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Vater und Tochter eint die Leidenschaft fürs Unterrichten und die Politik: Rolf Dubs und Karin Winter-Dubs im Porträt

Karin Winter-Dubs hat von ihrem Vater Rolf Dubs einiges gelernt: Zum Beispiel Grüezi zu sagen.
Marlen Hämmerli
Rolf Dubs unterrichtete an der Universität St.Gallen auch seine Tochter Karin Winter-Dubs. (Bild: Michel Canonica (22. August 2019))

Rolf Dubs unterrichtete an der Universität St.Gallen auch seine Tochter Karin Winter-Dubs. (Bild: Michel Canonica (22. August 2019))

Wie die Eltern

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Dieses bekannte Sprichwort meint, dass ein Kind Eigenschaften und Verhaltensweisen der Eltern übernimmt. In einer losen Serie porträtiert die «Tagblatt»-Stadtredaktion Familien, in denen ein Kind dasselbe macht wie die Mutter oder der Vater – beruflich, politisch, gesellschaftlich, sportlich oder künstlerisch. (red)

Gespräche zwischen den Parteien zur Lösung von Problemen sind nicht öffentlich. Trotzdem war Karin Winter-Dubs schon als Kind bei solchen Gesprächen dabei: Ihr Vater Rolf Dubs, damaliger FDP-Kantonsrat, führte diese häufig bei sich zu Hause durch. Und weil es sie interessierte, wie debattiert wird, hörte Winter-Dubs mit. «Das war lustig. Anfangs wurde immer gestritten, dann einigte man sich. Vom ernsten ging man zum geselligen Teil über», sagt Winter-Dubs heute.

Seit 2013 präsidiert sie die SVP-Fraktion im Stadtparlament. «Ich versuche immer, mit allen Parteien einen Kompromiss zu finden.» So wie sie es an den Abenden in der Stube gehört hatte. «Es ging immer um die Sache, nicht um die Person.»

Der Vater schrieb nichts vor, machte aber Anmerkungen

Schon früh interessierte sich Winter-Dubs für politische und gesellschaftlichen Fragen. «Wir waren selten derselben Meinung», sagt Rolf Dubs. Er habe dann jeweils Anmerkungen gemacht. «Damit sie über ihre Meinung nachdenkt, nicht um ihr eine vorzuschreiben.» Auch zur Parteizugehörigkeit schrieb Dubs seiner Tochter nichts vor. Diese sagt:

«Dass ich einer bürgerlichen Partei beitrete, war klar. Gleichzeitig sollte es nicht jene des Vaters sein.»

Was die Politik betrifft, sind sich die zwei einig: Der Mensch steht im Zentrum. «Für mich war immer wichtig, bei meinem Tun auf den Menschen zu hören und nicht stur auf Parteilinie zu politisieren», sagt Dubs, der unter anderem an der Kantonsschule am Burggraben und später an der HSG lehrte.

Auch seine Tochter ist Lehrerin. Sie unterrichtet am kaufmännischen Berufs- und Weiterbildungszentrum. «Gesellschaftliche und soziale Probleme sind für mich tagesaktuell.» Die Herkunft der Schüler sei eine andere als an der Kanti.

«Es gibt Leute im Stadtparlament, die sagen, ich überhole sie in meinen Voten links.»

Noch etwas lernte Winter-Dubs vom Vater: Grüezi zu sagen – zu jedem, immer, unabhängig vom Ort. Auch ihren Schülerinnen und Schülern gibt Winter-Dubs das weiter. «Ich sage, es gibt fünf Wörter: Grüezi, Adieu, Bitte, Danke und Entschuldigung.»

Entweder ein Hotel leiten oder Kinder unterrichten

Als Kind wollte Winter-Dubs entweder Hotelierin oder Primarschullehrerin werden. Selbst als sie anfing, an der HSG zu studieren, schwankte sie noch zwischen Tourismus und Wirtschaftspädagogik. Aber schon bald fiel die Entscheidung für die Handelslehrerausbildung. Rolf Dubs leitete zu jener Zeit das Institut für Wirtschaftspädagogik und prägte den Lehrgang stark. So hatte Karin Winter-Dubs einige Vorlesungen beim Vater. Den Abschluss erhielt sie von ihm als Rektor.

«Ich hatte immer das Gefühl, ich würde viel härter behandelt. Die anderen Studenten dachten natürlich das Gegenteil.»

Er habe immer auf die Töchter und den Sohn eingewirkt, ausserhalb zu studieren, sagt Dubs. «Ich dachte, so hätten sie es leichter.» Das Gegenteil geschah: Einige Zeit studierten alle drei Kinder an der HSG. Dadurch erfuhr Dubs einiges über die Vorgänge hinter den Kulissen, denn oft verwandelte sich der Keller der Familie in einen Party-Keller für Studenten.

Als Regierungsrat hätte sich Rolf Dubs gelangweilt

Obwohl er gute Chancen gehabt hätte, kandidierte Rolf Dubs nie als Regierungsrat. Einmal, als er zur Diskussion stand, sagte ein guter Freund: «Ich werde nicht für dich stimmen.» Das sei richtig gewesen, sagt Dubs. «Nach einem Vierteljahr wäre mir langweilig geworden.» Obwohl er «wahnsinnig Freude» an der Politik hatte: «Mein Beruf war mir zu lieb.» Auch Karin Winter-Dubs steht im Clinch zwischen der Freude an der Politik und der Liebe zum Beruf. «Ich bin Lehrerin aus Berufung.»

Wie der Vater ist sie ein Fan der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Familie lebte mehrmals sechs bis zwölf Monate in den USA. Während eines der Sabbaticals diskutierte die Familie, für immer in Amerika zu bleiben.

«Doch mein Vater und ich wurden überstimmt.»

Der 84-Jährige reist heute noch jährlich in die USA an einen Wissenschaftskongress – in Begleitung von Winter-Dubs. Ausserdem publiziert er demnächst drei Bücher und schreibt bereits am nächsten. Währenddessen fliegt Winter-Dubs für sechs Wochen in die USA – und reist durch fast alle Staaten, in denen sie als Kind lebte.

Im Rahmen dieser Serie bereits erschienen sind:

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