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Verein gibt grünes Licht für ein St.Galler Literaturhaus

Der Verein Wyborada hat an seiner Hauptversammlung seine Zukunft festgelegt. Die Bücher der Frauenbibliothek bleiben vorerst, wo sie sind. Zusätzlich möchte der Verein ein St.Galler Literaturhaus aufbauen.
Roger Berhalter
Wird hier nach der Sanierung geschrieben und gelesen? Die Villa Wiesental ist als möglicher Standort für ein St.Galler Literaturhaus im Gespräch. (Bild: Hanspeter Schiess)

Wird hier nach der Sanierung geschrieben und gelesen? Die Villa Wiesental ist als möglicher Standort für ein St.Galler Literaturhaus im Gespräch. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Frauenbibliothek Wyborada plagen schon länger Zukunftssorgen. 1986 gegründet, hat der Verein zur Förderung feministischer Literatur inzwischen finanzielle Probleme. Der Verein schreibt seit Jahren rote Zahlen, der Nachwuchs bleibt aus, die Ausleihen von Büchern und anderen Medien sind tendenziell zurückgegangen. Zudem wird im Sommer die langjährige Bibliothekarin pensioniert.

«Wir können keine fünf Jahre länger so überleben! Wir müssen etwas unternehmen!»

So alarmierend tönt es in einem Papier zur Zukunft der Frauenbibliothek, das der Vorstand den Mitgliedern im vergangenen September präsentiert hat.

Nun unternehmen die Frauen etwas. An der Hauptversammlung vom Mittwoch haben die knapp 40 anwesenden Vereinsmitglieder mit mehreren Beschlüssen die Weichen in die Zukunft gestellt. Erstens: Die Frauenbibliothek bleibt bestehen und die Bücher und Medien bleiben vorerst, wo sie sind – im ehemaligen Zollfreilager an der Davidstrasse 42.

Neu sind zwölf Frauen im Vorstand

Zweitens: Der Verein nimmt den Aufbau eines Literaturhauses Wyborada an die Hand. Eine Initiativgruppe aus Wyborada-Mitgliedern hat ein solches Literaturhaus im September beliebt gemacht und das zugehörige Konzept in den vergangenen Monaten verfeinert. An der Versammlung vom vergangenen Mittwoch stellte die Gruppe ihre Idee vor und konnte eine Mehrheit der Anwesenden überzeugen. Das Literaturhaus sei «eine zukunftsweisende Lösung für das Weiterbestehen der Wyborada», heisst es im Konzept.

Als dritte Änderung wurde an der Hauptversammlung der Wyborada-Vorstand fast komplett erneuert: Zwei Frauen traten zurück, acht neue wurden gewählt, sodass der neue Wyborada-Vorstand nun zwölf Frauen zählt.

«Ich bin froh, dass wir eine Lösung gefunden haben», sagt Erika Hämmerli, die seit einigen Jahren Mitglied im Wyborada-Vorstand ist. Sie räumt ein, dass der Verein bei der Frage zur Zukunft der Frauenbibliothek gespalten gewesen sei. Der alte Vorstand schlug an der Versammlung im September vor, die Bibliothek aufzulösen und in die Kantonsbibliothek zu integrieren. Das hätte das Ende der Frauenbibliothek bedeutet.

Andere Vereinsmitglieder stellten an der Versammlung diese Woche den Antrag, mit der «Denkbar» an der Gallusstrasse zusammenzuspannen und dort eine «Bibliobar» einzurichten. Die Frauen- und die Kantonsbibliothek hätten dort Neuerwerbungen und Medien zu aktuellen Themen bereitstellen können.

Nach der Sommerpause startet der neue Betrieb

Diese Anträge wurden abgelehnt, und nun ist klar: Der Verein Wyborada möchte zusätzlich zu seiner Bibliothek ein Literaturhaus stemmen. «In einer Stadt, die sich Buchstadt nennt, sich auf eine lange Tradition beruft und in der lokalen Figur der Wiborada eine Schutzpatronin von Bibliotheken und Bücherfreundinnen und Bücherfreunden hat, ist ein Literaturhaus ein Muss», schreibt Sandra Meier, eine der acht neuen Frauen im Wyborada-Vorstand, in einer Mitteilung.

Nun gehe es darum, «mit an Literatur interessierten Kreisen» Kontakt aufzunehmen und an der Realisierung zu arbeiten. Nach den Sommerferien starte der neue Betrieb, vorerst in den alten Räumen. Eine Koordinatorin werde in der Frauenbibliothek für das Literaturhaus arbeiten.

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