Velofahrer in St.Gallen angefahren und danach bedroht

Ein ungewöhnlicher Zwischenfall hat sich am frühen Samstagabend auf der Zürcher Strasse in St.Gallen-Lachen ereignet: Ein Autolenker, der nach einem Unfall mit einem Velofahrer einfach weiter gefahren war, versuchte, den ihn nun verfolgenden Zweiradfahrer zu überrollen. Die Stadtpolizei sucht Zeugen.

Reto Voneschen
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An dieser Stelle der Zürcher Strasse wurde am frühen Samstagabend der Velofahrer vom Auto von hinten angefahren und zu Fall gebracht. (Bild: Stadtpolizei St.Gallen)

An dieser Stelle der Zürcher Strasse wurde am frühen Samstagabend der Velofahrer vom Auto von hinten angefahren und zu Fall gebracht. (Bild: Stadtpolizei St.Gallen)

Der Velofahrer war am Samstag, 18.30 Uhr, in der Lachen stadtauswärts unterwegs, als ihn ein Autolenker vor dem Haus Zürcher Strasse 44 von hinten anfuhr. Der Velofahrer stürzte deswegen zu Boden. Ohne anzuhalten, setzte der Autolenker seine Fahrt stadtauswärts fort.

Der Velofahrer, der sich unverletzt aufgerappelt hatte, fuhr dem Auto hinterher. Höhe Schulhaus Schönau wendete dessen Lenker aber plötzlich. Der Velofahrer versuchte daraufhin, das Auto zu stoppen. Dessen Lenker gab gemäss Mitteilung der Stadtpolizei St.Gallen Gas, so dass sich der Velofahrer nur mit einem Sprung zur Seite retten konnte. Das Auto verschwand stadteinwärts.

Die Stadtpolizei sucht nun Zeugen. Personen, die die Ereignisse vom Samstagabend in St.Gallen-Lachen beobachtet haben oder sachdienliche Hinweise zum geflüchteten Auto und seinem Lenker machen können, werden in einer Polizeimeldung gebeten, sich unter 071'224'60'00 zu melden.

Ungewöhnlicher Vorfall

Der Zwischenfall auf der Zürcher Strasse in der Lachen sei ungewöhnlich für St.Gallen, bestätigte am Montag Polizeisprecher Roman Kohler auf Anfrage. Es sei einerseits selten, dass ein Velofahrer nach einem Unfall ein flüchtendes Auto verfolge. Anderseits sei auch die aggressive Reaktion des Autofahrers gegenüber dem Zweiradlenker ungewöhnlich.

Was punktuell vorkomme, sei, dass ein Autolenker Gas gebe und durch rücksichtslose Fahrweise versuche, sich einer Polizeikontrolle zu entziehen. Dadurch gerieten immer wieder einmal Polizistinnen und Polizisten in Gefahr. Zwischen Verkehrsteilnehmern sei solch aggressives Verhalten in der Stadt - zum Glück - selten.

Autokennzeichen merken, Polizei alarmieren

Die Stadtpolizei, so sagt Roman Kohler, rät aus Sicherheitsgründen ausdrücklich davon ab, bei Unfällen mit Fahrerflucht selber die Verfolgung eines flüchtigen Lenkers aufzunehmen. Man solle sich lieber dessen Autokennzeichen merken und sofort die Polizei alarmieren. Es sei ihre Sache, den Unfallfahrer zu stellen und dann zu ermitteln, was vorgefallen sei. (stapo/vre)