Ur-Abtwiler kandidiert als einziger für den frei werdenden Gemeinderatssitz in Gaiserwald

Am 30. Juni wählen die Gaiserwalder einen neuen Gemeinderat. Einziger Kandidat ist Matthias Luterbacher von der FDP. Er will den Graben zwischen Abtwil-St.Josefen und Engelburg überwinden.

Livia Grob
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Matthias Luterbacher vor dem Alters- und Pflegeheim Notkerianum in St. Gallen. (Bild: Urs Bucher (14. Juni))

Matthias Luterbacher vor dem Alters- und Pflegeheim Notkerianum in St. Gallen. (Bild: Urs Bucher (14. Juni))

«Verbindendes suchen, Gemeinsames betonen, Eigenständigkeit bewahren!» steht auf dem Plakat von Matthias Luterbacher. Er kandidiert für die FDP für den frei werdenden Sitz im Gaiserwalder Gemeinderat. Der 42-Jährige ist der einzige Kandidat. «Ich habe mein ganzes Leben in Abtwil gewohnt», sagt Luterbacher. Abgesehen von einem kleinen Unterbruch sei er dem Ort treu geblieben. Abtwil sei überschaubar, aber trotzdem nicht zu klein und man kenne sich. Zudem liege es im Grünen, sei aber trotzdem nah an der Stadt und gut angebunden. Deswegen wohne er auch mit seiner Frau und seinen vier Kindern dort.

In seinem Studium in Internationalen Beziehungen an der HSG und auch in seiner Tätigkeit bei der Geschäftsprüfungskommission Gaiserwald habe er stets mit der Politik zu tun gehabt. «Aber immer eher auf eine analytische oder überprüfende Weise», sagt er. Bald auf der anderen Seite der Politik zu stehen und diese aktiv auszuüben, werde eine ganz neue Erfahrung für ihn. «Als ich an der HSG studierte, hätte ich nie gedacht, dass ich irgendwann in meinem Leben für einen solchen Posten kandidiere», sagt Luterbacher.

Bereits Erfahrungen in der GPK gesammelt

Seine Wahl gilt als sicher, da für die Ersatzwahl des abtretenden Marcel Rey (FDP) keine anderen Kandidaten aufgestellt wurden. Doch trotz des konkurrenzlosen Wahlkampfs nehme er die Sache ernst. «Seit 2017 bin ich Mitglied der GPK Gaiserwald», sagt er. Dort habe er seine Erfahrungen gesammelt und bereits auch Einblicke in die Arbeit des Gemeinderats erhalten. Vor Amtsantritt als Gemeinderat müsste er aber aus der GPK austreten.

«Seit Anfang dieses Jahres habe ich eine neue Stelle ohne viele Geschäftsreisen», sagt er. Dies erlaube ihm mehr Freizeit und somit auch die Möglichkeit, in Zukunft das politische Mandat und den Vorsitz der Geschäftsleitung der Alters- und Pflegeheime Notkerianum und Lindenhof unter einen Hut zu bringen. «Zudem kann ich dann die zusätzlich gewonnene Zeit ohne die Arbeit bei der GPK in die politischen Anliegen investieren», sagt er. Wichtig sei ihm dabei, dass auch genügend Zeit für die Familie bleibe. Als weiteren Ausgleich zur Arbeit geht der vierfache Vater Velo fahren oder pflegt den Garten. Die Bewegung und die frische Luft brauche er nach einem langen Tag zur Erholung.

In zehn Tagen, am 30. Juni, wählen die Gaiserwalder ihren neuen Gemeinderat. Den Sitz hätte Matthias Luterbacher bis Ende der Amtsdauer im Jahr 2020 inne. Dann findet bereits die nächste, ordentliche Gemeinderatswahl statt. Bei einem Eintritt in den Gemeinderat sei er offen für alle Ämter und Funktionen, sagt Luterbacher. Aktuelle Themen, die er gerne mitgestalten möchte, seien Raumplanung, Baureglemente und die Busanbindung an die Stadt. Bei einer allfälligen Rochade im Gemeinderat würde er aber auf den sozialen Bereich hoffen. Denn durch seine Arbeit im Alters- und Pflegeheim sei er fast schon prädestiniert für diesen Bereich, so Luterbacher. 

«Als Jüngster im Rat erhebe ich aber natürlich keine Ansprüche.»

Einen Einheitsbrei vermeiden

«Verbindendes suchen, Gemeinsames betonen, Eigenständigkeit bewahren!»: «Dieser Slogan fasst einen grossen Traum von mir zusammen», sagt Luterbacher. Er wolle den Graben zwischen Abtwil-St.Josefen und Engelburg überwinden. Die Dörfer seien sich ähnlich, hätten aber trotzdem ihre eigenen Charaktere. Und diese gelte es zu bewahren. «Auf keinen Fall sollte ein Einheitsbrei entstehen.» Der Traum wäre, zwischen den Dörfern Brücken zu bauen und sie sich näher zu bringen, ohne die Essenz des jeweiligen Ortes zu verlieren.