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Mit der Securitas gegen Vandalen: Wieso in einigen Gemeinden in der Region private Sicherheitsdienste patrouillieren

Weil es in Waldkirch mehrere Sachenbeschädigungen gab, setzt die Gemeinde nun Sicherheitspersonal ein.
Alexa Maier und Perrine Woodtli
In einigen Gemeinden der Region St. Gallen patrouillieren regelmässig Securitas-Angestellte. (Bild: Keystone/Manuel Lopez)

In einigen Gemeinden der Region St. Gallen patrouillieren regelmässig Securitas-Angestellte. (Bild: Keystone/Manuel Lopez)

Demolierte Metallkübel, ein beschädigtes Lavabo auf dem Friedhof und ein beschmierter Sportplatz: In den letzten zwei Monaten haben Unbekannte – vermutlich Jugendliche – in der Gemeinde Waldkirch verschiedene Sachen beschädigt. Zudem wurde vermehrt Abfall liegengelassen. Der Sachschaden beläuft sich auf rund 2000 bis 3000 Franken. «Der Aufwand, um den Schaden zu beheben und den Abfall wegzuräumen, ist bedeutend grösser als der Sachschaden selber», sagt Gemeindepräsident Aurelio Zaccari. Die Vorfälle wurden der Kantonspolizei St. Gallen gemeldet.

Wenn Jugendliche Alkohol trinken

Die Gemeinde setzt nun auf mehrere Massnahmen, um gegen Vandalismus vorzugehen. «Es wird vor allem auf Kommunikation mit den Jugendlichen durch die Jugendarbeit gesetzt», sagt Zaccari. Die Jugendarbeiterin bespricht dabei mit den Jugendlichen Themen wie Sachbeschädigung, Littering sowie Alkohol und dessen Folgen. Eine Ursache des Vandalismus ist in Zaccaris Augen unter anderem der Alkohol.

«Einige Jugendliche wissen nicht, wie sie mit Alkohol umzugehen haben.»

Aurelio Zaccari, Gemeindepräsident von Waldkirch. (Bild: Michel Canonica)

Aurelio Zaccari, Gemeindepräsident von Waldkirch. (Bild: Michel Canonica)

Eine zweite Massnahme sind Einsätze der Securitas AG über die nächsten zwei Monate. «Das kostet Geld, das man anders einsetzen könnte. Leider ist diese Massnahme aber nötig», sagt Zaccari.

Mit den Patrouilleneinsätzen erhofft man sich laut dem Gemeindepräsidenten bessere Arealkontrollen. Bereits letztes Jahr musste Waldkirch wegen Vandalismus und Litteringfällen auf die Securitas AG zurückgreifen. «Mit ihrem Einsatz konnte man die Situation soweit möglich in den Griff bekommen», sagt Zaccari.

Andwil setzt Prämie für Hinweise aus

Nicht nur in Waldkirch gab es in letzter Zeit Vandalismus. In Andwil wurden Hausfassaden, Container und Bushäuschen durch Sprayereien beschädigt. «Dank eines Aufrufs im ‹Andwiler› und dem Aussetzen einer Prämie von 500 Franken für Hinweise konnten die Täter relativ schnell ermittelt werden», sagt Gemeinderatsschreiber Peter Thuma. Kürzlich blieben auf einem Spielplatz nach einer Party haufenweise Flaschen, Dosen, Plastikgeschirr und Zigarettenstummel zurück. Die Gemeinde hat erneut im «Andwiler» dazu aufgerufen, Beobachtungen zu melden. Seither sei nichts mehr vorgefallen.

«Gravierend ist das Problem nicht. Ich gehe davon aus, dass der Täterkreis klein, lokal und relativ gut eingrenzbar ist», sagt Thuma. Die Gemeinde habe die Kantonspolizei gebeten, bei ihren Patrouillen am Samstagabend die Hotspots zu kontrollieren. «Der Einsatz von Securitas-Leuten für diesen Zweck ist aus meiner Sicht, zumindest im Moment, übertrieben.»

Hans-Peter Eisenring, Gemeindepräsident von Häggenschwil. (Bild: Benjamin Manser)

Hans-Peter Eisenring, Gemeindepräsident von Häggenschwil. (Bild: Benjamin Manser)

Jugendarbeiter suchen Kontakt mit Jugendlichen

Securitas-Personal war bislang auch in Häggenschwil nicht nötig. «Glücklicherweise haben wir kaum Probleme mit Vandalismus und Littering», sagt Gemeindepräsident Hans-Peter Eisenring. Es brauche deshalb keine Massnahmen. «Wichtig ist hinschauen und wenn etwas passiert, der Sache nachgehen.»

In Gaiserwald hingegen patrouillieren seit mehreren Jahren Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Egidas von Frühling bis Herbst an den Wochenenden. Dies habe sich bewährt, sagt Gemeindepräsident Boris Tschirky. Grosse Probleme mit Vandalismus und Littering habe man nicht. «Jedenfalls nicht derartige, dass diese den Rahmen sprengen.»

Ganz verhindern könne man solche Vorfälle aber nie, vor allem was Littering anbelange.

«Sachbeschädigungen gibt es aber selten. Ab und zu Sprayereien.»

Boris Tschirky, Gemeindepräsident von Gaiserwald. (Bild: Claudio Heller)

Boris Tschirky, Gemeindepräsident von Gaiserwald. (Bild: Claudio Heller)

Tschirky betont auch die Wichtigkeit der aufsuchenden Jugendarbeit: In Gaiserwald sind am Wochenende Jugendarbeiter unterwegs, die den Kontakt mit den Jugendlichen suchen und Themen wie etwa Littering ansprechen.

Gossau setzt auf das Netzwerk Sicherheit

Oliver Gröble, Gemeindepräsident von Wittenbach. (Bild: Michel Canonica)

Oliver Gröble, Gemeindepräsident von Wittenbach. (Bild: Michel Canonica)

Auch in Wittenbach setzten die beiden Schulgemeinden und die politische Gemeinde bereits temporär Sicherheitspersonal ein. «Derzeit planen wir ein Sicherheitskonzept auf 2020», sagt Gemeindepräsident Oliver Gröble. «Dabei sollen vor allem Präventionsmassnahmen definiert werden im Bereich der Schulsozialarbeit und der Jugendarbeit.» Die Securitas sei ein notwendiges Mittel zur «Symptombekämpfung», mit den Präventionsmassnahmen packe man das Problem an den Wurzeln an, sagt Gröble.

Die Stadt Gossau setzt seit über zehn Jahren auf das Netzwerk Sicherheit. In diesem würden die Ressourcen gebündelt, um möglichst effektiv eingesetzt werden zu können, sagt Stefan Kramer, Geschäftsführer des Sicherheitsverbunds Region Gossau. «Kantons- und Stadtpolizei, Securitas, Jugendarbeit, Schule und politische Gemeinde besprechen sich regelmässig und können durch die Vernetzung rasch und angepasst auf Situationen reagieren.» Das System zeigt laut Kramer Wirkung. Man setze in erster Linie auf Aufklärung und Prävention und nicht auf Druck und Repressionen.

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