Verbrechen
Kriminalität in der Region Bodensee-Rheintal: Zösler schrauben die Statistik hoch

Gemäss Kriminalstatistik der Kantonspolizei wurden in der Region Bodensee-Rheintal im Vorjahr insgesamt weniger Straftaten verübt. Im Gegensatz zum Kanton St. Gallen, wo die Kriminalität während des Coronajahrs zugenommen hat. Mutwillige Sachbeschädigung ist in vielen Gemeinden am See aber ein Problem.

Rudolf Hirtl
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In Thal wurden von Unbekannten Spielgeräte angezündet.

In Thal wurden von Unbekannten Spielgeräte angezündet.

Bild: rtl

Die Kriminalität hat im Kanton St.Gallen während des Coronajahrs zugenommen, wie die Kriminalstatistik der Kantonspolizei zeigt. Die Gesamtkriminalität lag im Jahr 2020 mit 25474 erfassten Straftaten knapp zwei Prozent über derjenigen des Vorjahres. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 waren es noch 25013.

In der Region Bodensee-Rheintal hat die Zahl der erfassten Straftaten hingegen um sechs Prozent abgenommen, von 4869 auf 4595.

Mehr Raubdelikte in der Region Bodensee-Rheintal

Schwere Raubüberfälle mit Schuss- oder Hiebwaffen sind im Kanton St.Gallen im Vorjahr von 48 auf 19 gesunken. In der Region Bodensee-Rheintal gab es im selben Zeitraum hingegen eine Zunahme der Raubdelikte von 10 auf 22, also ein Plus von 120 Prozent. In allen anderen Regionen haben die Raubdelikte abgenommen.

Zentrumsfunktion spiegelt sich wider

Es ist nicht weiter erstaunlich, dass die Stadt Rorschach mit seiner Zentrumsfunktion 2020 vier dieser Delikte zu verzeichnen hat. Noch mehr, nämlich fünf, gab es in Goldach, wie die Statistik der Region Bodensee-Rheintal zeigt. In Goldach spiegelt sich die Häufung von Überfällen auf Tankstellen schon seit Jahren in der Kriminalitätsstatistik wider. In Steinach, St.Margrethen und Altstätten waren es zwei Raubüberfälle, in Untereggen, Thal und weiteren Gemeinden je einer. Im langjährigen Vergleich ist die Zahl der Raubüberfälle aber auch in der hiesigen Region vergleichsweise auf einem tiefen Niveau.

789 Gesetzesverstösse in Rorschach

Auch was die gesamten erfassten Straftaten in der Region Bodensee-Rheintal angeht, schlägt sich die Zentrumsfunktion von Rorschach in den Zahlen nieder. In der Stadt wurden im vergangenen Jahr total 789 Gesetzesverstösse nach Strafgesetzbuch verübt. Diebstahl ohne Fahrzeugdiebstahl führt dabei mit 241 Fällen klar. Zum Vergleich: In Goldach waren es gesamt 400 Delikte, in Rorschachberg 216, in Thal 287, Steinach 147 und in Tübach 61. Im Rheintal wurden in Altstätten (552) am meisten Fälle registriert, vor Au (411) und St.Margrethen mit 300 Delikten.

Rheintal ist Spitze bei Fahrzeugdiebstahl

Während die Stadt Rorschach bei beinahe allen Deliktbereichen am meisten Fälle zu verzeichnen hat, liegen bei Fahrzeugdiebstählen zwei Rheintaler Gemeinden klar vor der Bodenseestadt. In Altstätten wurden 80 Fahrzeuge entwendet, in Au 74 und in Rorschach 53, gefolgt von Goldach (47) und Rorschacherberg mit 37.

Trafostation und Spielgeräte angezündet

Eine der häufigsten Straftaten in der Region am See ist die Sachbeschädigung. Ein wesentlicher Teil der Sachbeschädigungen wird im Zusammenhang mit Einbruch in Immobilien oder Fahrzeugen verursacht.

Bei mutwilliger Sachbeschädigung fällt auf, dass die Gemeinde Thal im vergangenen Jahr 40 Fälle ausweist, im Jahr zuvor waren es noch 29. Einige der Strafanzeigen wurden von der politischen Gemeinde selbst erstattet, sagt Gemeinderatsschreiber Christoph Giger. Unter anderen gegen Unbekannte, die beim Kinderspielplatz in Altenrhein ein Klettergerüst angezündet und eine Trafostation bemalt haben. Ausserdem wurde ein Unterflurbehälter in Brand gesetzt und die Friedhofsmauer bemalt. Mehr mutwillige Sachbeschädigungen gab es nur in Rorschach (79) und St.Margrethen (48). Die «bravste» Gemeinde in der Region am See war 2020 Untereggen mit acht Gesetzesverstössen, im Rheintal ist es Berneck (34), wo der frühere Rorschacher Stadtschreiber Bruno Seelos heute Gemeindepräsident ist.

Im Jahr 2020 sanken die Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz im Kanton St.Gallen um zwei Prozent. In der Region Bodensee-Rheintal sogar um 25 % von 1409 auf 1063 Straftaten. Am augenfälligsten ist der Rückgang in Goldach (-56%), von 63 auf 28 Straftaten. In Rorschach wurden hingegen mehr Fälle gezählt, 78 statt 63.