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Unwetter sucht Region am See heim

Starker Regen und Wind haben am Abend des 1. August den Bodensee heimgesucht. Die Einsatzkräfte hatten alle Hände voll zu tun. Es gab beschädigte Bäume, evakuierte Feste und ein überflutetes Gemeindehaus.
Ines Biedenkapp, Martin Rechsteiner
Das Festzelt ist nicht mehr sicher: Besucher der 1.-August-Feier in Staad flüchten durch den Regen. (Bild: Max Tinner)

Das Festzelt ist nicht mehr sicher: Besucher der 1.-August-Feier in Staad flüchten durch den Regen. (Bild: Max Tinner)

Zuerst Trockenheit und dann eine Sintflut: Am Abend des Nationalfeiertags hat sich ein heftiges Gewitter über der Ostschweiz entladen. Über 300 Mal klingelte an dem Abend das Telefon bei der Kantonspolizei St. Gallen. Viele Bäume kippten aufgrund der heftigen Winde um, abgeknickte Äste blockierten die Strassen oder Keller wurden mit Wasser überflutet. Die Gemeinden in der Region Rorschach sind unterschiedlich betroffen.

Besonders stark bekamen die Thaler das Unwetter zu spüren. Der Regen und der Sturm störten die Bundesfeier an der Hafenmole in Staad - wie schon vergangenes Jahr. Die Sturmanker schützten die Zelte nicht, sie mussten evakuiert werden. Danach war das Fest vorbei. «Dass das zum zweiten Mal in Folge passiert, ist natürlich ärgerlich, viele haben es aber mit Humor genommen», sagt Gemeindeschreiber Christoph Giger. Die Organisatoren des Anlasses tun ihm aber leid: «Sie haben viel Zeit in den Aufbau gesteckt und wieder macht das Wetter alles zunichte.»

Die Männer und Frauen der Feuerwehr Rheineck-Thal-Lutzenberg hatten denn auch alle Hände voll zu tun. «Wir sind 48 Mal ausgerückt und waren die ganze Nacht im Einsatz», sagt Kommandant Enzo Termine. Es gab überflutete Keller, einen Erdrutsch sowie Autos, die wegen des Wassers in Unterführungen stecken geblieben sind. «Darunter ein Ferrari», sagt Termine.

Bergbahn stand am Donnerstag still

Ebenfalls vom Unwetter betroffen war die Bergbahn Rheineck-Walzenhausen (RhW). Der Regen hat die Gleise auf einer Länge von rund hundert Metern unterspült. Dazu gab es unterhalb der Trasse einen Hangrutsch. Die Bahn war gestern den ganzen Tag nicht in Betrieb, es verkehrten Ersatzbusse. Die Appenzeller Bahnen rechneten damit, dass die Bahn ab heute, Freitagmorgen, wieder normal verkehrt.

Auch in Steinach gab es Schäden, darunter überflutete Lagerräume und Keller. Die Steinach schwoll zu einer reissenden braunen Brühe an und überspülte den Steinachdammweg. Tiefgaragen angrenzender Wohnsiedlungen wurden geflutet. Pausenlos stand die Feuerwehr im Einsatz. 15 Meldungen zu überfluteten Strassen und Kellern hat die Kantonspolizei Thurgau aus Arbon und Horn erhalten. Der Horner Gemeindepräsident Thomas Fehr spricht vor allem von Garagen, in die Wasser gelaufen sei. In Arbon musste wegen Überflutungen das Heizwerkfestival unterbrochen werden.

Blitz beschädigt Trinkwasser-Pumpe

Volle Keller gab es auch in Tübach. Dazu kamen Garagen und Liftschächte, wie Gemeindepräsident Michael Götte sagt. «Die Feuerwehr rückte zu 20 Einsätzen aus.» Ein Blitzeinschlag habe zudem die Automatik einer Wasserversorgungspumpe der Gemeinde beschädigt. Deshalb musste sie in der Nacht manuell bedient werden.

Das Unwetter verschonte auch Untereggen nicht. Mehr als 13 Keller liefen in der Nacht vom ersten auf den zweiten August mit Wasser voll. Darunter auch das Gemeindehaus. «Wir hatten im Keller und im Archiv bereits alles höher gestellt, teils auf Paletten, daher hält sich der Schaden in Grenzen», sagt Norbert Näf, Ratsschreiber von Untereggen. «Aber wir haben jetzt viel Arbeit vor uns.» Doch nicht nur Keller liefen unter Wasser, auch die Strassen wurden durch das Unwetter beschädigt. Die Aufräumarbeiten laufen derzeit.

Blitz schlägt in Goldacher Wittenwald ein

Auch in Goldach musste die Feuerwehr vermehrt ausrücken. In der Nacht auf gestern hatte sie mehr als zwölf Einsätze. Nebst blockierten Strassen gab es einen Blitzeinschlag in einem Baum im Wittenwald. «Die restlichen Einsätze betrafen hauptsächlich vollgelaufene Keller», sagt Feuerwehrkommandant Robert Fuchs. Während des Unwetters stieg der Abfluss der Goldach von 0,153 Kubikmeter pro Sekunde auf 43 Kubikmeter an. Zuletzt wurde ein ähnlich hoher Wert mit 53,50 Kubikmeter Wasser pro Sekunde im Juni 2013 gemessen.

Etwas glimpflicher davon kam die Hafenstadt. «Wir sind ziemlich verschont geblieben», sagt Marco Todeschini, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Rorschach-Rorschacherberg. Es gab insgesamt nur drei kleinere Einsätze, dazu half man den Kollegen in den umliegenden Gebieten. In Rorschach musste das Strandfestwochen-Festival evakuiert werden, was laut den Veranstaltern aber reibungslos geklappt hat.

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