Zusatzbusse gegen Verspätungen - ab Wittenbach mehr Pünktlichkeit anstreben

Auf den Linien 3, 4 und 12 können die VBSG ab 12. August je einen Zusatzbus einsetzen. Die Kosten übernimmt der Kanton. In Wittenbach liegt eine weitere Idee gegen Verspätungen auf dem Tisch.

Roger Fuchs
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Vom Bahnhof Wittenbach bis nach Abtwil − eine Strecke, auf der die Busse oft Verspätungen einfahren. Bild: Thomas Hary (10.12.2018)

Vom Bahnhof Wittenbach bis nach Abtwil − eine Strecke, auf der die Busse oft Verspätungen einfahren. Bild: Thomas Hary (10.12.2018)

Mit dem neuen Buskonzept Ende 2018 haben sich die Verkehrsbetriebe St. Gallen (VBSG) auch Probleme eingehandelt – darunter die neue Linie 4 zwischen Wittenbach und dem Säntispark, die verknüpft mit dem Westast der damaligen Linie 7 die Postautolinie 203 ersetzt hat. Bis heute hält der Kampf mit der Fahrplanstabilität an. Auf der langen Strecke mit vielen Haltestellen fahren die Busse in Spitzenzeiten oft grosse Verspätungen ein und schaffen es nicht, diese wieder auszugleichen.

Nun scheint Besserung in Sicht: Ab dem 12. August werden auf der Linie 3, wie auch auf den Linien 4 und 12, je ein Zusatzbus eingesetzt. «Die Kosten von insgesamt 351000 Franken für diese Massnahme werden vom Kanton getragen», sagt Florian Jud, Projektleiter Finanzen beim kantonalen Amt für öffentlichen Verkehr. Dank des zusätzlichen Fahrzeugs soll der Bus beim Bahnhof Wittenbach stets rechtzeitig abfahren können.

Zwei Haltebuchten aufheben

Verspätungen auf der Strecke können weiterhin nicht ausgeschlossen werden. Doch auch dazu laufen Anstrengungen, wie Daniel Worni, Leiter Tiefbauamt der Gemeinde Wittenbach, ausführt. Bei einem Planungsbüro habe man für die St. Gallerstrasse ein Betriebs- und Gestaltungskonzept ausarbeiten lassen. Daraus resultiert eine Idee, welche den Busverkehr beschleunigen könnte. In beide Richtungen soll je eine Haltebucht aufgehoben und die Haltestelle dabei so gestaltet werden, dass der Bus auf der Fahrbahn stehen bleiben kann. So würde er von keinen weiteren Fahrzeugen überholt und könnte nach dem Stop zügig wieder losfahren. Von Wittenbach in Richtung St. Gallen wäre diese Massnahme bei der Haltestelle Sonnrain denkbar, in umgekehrter Richtung bei der Haltestelle Bruggbach. Beide liegen in der Nähe eines Lichtsignals.

Auch wenn Daniel Worni von einer «sinnvollen Lösung» spricht, dürfte sie noch nicht ganz so schnell Realität sein. Zuerst gelte es, das Verkehrsmanagement des Kantons als übergeordnetes Planungsinstrument abzuwarten. Darin soll es unter anderem darum gehen, wie mit dem Verkehr in der Stadt und auf den Einfallsachsen umgegangen wird – also, wo es beispielsweise zur Dosierung des Verkehrs Lichtanlagen braucht oder wo man bewusst Stauräume schaffen will, um die bestehende Infrastruktur optimaler zu nutzen.

Kreuzen auf der Grüntalstrasse

Dieser Tage müssen sich die Verkehrsbetriebe St. Gallen noch mit einer weiteren möglichen Neuerung in Wittenbach befassen. Am 30. Juni findet die Abstimmung über die Neugestaltung und Sanierung der Grüntalstrasse statt. Danach würde die Fahrbahnbreite noch 5,9 Meter betragen. Dies zieht die Frage nach sich, ob die VBSG-Busse unter diesen Umständen überhaupt noch kreuzen können. «Gerade vor dem Wochenende hatten wir uns dazu mit Verantwortlichen der VBSG getroffen», sagt Daniel Worni. Rein theoretisch würde den Bussen zum Kreuzen eine Fahrbahnbreite von 5,6 Metern genügen. Dann dürften sie mit 20 km/h aneinander vorbeifahren. Bei einer Fahrbahnbreite von 5,9 Metern sei ein Kreuzen mit 30 km/h möglich. Dass man die Strasse nicht breiter machen wolle, hänge mit dem Wunsch nach einer Verkehrsberuhigung auf dieser Strecke zusammen, wie Daniel Worni abschliessend festhält.