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Veloverleih kommt auch in St. Gallen ins Rollen

Anfang 2020 soll auch die Stadt St. Gallen über ein Veloverleihsystem verfügen. Das geht aus der Antwort des Stadtrats auf ein Postulat hervor. Noch gibt es aber verschiedene offene Punkte zu klären.
David Gadze
In anderen Städten sind Veloverleihsysteme längst etabliert. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

In anderen Städten sind Veloverleihsysteme längst etabliert. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

An einem beliebigen Veloständer in St. Gallen ein Velo nehmen, damit eine bestimmte Strecke zurücklegen und es dann einfach wieder abstellen: In vielen Schweizer Städten haben sich Veloverleihsysteme, die nach solchem oder ähnlichem Muster funktionieren, längst etabliert. Jetzt will auch die Stadt St.Gallen nachziehen. In den kommenden eineinhalb Jahren will der Stadtrat verschiedene Massnahmen einleiten, damit Anfang 2020 ein Veloverleihsystem realisiert werden kann. Das schreibt der Stadtrat in der Antwort auf ein Postulat, das die Parlamentarier Doris Königer (SP), Thomas Brunner (GLP) und Stefan Rosenblum (CVP) noch anno 2009 eingereicht hatten. Jetzt beantragt der Stadtrat dem Parlament, den Vorstoss als erledigt abzuschreiben.

Einzugsbereich des öV vergrössern

Der Erfolg von Veloverleihsystemen sei durch Erfahrungen aus dem Langzeitbetrieb in vielen europäischen Städten verbürgt, heisst es im Postulatsbericht. Der Nutzen sei vielfältig: Das Velo als Verkehrsmittel werde durch solche Verleihsysteme noch einfacher verfügbar und im Strassenbild sichtbarer. Zudem vergrössere der Veloverkehr den Einzugsbereich der Haltestellen des öffentlichen Verkehrs und verbessere damit dessen Auslastung in der Peripherie. Umgekehrt könne er zu Spitzenzeiten zur Entlastung des öV im Zentrum beitragen.

Je nach gewähltem Veloverleihsystem seien damit aber auch Nachteile verbunden. Zum einen entstünden Betriebs- und Investitionskosten, zum anderen beanspruchten zusätzliche Abstellmöglichkeiten weiteren Platz, der in der Regel im öffentlichen Raum geschaffen werden müsse. Dennoch erachtet der Stadtrat ein Veloverleihsystem als «eine weitere Massnahme zur Umsetzung der von der Politik vorgegebenen Zielsetzung einer nachhaltigen Mobilität» in St.Gallen.

Im Postulatsbericht nimmt der Stadtrat eine Auslegeordnung der in der Schweiz tätigen Anbieter und derer Verleihsysteme vor. Diese unterscheiden sich bezüglich Zugang (via App, Code oder spezieller Chipkarte), der Qualität der Velos und dem Preis. Eine weitere wichtige Unterscheidung ist jene zwischen Systemen mit festen Stationen, bei denen die Rückgabe an einer der verschiedenen Stationen Pflicht ist, und solchen ohne feste Stationen, sogenannten Free-Floating-Systemen. Diese ermöglichen es, das Velo an einem beliebigen Abstellplatz zu hinterlegen.

Stadtrat favorisiert Free-Floating-System

Der Stadtrat spricht sich aufgrund der Vorteile für die Kundinnen und Kunden für ein stationsunabhängiges Free-Floating-System aus. Dieses biete gegenüber einem stationsgebundenen System entscheidende Vorteile. Zwar verringere sich dadurch die Sichtbarkeit des Angebots, die Flexibilität und damit die Benutzerfreundlichkeit erhöhten sich aber entscheidend. Denn es stünden sämtliche vor allem öffentliche, aber auch private Abstellplätze zur Verfügung, die auch von den übrigen Velofahrerinnen und Velofahrern genutzt würden. Idealerweise kombiniere man das Free-Floating-System mit einzelnen fest zugewiesenen Abstellplätzen an neuralgischen Punkten oder bei möglichen Partnerinstitutionen wie Bahnhöfen, der Universität, dem Kantonsspital, Unternehmen oder anderen. Dadurch könne die Sichtbarkeit des Systems bei gleichbleibender Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit entscheidend erhöht werden.

Aufgrund der Topografie der Stadt St.Gallen sei die Integration von qualitativ guten E-Bikes eine zwingende Anforderung.

Finanzierung durch Dritte

Der Stadtrat schreibt in der Vorlage, er setze sich dafür ein, Rahmenbedingungen für die Ermöglichung eines Veloverleihsystems in St.Gallen zu schaffen. Auch die Region Appenzell AR–St.Gallen–Bodensee habe Interesse an einem solchen Veloverleihsystem bekundet. Sie habe das Ziel formuliert, in der Region das gleiche System zu etablieren.

Die Finanzierung für die Beschaffung der Velos und den Betrieb des Systems sieht der Stadtrat bei Dritten. Die Entwicklung soll hingegen partnerschaftlich erfolgen. Bis Ende 2019 will der Stadtrat verschiedene Massnahmen für die Realisierung des Veloverleihsystems einleiten. Er will die Eckpunkte für ein Free-Floating-System, die Zahl und Art der Velos sowie mögliche Partnerschaften definieren, mit Partnern oder Institutionen verhandeln, die Systemwahl vornehmen und einen Stadtratsbeschluss respektive eine Parlamentsvorlage erarbeiten. Er rechnet damit, dass im Frühling 2020 die erste Etappe eines Verleihsystems mit 150 Velos primär für die erweiterte St.Galler Innenstadt in Betrieb genommen werden kann. Mit diesem Grundangebot sollen erste Erfahrungen gesammelt werden. Eine spätere Erweiterung des Verleihsystems um weitere 150 Velos könnte die Erschliessung des ganzen Stadtgebiets ermöglichen.

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