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Teurer als geplant: Stadtbahnhof-Unterführung muss erneut vors Rorschacher Stimmvolk

Die Strassenunterführung beim Stadtbahnhof wird 14,5 Millionen Franken teurer als geplant. Die Bürger müssen deshalb nochmals über den Kredit abstimmen. Gemäss Stadtpräsident Thomas Müller kann Rorschach das Projekt dennoch stemmen.
Jolanda Riedener
Die geplante Unterführung beim Stadtbahnhof sei teuer, aber ein Projekt, an dem sich auch die nächste Generation freue. (Bild: Jolanda Riedener)

Die geplante Unterführung beim Stadtbahnhof sei teuer, aber ein Projekt, an dem sich auch die nächste Generation freue. (Bild: Jolanda Riedener)

Es ist schwere Kost, die der Stadtrat am Donnerstagabend beim Apéro im Stadthofsaal serviert: Der 13-Millionen-Franken-Anteil für die Strassenunterführung beim Stadtbahnhof, dem die Rorschacher Bürger 2016 zustimmten, reicht bei weitem nicht aus. Gut doppelt so viel wird die Unterführung nach aktuellen Berechnungen kosten. «Das ist unerfreulich», sagt Stadtpräsident Thomas Müller. Einen Nachtragskredit gebe es nicht, man müsse zurück auf Feld eins: «Stimmen die Bürger dem Projekt nicht nochmals zu, wird auch nicht gebaut», sagt Müller.

Seit Frühling 2018 hat der Stadtrat Kenntnis vom Ausmass der Kosten. Danach habe er jede einzelne Position hinterfragt. Die enormen Mehrkosten haben laut Müller verschiedene Ursachen. Einerseits sind über fünf Millionen Franken zusätzlich auf Bau- und Sicherheitsvorgaben der SBB zurückzuführen. Insbesondere für Vorgaben ans europäische Hochgeschwindigkeitsnetz.

Weiter würden im Punkt Verkehrssicherheit und Lichtsignalanlagen nach jetziger Erkenntnis Mehrkosten anstehen. Der Landerwerb vom Berufsschulzentrum fällt ebenfalls nicht wie geplant aus: Der Kanton macht in diesem Bereich Vorgaben für die Platzgestaltung, was zu Mehrkosten führe. Auch auf dem ehemaligen Scapa-Areal kommt es zu Unvorhergesehenem: Die Altlasten hat nicht der Verursacher, sondern die Stadt zu tragen, da sie das Gebiet überbaue. Auch die Baustelleninstallation, zum Beispiel die Grubensicherung, wird teurer.

Fehlende Absprachen und Zeitdruck

Rorschachs Stadtpräsident Thomas Müller.

Rorschachs Stadtpräsident Thomas Müller.

Auch war der Baubeginn zu einem früheren Zeitpunkt geplant, wodurch Synergien mit dem Ausbau der Doppelspur hätten genutzt werden können.

«Wir wollen hier nichts beschönigen, sondern die Fakten auf den Tisch legen»

, sagt Müller. Es habe Fehler bei der Planung gegeben. Die mit dem Vorprojekt beauftragte Firma Wälli AG habe etwa wichtige Absprachen mit den SBB unterlassen. «Wichtig ist: Noch ist kein Schaden entstanden, wir haben auch noch nicht mit Bauen begonnen», sagt Müller. Das Projekt überzeuge nach wie vor. Und, die Planungszeit sei knapp bemessen gewesen, weil man Gelder vom Aggloprogramm abholen wollte. Die Planer hätten deshalb unter grossem Zeitdruck gearbeitet.

Zum Zeitpunkt der Urnenabstimmung rechnete der Stadtrat mit einer Kostenungenauigkeit von plus/minus 20 Prozent, was maximal vier Millionen Franken entsprochen hätte. Nun rechnen die Planer mit einem Totalbetrag von 34,8 Millionen Franken, was einer Abweichung von 14,5 Millionen Franken zum Vorprojekt entspricht. Der Stadtrat habe sich Gedanken zur Nachfinanzierung gemacht und ist der Meinung, dass die Stadt diese Kosten dennoch tragen könne.

Der Stadtrat will die Steuern senken

«Jetzt kommt die gute Nachricht», sagt Müller: Mit der Umstellung zum neuen Rechnungsmodell HRM2, werde die Abschreibungsdauer verlängert. Die Stadt erhalte dadurch mehr Spielraum. Die jährlichen Kosten für die Strassenunterführung würden zwar gleich hoch bleiben, dafür dauert es länger, bis diese abgeschrieben sind.

Nach der bisherigen Methode habe Rorschach anfangs jeweils eine Überabschreibung vorgenommen. Diese belastete die Erfolgsrechnung und bestimmte die finanzielle Handlungsfreiheit der Stadt mit. Mit dem neuen Modell kommt es zu einer Neubewertung des Finanzvermögens. Die Stadtkasse stehe gut da, weshalb sich der Stadtrat auf eine Senkung des Steuerfusses um sieben Prozent auf 139 geeinigt habe. Die Finanzierung der Strassenunterführung sowie weiterer Grossprojekte, wie Hafen und Kornhaus, bleibe gewährleistet.

Der Rat bemühe sich ausserdem erneut um Beiträge aus dem Agglomerationsprogramm. Im Zusammenhang mit der Unterführung werden ab dem 15. Januar im koordinierten Verfahren mehrere Projekte aufgelegt: Feldmühlekanal, Sondernutzungsplan, Umbau Berufsschulzentrum sowie Lärmsanierung Kirchstrasse. Die Strassenunterführung soll am 19. Mai zur Abstimmung kommen.

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