden Chauffeure und wir alle in andern Agglomerationen, zum Glück nicht in Rorschach und Goldach.

Doch es muss klar unser Ziel sein, Massnahmen zu ergreifen, um den Verkehr flüssiger und damit auch umweltschonender durch unsere Strassen zu leiten. Wir erreichen das, indem wir mit zusätzlichen Strassenunterführungen dem Bahnverkehr aus dem Weg gehen. Wir brauchen dazu kein gigantisches Strassenprojekt, das auf vagen Hochrechnungen betr. Verkehrsentwicklung basiert, das erst Mitte der 30er Jahre zur Vollendung käme, das neue innovative Mobilitätskonzepte ignoriert, das wertvollen Boden wegfrisst und nur noch mehr Verkehr und Lärm generiert. NEIN zum neuen Autobahnanschluss!

Peter Rettenmund, Goldach

Hand aufs Herz

Schon in der Bibel steht: Wer ohne Auto ist, der stimme als Erster Nein. Das stimmt natürlich nicht. Aber Hand aufs Herz. Sind Sie bereit, auf Ihr Auto zu verzichten? Sich nur noch mittels ÖV und Langsamverkehr fortzubewegen? Nein. Dann sind Sie Teil des Problems. Helfen Sie mit, dieses jetzt zu lösen. Stimmen Sie für den Autobahnanschluss.

Damian Keel, Goldach

Kreative Lösungen sind gefragt!

Ich bin kürzlich vom St.Annaschloss in Richtung Autobahnunterführung spaziert. Da sieht man „wunderbar“ das breite Betonband der A1 vor sich. Durch die neuen Auf- und Ausfahrten des geplanten Autobahnanschlusses würde diese Betonwüste nochmals verbreitert. Wollen wir wirklich dafür noch mehr von unserer Landschaft opfern? Mehr Strassen generieren mehr - und sicher nicht weniger - Verkehr. Das ist eine immer wieder festgestellte Tatsache. Wollen wir 315 Millionen ausgeben um damit - vielleicht - ein paar Minuten schneller auf der A1 zu sein? Ob das Geld übrigens vom Bund, dem Kanton oder den Gemeinden kommt ist schlussendlich nicht so relevant. Es sind allesamt unsere Steuergelder. Was könnte mit diesen 315 Millionen doch alles umgesetzt werden in Sachen intelligenter und Umwelt-schonender Verkehrslösungen ohne zusätzlichen Autobahnanschluss! Nebst den ohnehin geplanten Bahnunterführungen könnte in ein dichteres und effizienteres ÖV-Netz (auch zu Randstunden), in ein regionales Velowegnetz mit deutlich abgegrenzten Fahrspuren, in Elektrobusse, Ladestationen für Elektroautos, etc. investiert werden. Lasst uns die Verkehrsplanung als Gesamtes überdenken anstatt im herkömmlichen Stil zu klotzen um so unseren Kindern nicht eine Betonlandschaft hin zu bauen, die durch künftige Generationen nur schwer wieder rückgängig gemacht werden kann. Wagen wir es kreativ zu sein, unter Einbezug der Jugend!

Paul Holenstein

Das Land nicht dem Moloch Verkehr opfern

Zwei Wochen vor der Abstimmung vom 17. November sind wir in Rorschach noch nicht im Besitz der Planungsunterlagen zum 3. Autobahnanschluss. Dabei geht es um ein Projekt, das über 300 Millionen Franken verschlingen wird. Was wir aber aus Flugblättern und der Zeitung wissen: Häuser werden abgerissen, darunter das 2008 neu erbaute Pflegeheim Helios, dessen Neubau Millionen kosten wird. Auf der Goldacherstrasse werden 19 Fahrspuren in eine gigantische Kreuzung münden. Ampeln werden nach den Tunnels und Kreuzungen wieder zu neuen Staus führen. Lärm am Berg wird ein grosses Siedlungsgebiet belasten. Ist das ein nachhaltiges Vorhaben? Wollen wir wirklich noch heute soviel dem Moloch Verkehr opfern? Wie einst dem verschlingenden Moloch in Kanaan nach biblischer Überlieferung gnadenlos geopfert wurde? Heute wissen wir doch, dass wir unsere Art der Mobilität angesichts des Klimawandels nicht so weiter treiben dürfen, sondern neu überdenken und ordnen müssen. Darum ist dieses Megaprojekt abzulehnen.

Arne Engeli, Rorschach

Autobahnanschluss ist eine Fehlplanung

Der grossartig aufgemachte Masterplan Autobahnanschluss Rorschach darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass das vorliegende Projekt Ausfluss einer fatalen Fehlplanung ist. Aufgrund des Anschlussstandortes am westlichen Perimeterrand (nahe am bestehenden Anschluss Meggenhus) hat der Anschluss zwar für Goldach eine entlastende Wirkung, auf Rorschach aber nur eine geringe und für den Verkehr zum Rheintal nur eine marginale Wirkung: die Gemeinde Thal mit dem Dorf Staad bleibt auf dem sehr hohen Verkehrsaufkommen sitzen. Wie konnte es soweit kommen: die frühe Fokussierung auf den Schwerverkehr und die Verweigerungshaltung der Gemeinde Rorschacherberg hat bessere Lösungen verunmöglicht. Die grundlegende Variantenstudie von 2006 hat für die Anschlussstandorte Sulzberg und vor allem Steig damals eine viel bessere Entlastungswirkung bezüglich Durchgangsverkehr und Umwegverkehr ausgewiesen. Trotzdem hat man sich weiter auf den Anschluss Witen konzentriert, wohl aus Kostengründen und die vermeintliche einfache Anbindung über grüne Wiese. Die nun veranschlagten Kosten von über 300 Mio. Franken sprengen nun aber jeglichen Rahmen. Das Projekt ist aber auch weder zielführend noch zeitgemäss.

Ich empfehle den Rorschachern deshalb ein klares Nein in die Urne zu legen, damit der Weg für eine neue, zukunftstaugliche Verkehrsplanung frei wird.

Beat Bosshart, Altenrhein

Kein Verständnis für anonyme Flyer-Schreiber

Feiglinge verteilen Flyer in Goldach. Vor einer Woche ist ein Flyer in den Goldacher Briefkästen gelandet von einem anonymen Absender. Der Flyer enthielt diverse Unwahrheiten. Der Höhepunkt ist, dass der Flyer unterschrieben ist von den Einwohnern und Gewerbler von Goldach. Der Goldacher Gewerbeverein hat sich klar für ein Ja ausgesprochen. Was sind das für Feiglinge,die nicht mit ihrem Namen unterschreiben? Herr Reichle hat an der Medien-Konferenz in Rorschach erklärt, dass der Flyer nicht vom Verein kein 3. Autobahn-Anschluss ist. Beim anschliessenden Apéro erklärte mir Herr Reichle, er wisse, wer den Flyer geschrieben habe. Wenn er nicht auch zu feige ist, soll er die Herausgeber öffentlich bekannt geben.

Josef Schneider, Goldach

Gegner wollen Bahnunterführungen und eine autofreie Innenstadt in Rorschach

Da bin ich auch dafür. Also bauen wir doch eine Unterführung wo sie am besten passt: Unter der Industriestrasse. Den Autobahnanschluss nehmen wir halt sozusagen noch "gratis" dazu. Die neueren Siedlungsgebiete Stadtwald und Löwengartenareal und das Industriegebiet sind so bestens erschlossen. Tiefgargenplätze sollte es dort ja genügend haben.

Was man auf keinen Fall machen darf, ist die Bahnunterführung Bäumlistorkel direkt ins Herz von Rorschach. So wäre der Traum der autofreien Innenstadt definitiv beerdigt.

Der Langsamverkehr Velo und Menschen bekommt nächstes jähr beim Stadtbahnhof zwei Bahnunterführungen. So hätten die Rorschach total drei Unterführungen. Das reicht dann völlig. Ich stimme JA.

Raphael Rutz, Rorschach

Autobahn Plus

Ich war bei der Veranstaltung der Jungfreisinnigen in Goldach. Es wurde gut Präsentiert. Leider wird nach wie vor der Anschluss im Hohrain nicht gezeigt. Das wäre ein wichtiger Entscheidungspunkt. Etwas anders ist mir an diesem Abend aufgefallen, dass von der Autobahn bis zur Landhauskreuzung in Rorschach (etwa 1 ½ Km) dann vier Ampeln zu stehen kommen. Das bringt doch dann keinen Zeitgewinn für den Individualverkehr aus Richtung St. Gallen. Eher wird über die alte Route gefahren. Das Ganze bedeutet doch, dass dieses Bauwerk die Probleme nicht lösen kann. Bei den Behörden und Planern werden solche grosse Ungereimtheiten verschwiegen, damit ja niemand ein Nein in die Urne legt.

Herbert Sandmeier, Goldach

Auf den Zahn gefühlt

Die Jungfreisinnigen, Region Rorschach, organisierten am Montagabend in der Aula der Oberstufe Goldach eine Podiumsdiskussion zum geplanten Autobahnanschluss Plus. Joel Mäder, Organisator und Prisca Fol, Präsidentin der Jungfreisinnigen Rorschach leiteten vor gut besuchtem Saal mit sehr viel Geschick und einem breiten Fragekatalog durch den Abend.

Auf dem Podium stehen für die Pro-Seite Thomas Müller, SVP und Felix Kuster von der FDP, auf der Kontra-Seite Felix Gemperle und Lukas Locher von der SP.

Ein kleines Detail als Vorgeschmack auf den Abend. Als ich um 17 Uhr von der Klosterstrasse in die Florastrasse gelangen wollte, musste ich beim Altersheim 10 Minuten anstehen, da am Künzlerpass die Bahnschranken geschlossen waren. Im Wohnblock mit 31 Wohnungen angelangt, läutete es kurze Zeit später an der Wohnungstür. Ein Mann mit mehreren Nein-Flyer in der Hand stand vor der Tür und wollte mit mir über die Abstimmung sprechen. Ich wies ihn darauf hin, dass ich ein Befürworter für den Autobahnanschluss sein. Auf seine Frage, ob er mich nicht bekehren könne, beendeten wir das Gespräch und er zog eine Haustüre weiter. Ich war mir vorgekommen wie in den USA bei Präsidentschaftswahlen, wo man auch von Haus zu Haus auf Stimmenfang geht.

Zurück zum Podiumsabend. Pro und Kontra hielten sich etwa die Waage. Bei der anschliessenden Diskussionsrunde wollte Josef Schneider wissen, ob jemand im Publikum sitze, welcher im Vorfeld einen Nein-Flyer mit einigen Unwahrheiten in Goldach, anonym, streuen liess. Es meldete sich Herr Peterhans und erläuterte den von ihm mitgetragenen Flyer. Herr Schneider bedanke sich im Anschluss bei Herr Peterhans für sein aufrichtiges Bekenntnis zur Aktion. Anmerkung vom Schreibenden. In einem Abschnitt im Flyer wurde darauf hingewiesen, dass bei einem Ja zum Autobahnanschluss wertvolles Kulturland geopfert würde und im gleichen Atemzug - Satz - dass hochwertiges Bauland mit Seesicht abhanden käme. Will man mit dieser Aussage Hochpreisbauland und grosse Investoren-Gewinne nicht verbauen. Der Autobahn-Anschluss würde dies verhindern.

Felix Gemperle wies bei seinen Ausführungen immer wieder darauf hin, dass man optimale Lösungen suchen müsste. Ich kann mir nicht vorstellen, welche Auswirkungen es vor 30 Jahren, wenn auf der Stadtautobahn die Ein- und Ausfahrten in St.Fieden/Spital und der Kreuzbleiche nicht realisiert worden wären, gehabt hätten. Ein Verkehrskaos wäre die Folge gewesen. Also packen wir die Chance für unsere Region und sagen, am 17. November, wenn auch mit etwas Verspätung, JA zur geplanten Autobahn-Ausfahrt und verhindern so ein «Kaos» in Goldach und Rorschach. Lassen wir die Tulpe gedeihen.

Andreas Willi

Die Region soll wieder aufblühen!

Die Region Rorschach entwickelt sich kantonal wie auch national gesehen unterdurchschnittlich. So hat die Stadt Rorschach schon seit vielen Jahren keine 10‘000 Einwohner mehr und möchte gerne wieder dieses Niveau erreichen. Unsere Region soll wieder aufblühen und wachsen. Dies sowohl bei der Einwohnerzahl als auch im Gewerbe und der Industrie. Für eine solche Entwicklung ist eine gute Verkehrsinfrastruktur entscheidend. Der Bau des eigenen Autobahnanschlusses bietet nicht nur dem Schwerverkehr unserer Industrie eine Alternative zur Strecke durch die Innenstadt, sondern erhöht auch die Attraktivität für Auswärtige. Sie sollen wieder vermehrt in unsere Region kommen, um hier einzukaufen, zu arbeiten oder zu wohnen. Für die ansässigen Einwohner wird der Schwerverkehr aus der Stadt gelotst und die unhaltbare Verkehrssituation drastisch entschärft. Weniger Verkehr durch die Innenstadt bedeutet sichere Schulwege für unsere Kinder. Für die Zukunft unserer Region deshalb JA zum dritten Autobahnanschluss!

Sabina Revoli, Präsidentin SVP Kreis Rorschach, Tübach

Grossprojekt braucht Zeit zur Meinungsbildung

Die Flut der Leserbriefe mit den zahlreichen Argumente für und gegen die 3. Autobahnzufahrt bestärkt mich in meiner Überzeugung, dass das Projekt neu aufgegleist werden muss. Verbesserungen sind unbestritten nötig und danach ist eine neue Eingabe beim Agglomerationsprogramm des Bundes möglich. Bei einem solchen Riesenprojekt ist eine umfassende Meinungsbildung in der Bevölkerung ein wichtiger Planungsschritt. Diese Phase wurde verpasst und wird aktuell zum Glück nachgeholt. Nur fehlt zur Meinungsbildung ausgerechnet die Variante ohne Autobahnausfahrt. Der von den Befürwortern propagierte Mehrwert für die drei Gemeinden reduziert sich allein auf eine(Auto)Verkehrsvorlage. Nun kommt verlockend das viele Geld vom Bund als Hauptargument dazu. Wenn die Vorlage abgelehnt wird, was ich hoffe, bleibt die Chance für eine zukunftsorientierte Lösung, finanziell auch wieder unterstützt, nachhaltig und umfassend. Die folgenden Generationen werden uns dafür danken.

Justin Koller, Rorschacherberg

Oh Gott, oh Gott!

Liest man die Leserbriefe der Zustimmenden für den 3. (!) Autobahn, könnte man leicht auf die Idee kommen, die ständige Zunahme des Verkehrs sei ein unabänderliches und Gott gegebenes Naturgesetz. Oder mehr noch: der motorisierte Individualverkehr hat schon längstens den Status einer Gottheit erreicht. Diese Gottheit ist unersättlich. Ihre Hohenpriester und Schriftgelehrten sitzen in Rathäusern, in Strassenverkehrsämtern und Tiefbauunternehmen. Sie kennen nur eine Logik: mehr Verkehr, mehr Strassen, mehr Verkehr, und, und, und. Seit vielen Jahren schon. Diese Gottheit ist hungrig und unersättlich! Gerade jetzt will sie eine Opfergabe von 315 Millionen Franken. Wohlverstanden, nur für diese Abstimmung. Andere werden folgen. So viel ist sicher.

Diese Logik ist von gestern und vorgestern und ist nicht zukunftstauglich, definitiv nicht. Doch, was würde die Herausforderung Zukunft für den Verkehr bedeuten? Weniger! Weniger Lärm, weniger verdreckte Luft, weniger Gestank, weniger versiegelte Landschaft. Was hiesse das für die Verkehrspolitik? Mehr Bewegung, zu Fuss oder mit dem Fahrrad, mehr Fahrgemeinschaften, mehr gesunde Luft, mehr kreative Lösungen, mehr Lebensqualität. Eine Forschungslabor Zukunft, breit abgestützt.

1000 Wissenschafter warnen vor den Folgen des Klimawandels. Unsäglich viel menschliches Leid, soll da auf uns zukommen, sagen sie. Es wäre also höchste Zeit das eigene Verhalten zu überdenken, zu überprüfen und anzupassen. Es geht um die Lebensgrundlagen auf dem Planeten Erde. Leider besteht wenig Grund zur Hoffnung. Der grosse Gott des motorisierten Individualverkehrs ist sehr mächtig und verlangt viele Opfer, heute, morgen und übermorgen auch.

Markus Grob, Rorschach

Nachhaltige Entwicklung heisst manchmal, nicht zu bauen

Mit einem Strassenmonster, quer durch Wald, Wiese und Siedlung geschlagen, möchten unsere Behörden einen «starken Entwicklungsimpuls» auslösen. Sind wir denn so unterentwickelt, dass uns nur mit einem 300-Mio-Strassenprojekt geholfen werden kann? Wenn ich so die Autobahnzubringer der näheren und ferneren Umgebung betrachte, so fällt eines auf: Sie alle sind an Hässlichkeit kaum zu überbieten. Niemand möchte sich dort freiwillig aufhalten. Und mit solchen Unorten soll nun unsere Lebensqualität erhöht werden? Gerade so gut kann man versuchen, Tulpen auf einem Betonboden zu ziehen… Gute und nachhaltige Entwicklung heisst manchmal auch, etwas nicht zu bauen.

Beton und Asphalt sind nicht die Garanten für besseres Leben. Im Gegenteil. Auch in unserem immer dichter bebauten Siedlungsgebiet mangelt es nicht an Strassen und Häusern, immer mehr aber an Grünflächen und Naturgebieten. Unsere Nachfahren werden uns nicht daran bemessen, wieviel Kubikmeter Beton wir vergossen haben. Sie werden uns vor allem daran qualifizieren, wieviel Wiesen und Bäume wir ihnen hinterlassen.

Peter Buschor, Goldach

Rorschach verliert

Mit dem 3. Autobahnanschluss würde viel Verkehr von und nach Rorschach geleitet werden; denn neue Strassen generieren Mehrverkehr. Viel Zusatzverkehr wird, wie im Masterplan vorgesehen, über die neue Sammelstrasse/Hauptachse Seebleiche-, Wachsbleiche-, Hohbühl-, Promenaden- und Pestalozzistrasse also quer durch unsere Stadt geführt. Die Zufahrt zur Autobahn über den Rorschacherberg via Staad-Wartegg-Thalerstrasse-Goldacherstrasse-Sulzstrasse soll im Gegensatz dazu (laut Masterplan) unattraktiv gemacht werden. Rorschach erhält also Mehrverkehr durch Quartiere, bezahlt für teure Begleitmassnahmen und hat über Jahre massiven Baulärm. Mit diesem Projekt steht Rorschach als Verlierer da. Darum Nein zum 3. Autobahnanschuss.

Julia Fischer, Rorschach

Ja zum Autobahnanschluss

Für den ersten Autobahnananschluss Rorschach gibt es viele Gründe. Nachfolgend nenne ich drei sehr wichtige Gründe:

1. Das Industriegebiet Rorschach wurde örtlich nicht optimal gebaut, deshalb fahren pro Jahr 5000 LKW durch die Wohnquartiere von Rorschach, Staad und Goldach und gefährden unsere Kinder unnötig. Wir können mit einem neuen Autobahnanschluss 5000 LKWs jährlich direkt der Autobahn zuführen. Also ein deutliches Ja zum Autobahnanschluss.

2. Die Kosten von 335 Millionen werden durch den Bund und den Kanton zu 95% getragen. Ein Autobahnanschluss für Rorschach für etwa 1.6 Millionen Franken ist daher verhältnismäßig preiswert. Nur Trottoir müssen von den drei Gemeinden (Rorschach, Rorschacherberg und Goldach) bezahlt werden. Dazu kommt noch die erste Unterführung des Zuges in Rorschach seit 50 Jahren. Endlich könnte auch hier etwas verändert und verbessert werden. Deshalb wieder ein klares Ja für den Autobahnanschluss Rorschach.

3. Die Staus in Goldach zu den Rushhoures müssen wir eliminieren. Wir können mit einer besseren Verteilung von der Autobahn mit der Abzweigung Rorschach, Goldach und Rorschacherberg alle Verkehrsprobleme in Goldach lösen. Ein weiterer Grund für ein eindeutiges JA für den Autobahnanschluss in Rorschach.

Philipp Limacher, Kantonsratskandidat, Rorschacherberg

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