Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Veganer demonstrieren vor dem Schlachthof in Gossau

Ein Denkzettel auf dem Weg zur Arbeit: Am Dienstagmorgen haben beim Schlachthof in Gossau Veganer demonstriert. Es war die fünfte derartige Mahnwache.
Johannes Wey
Demonstranten vor dem Schlachthof in Gossau. Bild: Johannes Wey

Demonstranten vor dem Schlachthof in Gossau. Bild: Johannes Wey

Das Hupen klingt mal freundlich, mal aggressiv. Meistens kommt allerdings gar keine Reaktion von den Autofahrern auf der St.Gallerstrasse. Immerhin: Wegschauen tun die wenigsten. Hier, beim Schlachthof, der der abgehenden Strasse ihren Namen gegeben hat, haben sich auch an diesem frühen Morgen 15 Demonstrantinnen und Demonstranten versammelt. Renato Werndli sagt:

«Einige Fahrer halten den Daumen hoch, andere den Mittelfinger.»

Werndli ist der wohl bekannteste Veganer im Raum St.Gallen und Bewilligungsnehmer für die heutige Demonstration.

Es ist die fünfte sogenannte Mahnwache der Organisation «St.Gallen Animal Save», die sich als Teil des «Save Movement» versteht. Die erste Mahnwache fand im Januar bei Minustemperaturen statt.

«Im Sommer ist es viel leichter», sagt Werndli. Trotzdem sei die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer konstant. Die meisten kämen aus der weiteren Region.

Grundidee der Mahnwachen ist es, den Schlachttieren bei ihrer Ankunft im Transporter Beistand zu leisten. «In Zürich haben die Lastwagen auch schon angehalten. Wir haben den Fahrern Kaffee offeriert und uns von den Tieren verabschiedet», sagt Werndli.

Auf Betreiben der Chauffeure habe der dortige Schlachtbetrieb diese Praxis aber aufgegeben.

«Dabei sehen wir die Chauffeure nicht als Täter, sondern auch als Opfer dieser Industrie.»

In Gossau habe es dieses Entgegenkommen nie gegeben. «Hier ist unser Ziel, dass die Aktion vor allem in den sozialen Medien weiterverbreitet wird.» Immerhin wurde im Mai eine der Aktivistinnen zu einer Führung eingeladen.

An diesem Morgen sind keine Tiere in Sicht

Um die Tiertransporter nicht zu verpassen, müssen die Demonstranten in der Regel früh aufstehen. An diesem Dienstag dauert die Kundgebung von 6.45 bis 8 Uhr. «Offenbar wurde die Anlieferung heute auf später verschoben. Ich vermute, aus Rücksicht auf die Fahrer», sagt Renato Werndli. Und tatsächlich, auf den Transporter, der um 6.23 aufs Gelände Fährt, folgen ungewöhnlich wenige.

Letztlich wolle man mit den Demonstrationen erreichen, dass man Tiere nicht mehr als Ware begreife. «Nutztierhaltung abschaffen» ist auf einem der Transparente zu lesen, oder dass Fleisch, Milch, Eier und Käse Ausbeutung bedeuteten.

Bild: Johannes Wey

Bild: Johannes Wey

«Mein Wunsch wäre, dass alle Schlachthöfe abgeschafft würden.»

Er als Mediziner sehe keinen Grund, weshalb nicht alle Menschen vegan leben sollten, wie die Demonstrationsteilnehmer, sagt Werndli.

Die Polizei schiebt 
eine ruhige Kugel

Während der gesamten Demonstration hält sich ein Streifenwagen der Kantonspolizei im Hintergrund. Die Beamten geben an, zum einen die Einhaltung der Auflagen zu überwachen und zum anderen darauf zu achten, dass es zu keinen Zusammenstössen komme. Probleme habe es bislang noch nie gegeben, sagt Kantonspolizei-Sprecher Hanspeter Krüsi. Auch an diesem Morgen verläuft die Demonstration absolut ruhig. Und bereits hat Animal Save St. Gallen die Bewilligung für die Mahnwachen sechs und sieben, im September und im Oktober eingeholt.

Mehr zu Renato Werndli:

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.