Untereggens Kandidat für den Gemeinderat: «Wir sind nicht zu klein.»

Simon Riedener ist der jüngste Kandidat für den Gemeinderat Untereggen. Er setzt dabei unter anderem auf die digitale Dorfpiazza.

Ines Biedenkapp
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Simon Riedener möchte sein Wissen über Technik in den Gemeinderat mit einbringen. (Bild: Ines Biedenkapp)

Simon Riedener möchte sein Wissen über Technik in den Gemeinderat mit einbringen. (Bild: Ines Biedenkapp)

In Untereggen haben sich vier Kandidaten zur Ersatzwahl für den Gemeinderat gemeldet. Zu ihnen gehört auch Simon Riedener. Der 34-Jährige ist der Jüngste unter den Kandidaten und kennt Untereggen bereits seit seiner Geburt. Denn in der Gemeinde ist er gross geworden und zur Schule gegangen.

Was ihn an Untereggen fasziniert? Da muss er lachen und zeigt auf den See, den man von seiner Gartenterrasse gut sieht. «Das ist die Natur», sagt er überzeugt. «Ich habe es zwar auch einmal kurzzeitig in Zürich versucht, aber das war nicht mein Ding.» Dort würde man nur von Wand zu Wand sehen. «Untereggen ist da doch bedeutend schöner und auch friedlicher.» Ausserdem kenne man die Leute, während man gleichzeitig die Nähe zur Stadt St. Gallen habe.

Optimum zwischen Kosten und Leistung herausfinden

Als Kandidat für den Gemeinderat sei ihm der Naturschutz ein wichtiges Anliegen. «Man muss sich immer die Frage stellen, was das Optimum zwischen Nutzen und Kosten ist», sagt er. Bei der Anschaffung der neuen Ölheizung im Dorf sei ihm etwa der Naturschutz zu kurz gekommen. «Manchmal hat man als solch kleine Gemeinde vielleicht das Gefühl, wir können aufgrund unserer Grösse überhaupt nichts ausrichten», sagt er.

«Aber wir sind nicht zu klein. Naturschutz müssen nicht nur andere machen.»

Denn Veränderungen können eben auch im Kleinen anfangen.

Neben dem Naturschutz möchte Simon Riedener vor allem die Kommunikation und die Organisation im Gemeinderat verbessern. «Es mag im ersten Moment ein wenig seltsam klingen, aber die Arbeit im Gemeinderat möchte ich wie ein Projekt angehen», sagt er und stellt sich die Frage, wo Prozesse optimiert und verbessert werden könnten. Dabei erachtet er die Technik als grosse Hilfe. Die digitale Dorfpiazza könne man etwa vermehrt einbinden. «Es gibt aber auch sogenannte Ticketsysteme» erklärt der Systemtechniker.

«Meist sind diese zwar recht unpersönlich, man kann sie aber auch persönlich machen.»

Wenn nun die Bürgerinnen oder Bürger eine Frage an den Gemeinderat hätten, könnten diese verfolgen, in welchem Status sich ihre Anfrage befinden würde.

Sich im Dorf engagieren

Riedener ist der einzige Kandidat, der einer Partei angehört. Das sei für den CVPler allerdings zweitrangig: «Dass ich mich zur Wahl gestellt habe, war kein politischer Entscheid», sagt er. «Ich möchte mich wieder mehr in der Gemeinde engagieren und auch etwas bewirken.»

So war er etwa als Jugileiter, Hilfsleiter im Jugendtreff oder in der Feuerwehr tätig. Doch erst seine Ausbildung als Elektroniker, dann das Studium in Systemtechnik mit Schwerpunkt Ingenieur und Informatik nahmen ihm die Zeit, sich weiterhin ehrenamtlich im Dorf zu engagieren. Zudem ist Simon Riedener Berufsschullehrer im Nebenamt. «Das hilft mir, auf die verschiedenen Bedürfnisse aller einzugehen», sagt er. Bei all den Tätigkeiten bliebe gleichwohl genügend Zeit für den Gemeinderat. «Zur Erholung fahre ich dann Velo», sagt er.